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Parque de Santa Lucía: Méridas historischer Platz

Merida, Mexico

Ein Ankerpunkt im historischen Mérida

Der Parque de Santa Lucía ist ein zentraler öffentlicher Platz an der Ecke Calle 60 und Calle 55 im Centro Histórico von Mérida. Gelegen an der zentralen Fußgängerachse der Stadt, die die koloniale Plaza Grande mit dem Prachtboulevard Paseo de Montejo verbindet, ist der Platz mit englischem Backstein aus dem 19. Jahrhundert gepflastert und wird im Norden und Westen von historischen Steinarkaden (portales) gesäumt. Seit 1982 steht er als Teil der denkmalgeschützten Zone von Mérida unter dem Schutz des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte (INAH), direkt gegenüber der historischen Iglesia de Santa Lucía.

Koloniale Ursprünge und eine verborgene Geschichte

Der Platz wurde 1542 bei der Gründung Méridas am Rande des spanischen Straßenrasters angelegt. Zwischen 1565 und 1575 trieb der Encomendero Pedro García den Bau der Iglesia de Santa Lucía voran, um Sakramente speziell für die versklavte afrikanische und afro-stämmige Gemeinde der Stadt bereitzustellen, der der Zutritt zur Hauptkathedrale verwehrt war.

Vom späten 16. Jahrhundert bis ins Jahr 1821 dienten das Kirchenatrium und das umliegende Freigelände als zentraler städtischer Friedhof Méridas, auf dem sowohl versklavte Menschen als auch gewöhnliche Bürger beigesetzt wurden. Als der Friedhof 1821 geschlossen wurde, wurden die Gräber nie exhumiert. Wer heute über den Platz schlendert, bewegt sich direkt über jahrhundertealten, nie gehobenen kolonialen Grabstätten.

Verfall, Wiederaufbau und Wandel

Nach langen Phasen kolonialer Vernachlässigung, in denen das Areal zu einer offenen Müllkippe verkam, ordnete Gouverneur Benito Pérez Valdelomar 1804 die Wiederherstellung des Platzes an. Die überdachten Steinarkaden an den Rändern wurden erst Jahrzehnte später, im Jahr 1873, fertiggestellt. Ursprünglich gebaut, um Pferde einzustallen und Fuhrwerken sowie Kutschen über Nacht Schutz zu bieten, entwickelten sich diese portales schließlich zu einem unverzichtbaren architektonischen Merkmal des Platzes.

Die neu gestaltete Anlage wurde 1878 unter dem Namen Parque de la Unión wiedereröffnet, später offiziell als Parque de los Héroes geführt und kehrte schließlich zu ihrem traditionellen Namen zurück: Parque de Santa Lucía.

Die Heimat der Serenata Yucateca

Am 14. Januar 1965 erkor der städtische Kulturleiter Luis Pérez Sabido den Parque de Santa Lucía zur festen Spielstätte der Serenata Yucateca. Seit jenem Jahr findet dieses kostenlose Freiluftkonzert ohne Unterbrechung jeden Donnerstag um 21:00 Uhr statt.

Die Aufführung feiert die regionale Folklore in all ihren Facetten, mit Live-Gitarrentrios der Trova yucateca, Lesungen lokaler Gedichte und den humorvollen Spottversen namens bombas. Folkloretänzer in traditioneller Mestizen-Tracht, darunter bestickte ternos und leinene guayaberas, zeigen traditionelle Jarana-Schritte, während das synchrone Klappern ihrer hölzernen Tanzschuhe über die Bühne des Platzes hallt.

Kulinarik und Stadtleben heute

Heute ist der Parque de Santa Lucía ein lebendiger Treffpunkt für Gastronomie und Freizeit. Die historischen Arkaden aus dem 19. Jahrhundert beherbergen nun Außenbereiche von Restaurants, die sich über den Rand des Platzes erstrecken, angenehm beschattet von alten Bäumen wie guayas.

Gedenkbüsten berühmter Komponisten aus Yucatán und ein steinerner Obelisk zu Ehren von Oberst Sebastián Molas Virgilio prägen das Bild des Platzes. Hinzu kommen die riesigen weißen sillas confidentes, auch als tú y yo-Stühle bekannt, die in einer geschwungenen S-Form so gestaltet sind, dass zwei Sitzende einander gegenübersitzen. Neben den abendlichen Serenaden am Donnerstag lädt der Platz sonntags tagsüber zu kulturellen Veranstaltungen ein und dient den Teilnehmern der wöchentlichen Bici-Ruta von Mérida als willkommene Raststation.

FAQ

Wann findet die Serenata Yucateca im Parque de Santa Lucía statt?

Die Serenata Yucateca findet jeden Donnerstagabend um 21:00 Uhr statt, mit Live-Trova-Musik, Poesie und traditionellen Jarana-Folkloretänzen.

Wofür wurde der Parque de Santa Lucía in der Kolonialzeit genutzt?

Die angrenzende Kirche wurde Ende des 16. Jahrhunderts eigens für Méridas versklavte afrikanische und afro-stämmige Bevölkerung erbaut, und der umliegende Platz diente bis 1821 als städtischer Hauptfriedhof.

Wozu dienten die Steinarkaden rund um den Park ursprünglich?

Die 1873 fertiggestellten Steinarkaden (*portales*) dienten ursprünglich als Pferdeställe und nächtlicher Unterstand für Holzkutschen und Fuhrwerke, bevor sie später in Geschäfts- und Restaurantbereiche umgewandelt wurden.

Was sind die großen weißen Stühle im Parque de Santa Lucía?

Im Park stehen übergroße weiße *sillas confidentes*, auch als *tú y yo*-Stühle bekannt. Dabei handelt es sich um S-förmig ineinandergreifende Sessel, auf denen man sich gegenübersitzt.

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