Statue von Izumo-no-Okuni: Kyotos Gründerin des Kabuki - Kyoto
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Statue von Izumo-no-Okuni: Kyotos Gründerin des Kabuki

Kyoto, Japan

Ein Denkmal für eine Theaterpionierin

In Gion, Kyotos historischem Viertel, steht am Kamo-Fluss eine Bronzestatue, die eine revolutionäre Figur der japanischen darstellenden Kunst ehrt. Die Statue von Izumo-no-Okuni ist eine Hommage an die Frau, die als Gründerin des Kabuki-Theaters gilt. Das Denkmal befindet sich in der Nähe der Shijo-Ohashi-Brücke sowie des Minami-za-Kabuki-Theaters und schlägt eine eindrucksvolle Brücke zur reichen Theatervergangenheit der Stadt.

Die Geburt des Kabuki im Flussbett

Izumo no Okuni war eine Miko, eine Priesterin des Izumo-Großschreins. Geboren gegen Ende des 16. Jahrhunderts, reiste sie nach Kyoto, um aufzutreten und Spenden für ihren Schrein zu sammeln. Um 1603 führte sie im trockenen Flussbett des Kamo-Flusses einen neuen, fesselnden Aufführungsstil ein: den „Kabuki-Odori“.

Okunis Truppe bestand aus Frauen aus der Unterschicht, von denen einige als Sexarbeiterinnen tätig waren. Ihre Darbietungen waren eine Mischung aus sakralem Tanz und weltlicher Unterhaltung, mit satirischen Sketchen und häufigen Auftritten in Männerkleidung. Der Stil war für seine gewagte und unkonventionelle Art bekannt, was sich auch in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „Kabuki“ widerspiegelt: ‚schräg‘ oder ‚bizarr‘.

Eine überraschende Verwandlung

Einer der erstaunlichsten Fakten über Kabuki ist sein Ursprung. Denn obwohl es heute als reine Männerdomäne gilt, wurde es von Izumo no Okunis ausschließlich weiblicher Truppe erfunden und ursprünglich auch aufgeführt.

Dies änderte sich 1629 dramatisch, als das Tokugawa-Shogunat den Frauen das Auftreten auf der Bühne verbot, aus Sorge um die öffentliche Moral und die Verbindung zur Prostitution. Dieser Erlass besiegelte die Verwandlung der Kunstform in die reine Männerdomäne, die sie bis heute ist.

Okunis Innovationen gingen aber über die reine Gründung des Genres hinaus. Ihr wird auch die Einführung des Vorläufers des Hanamichi zugeschrieben, eines Laufstegs, der von der Bühne ins Publikum reicht und bis heute ein zentrales Element des japanischen Theaters ist. Ihr provokanter Stil zeigte sich auch in ihren Kostümen: So trug sie manchmal ein christliches Kreuz, aber nicht aus Glaubensgründen, sondern als exzentrisches und aufreizendes modisches Statement.

Ein kulturelles Wahrzeichen in Gion

Heute ist die Statue von Izumo-no-Okuni ein kulturelles Wahrzeichen für Einheimische und Touristen, die Gion erkunden. Sie ist ein Denkmal für ihr unvergängliches Erbe und die historische Rolle des Kamo-Flusses als lebendige Bühne für öffentliche Darbietungen. Das Monument lädt dazu ein, über Kyotos lange Geschichte theatralischer Innovationen nachzudenken und verbindet Okunis revolutionäre Kunst mit der hoch entwickelten Geiko-Kultur, für die Gion heute berühmt ist.

FAQ

Wer war Izumo no Okuni?

Izumo no Okuni (ca. 1572–1613) war eine Priesterin, der die Gründung des Kabuki-Theaters um 1603 in Kyoto zugeschrieben wird. Sie leitete eine rein weibliche Truppe, die einen neuen, provokanten Stil aus Tanz und Sketchen aufführte.

Warum wurde Kabuki zu einer reinen Männerdomäne?

Im Jahr 1629 verbot das Tokugawa-Shogunat Frauen das Auftreten im Kabuki, aus Sorge um die öffentliche Moral und da die Darstellerinnen mit Prostitution in Verbindung gebracht wurden. Dies führte dazu, dass sich die Kunstform zu einer reinen Männerdomäne entwickelte.

Wo steht die Statue von Izumo-no-Okuni?

Die Bronzestatue steht in Kyotos Stadtteil Gion, in der Nähe der Shijo-Ohashi-Brücke und des Minami-za-Kabuki-Theaters. Sie steht am Ufer des Kamo-Flusses, wo die ersten Kabuki-Aufführungen stattfanden.

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