Castello-Tor und Piazza Castello: Vicenzas historischer Eingang - Vicenza
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Castello-Tor und Piazza Castello: Vicenzas historischer Eingang

Vicenza, Italy

Das historische Castello-Tor markiert den Beginn des lebendigen Corso Andrea Palladio. Wer durch diesen alten westlichen Eingang tritt, blickt auf eine hoch aufragende mittelalterliche Festung, die Schulter an Schulter mit einem unvollendeten Meisterwerk Palladios steht.

Vom mittelalterlichen Bollwerk zum Stadttor

Die Piazza Castello bildet den herrschaftlichen westlichen Zugang zur historischen Altstadt von Vicenza. Schon im 12. und 13. Jahrhundert sicherten Wehrtürme diesen Eingang. 1343, unter der Herrschaft der Veroneser Scaliger, wurde das Areal zu einer wehrhaften Verteidigungsburg ausgebaut.

Als die Festung unter der Republik Venedig ihren militärischen Zweck verlor, trug man Teile der Anlage im 19. Jahrhundert ab. Das markanteste Überbleibsel ist heute der Torrione di Porta Castello. Sein schroffer roter Backstein und die wehrhaften Zinnen erinnern eindrucksvoll an das mittelalterliche Verteidigungssystem Vicenzas. Heute dient der Torrione als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst, betreut von der Fondazione Coppola.

Ein unvollendetes Palladio-Meisterwerk

Einen scharfen Kontrast zum mittelalterlichen Ziegelmauerwerk bildet der Palazzo Porto Breganze mit seinen kolossalen antiken Steinsäulen und gemeißelten Fruchtgirlanden. Um 1571 beauftragte Alessandro Porto den Architekten Andrea Palladio mit dem Entwurf eines monumentalen Palastes mit sieben Fensterachsen. Diese gigantischen Dimensionen waren nicht zuletzt einer Familienrivalität geschuldet: Portos Schwager Francesco Thiene residierte direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes.

Nach nur zwei fertiggestellten Achsen kamen die Bauarbeiten jedoch unerwartet zum Erliegen. Zurück blieb ein architektonischer Torso. Direkt links neben der imposanten Fassade duckt sich noch immer das bescheidene Stadthaus aus dem 15. Jahrhundert, das dem Neubau eigentlich hätte weichen sollen. Der Palazzo Porto Breganze befindet sich weiterhin in Privatbesitz und gilt als unverzichtbarer Höhepunkt auf den Spuren des UNESCO-Welterbes von Palladio.

Historische Wahrzeichen und Stadtanbindung

Auf dem Platz finden sich weitere bedeutende Bauwerke, darunter der Palazzo Thiene Bonin Longare, um 1572 von Palladio entworfen und von Vincenzo Scamozzi vollendet. In der Platzmitte thront das 1887 von Ettore Ferrari geschaffene Denkmal für Giuseppe Garibaldi. Bevor der Platz seine heutige Gestalt annahm, war er als Piazza dei Buoi, Ochsenplatz, bekannt, da hier historisch der städtische Viehmarkt stattfand.

Die Piazza Castello bildet die Hauptachse des historischen Zentrums. Sie leitet Passanten direkt auf den 700 Meter langen Corso Andrea Palladio. Diese schnurgerade Route folgt in etwa dem Verlauf des antiken römischen Decumanus Maximus, auch bekannt als Via Postumia, und verbindet das Westtor mit den berühmtesten Plätzen der Stadt.

FAQ

Was ist der große Backsteinturm an der Piazza Castello?

Das Bauwerk ist der Torrione di Porta Castello, ein mächtiger mittelalterlicher Wehrturm, der einst zur befestigten Burganlage der Stadt gehörte. Heute dient er als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst.

Warum ist der Palazzo Porto Breganze unvollendet?

Der von Andrea Palladio für Alessandro Porto entworfene Palast sollte ursprünglich sieben Achsen umfassen. Die Bauarbeiten stoppten jedoch nach nur zwei fertiggestellten Achsen. So blieb der monumentale Bau unvollendet direkt neben dem Stadthaus aus dem 15. Jahrhundert stehen, das er eigentlich ersetzen sollte.

Wie hieß die Piazza Castello früher?

Früher war der Platz als Piazza dei Buoi (Ochsenplatz) bekannt, da hier der städtische Viehmarkt abgehalten wurde.

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