Casas Gemelas: Die Geschichte von Meridas Zwillingsvillen
Der architektonische Höhepunkt des Paseo de Montejo
Unter der Adresse Paseo de Montejo Nr. 495 bilden Las Casas Cámara, im Volksmund als Las Casas Gemelas (Die Zwillingshäuser) bekannt, den architektonischen Höhepunkt von Meridas goldenem Zeitalter. Erbaut mit den Vermögen der regionalen Sisalindustrie (oro verde) während der Porfiriato-Ära, zementieren diese imposanten Herrenhäuser den Status des Boulevards als Meridas Champs-Élysées. Die Bauten teilen sich eine bautechnische Verwandtschaft mit dem benachbarten Palacio Cantón.
Der Sisalboom und das französische Design
In Auftrag gegeben von den wohlhabenden Sisal-Grundbesitzern Ernesto und Camilo Cámara Zavala, wurden die Herrenhäuser zwischen 1905 und 1907 geplant. Auf dem Höhepunkt des Marktes für Naturfasern importierten die Brüder die Baupläne direkt aus Frankreich. Der Pariser Architekt Gustave Umbdenstock entwarf die Herrenhäuser im französischen Beaux-Arts-Stil, und seine Entwürfe wurden 1907 in der französischen Zeitschrift La Construction Moderne veröffentlicht. Der Ingenieur Manuel G. Cantón Ramos aus Yucatán leitete die Bauarbeiten vor Ort, und die Häuser wurden am 24. Dezember 1911 offiziell eingeweiht.
Das Innere der Zwillingshäuser
Um die natürliche Belüftung zu fördern, sind die Bauten um ein halbes Stockwerk erhöht und verfügen über Souterrains sowie Zwischengeschosse. Im Inneren wurden die Möbel von bekannten Kunsttischlern in Paris extra nach den Bauplänen der Häuser angefertigt. Entgegen dem Spitznamen "Die Zwillingshäuser" sind die beiden Herrenhäuser nicht identisch. Das südliche Haus besticht durch ein französisches Mansarddach und gewölbte Fenstergiebel, während das nördliche Haus spanisch geprägte Flachdächer mit Balustraden aufweist.
Das Montejo 495 Casa Museo heute
Nach dem Zusammenbruch des globalen Naturfasermarktes wechselten die Anwesen den Besitzer. Das nördliche Haus ging an die Familie Molina über und ist bis heute ein geschlossener, privater Wohnsitz. Das südliche Haus wurde 1964 an den regionalen Tourismupionier Fernando Barbachano Gómez Rul verkauft. Unter der Familie Barbachano empfing es hochkarätige internationale Persönlichkeiten wie Jacqueline Kennedy Onassis, Fürstin Gracia Patricia von Monaco und Königin Juliana der Niederlande. Im Januar 2021 öffnete Maruja Barbachano Herrero das südliche Haus als Montejo 495 Casa Museo für die Öffentlichkeit, um das Erbe zu bewahren. Heute bietet das Museum zweisprachige Führungen durch über 20 historische Räume an. Berühmt ist sein großer Salon für den ersten elektrisch beleuchteten Kronleuchter in einem Wohnhaus in Yucatán.
FAQ
Kannst du Casas Gemelas besichtigen?
Ja, das südliche Haus ist als Montejo 495 Casa Museo für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet zweisprachige Führungen durch über 20 historische Räume. Das nördliche Haus bleibt ein geschlossener, privater Wohnsitz.
Sind die beiden Villen von Casas Gemelas absolut identisch?
Nein, trotz ihres Spitznamens weisen die Bauten Unterschiede auf. Das südliche Haus besticht durch ein französisches Mansarddach und gewölbte Fenstergiebel, während das nördliche Haus spanisch geprägte Flachdächer mit Balustraden hat.
Wer hat Las Casas Cámara in Merida erbaut?
Die Herrenhäuser wurden von den Sisal-Grundbesitzern Ernesto und Camilo Cámara Zavala in Auftrag gegeben. Sie wurden von dem Pariser Architekten Gustave Umbdenstock entworfen und von dem Ingenieur Manuel G. Cantón Ramos aus Yucatán erbaut.
