Pontocho-Gasse: Kyotos historisches Gastronomie- und Geisha-Viertel - Kyoto
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Pontocho-Gasse: Kyotos historisches Gastronomie- und Geisha-Viertel

Kyoto, Japan

Die Pontocho-Gasse ist eine bezaubernde, schmale Fußgängerzone in Kyoto, die für ihre traditionellen Holzfassaden, leuchtenden Laternen und versteckten Restaurants bekannt ist, die das historische Nachtleben der Stadt wieder aufleben lassen. Tagsüber ist es hier ruhig, doch nach 17 Uhr verwandelt sich die Gasse, wenn die Lokale öffnen und die Luft sich mit dem Duft von Holzkohle der Yakitori-Grills und Weihrauch aus den Speiseräumen im Obergeschoss füllt.

Eine vom Fluss geprägte Geschichte

Die Ursprünge von Pontocho reichen bis ins Jahr 1670 zurück, als Land von einer Sandbank im Kamo-Fluss zurückgewonnen wurde. Dieser neue Landstreifen entwickelte sich schnell zu einem Vergnügungsviertel, und um 1710 bis 1712 wurden die ersten Teehäuser eröffnet, um Flussschiffer und Reisende zu bewirten. Ab 1859 wurde es offiziell als Geisha-Viertel, oder Hanamachi, lizenziert. Auch das stilisierte japanische Tanzdrama Kabuki, gegründet von Izumo no Okuni, soll in diesem Viertel seinen Ursprung haben.

Ein entscheidender Moment kam 1872 mit dem Beginn der Kamogawa-Odori-Tanzaufführungen. Die Stadtväter riefen diese Aufführungen ins Leben, um die Wirtschaft Kyotos wiederzubeleben, nachdem die Stadt ihren Status als kaiserliche Hauptstadt an Tokio verloren hatte. Das Pontocho-Kaburenjo-Theater wurde später speziell für diese jährlichen Tänze erbaut.

Architektonische Raffinesse

Die Architektur von Pontocho ist durch traditionelle hölzerne Machiya aus der Edo-Zeit geprägt. Viele dieser Gebäude weisen eine charakteristische „Aalbett“-Bauweise auf, mit sehr schmalen Fassaden von nur etwa 3 Metern, aber einer beachtlichen Tiefe, die manchmal 30 Meter erreicht. Dieser einzigartige Baustil war eine clevere Reaktion auf eine Steuerstrategie der Edo-Zeit, bei der Grundstücke nach ihrer Straßenfront und nicht nach ihrer Gesamtfläche besteuert wurden.

Ein weiteres architektonisches Wahrzeichen ist das Pontocho-Kaburenjo-Theater. Das von Tokusaburo Kimura entworfene und 1927 fertiggestellte Gebäude wurde für seine Mischung aus westlicher Bauweise und japanischer Ästhetik gelobt. Auf seinem Dach befindet sich ein Wasserspeier nach dem Vorbild einer Bugaku-Maske, der als Wächter für den Wohlstand des Viertels fungiert.

Pontocho heute: Ein Zentrum für Kultur und Kulinarik

Heute floriert die Pontocho-Gasse als erstklassiges Ziel für Nachtleben und Gastronomie mit über 100 Restaurants, Bars und Teehäusern. Das kulinarische Angebot ist vielfältig und reicht von zwanglosen Izakayas bis hin zu gehobenen mehrgängigen Kaiseki-Menüs. Von Mai bis September errichten viele Restaurants auf der Ostseite der Gasse temporäre Speiseplattformen am Flussufer, bekannt als Noryo-yuka, die ein Erlebnis unter freiem Himmel mit Blick auf den Kamo-Fluss bieten.

Pontocho ist nach wie vor eines der fünf aktiven Hanamachi von Kyoto. Die Geiko (Geishas) und Maiko (Geisha-Lehrlinge), die hier leben und arbeiten, gelten als „lebende Nationalschätze“, die das künstlerische Erbe der Gegend bewahren. Manchmal kann man sie am frühen Abend sehen, wenn sie zwischen ihren Terminen unterwegs sind.

Symbole und Atmosphäre

Das offizielle Emblem des Viertels ist der weiße Regenpfeifer, oder Chidori, ein Motiv, das oft auf den Papierlaternen zu sehen ist, die die reine Fußgängerzone nachts beleuchten. Der Name „Pontocho“ selbst soll eine Mischung aus dem portugiesischen Wort „ponto“ (Punkt oder Brücke) und dem japanischen Wort „cho“ (Viertel) sein, was auf historische Handelsbeziehungen hindeutet.

Jüngste Modernisierungsmaßnahmen haben die historische Ästhetik der Gasse bewahrt, indem Tausende von oberirdischen Stromkabeln unter die Erde verlegt und der Asphalt durch traditionelleres Pflaster ersetzt wurde. So kann das einzigartige Geräusch von Schritten auf dem Stein, der über drei Jahrhunderte glatt getreten wurde, durch die enge Gasse hallen.

FAQ

Wofür ist die Pontocho-Gasse berühmt?

Die Pontocho-Gasse ist eines von Kyotos fünf traditionellen Geisha-Vierteln (Hanamachi) und berühmt für ihre enge, stimmungsvolle Gasse, die von traditionellen Holzrestaurants, Bars und Teehäusern gesäumt ist. Sie ist besonders bekannt für ihr Nachtleben und die saisonalen Speiseterrassen am Flussufer.

Kann man in Pontocho Geishas sehen?

Ja, da Pontocho ein aktives Geisha-Viertel ist, kann man hier Geikos (Geishas) und Maikos (Auszubildende) sehen. Am häufigsten trifft man sie am frühen Abend zwischen 17:30 Uhr und 18:30 Uhr an, wenn sie zu ihren Terminen unterwegs sind.

Warum sind die Gebäude in der Pontocho-Gasse so schmal?

Die lange, schmale „Aalbett“-Bauweise der Gebäude war das Ergebnis einer Steuerstrategie aus der Edo-Zeit. Grundbesitzer wurden nach der Breite ihrer Straßenfront besteuert, nicht nach der Tiefe des Grundstücks. Das ermutigte sie, schlanke Gebäude zu errichten, um Kosten zu sparen.

Was bedeutet „Pontocho“?

Der Name „Pontocho“ ist vermutlich eine Kombination aus dem portugiesischen Wort „ponto“ für „Punkt“ oder „Brücke“ und dem japanischen Wort „cho“ für „Viertel“ oder „Block“, was den historischen Kontakt Kyotos mit europäischen Händlern widerspiegelt.

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