
Metropolitankathedrale von Mexiko-Stadt: ein historischer Führer
Die Metropolitankathedrale von Mexiko-Stadt, mit offiziellem Namen Kathedrale von Mariä Himmelfahrt, ist ein monumentales Wahrzeichen an der Nordseite der Plaza de la Constitución, auch Zócalo genannt. Als größte und älteste Kathedrale Lateinamerikas ist sie der Sitz des katholischen Erzbistums Mexiko und ein Zeugnis der vielschichtigen Geschichte der Stadt.
Ein Fundament der Eroberung
Die Ursprünge der Kathedrale sind eng mit der spanischen Eroberung des Aztekenreichs verbunden. Nach dem Fall von Tenochtitlan im Jahr 1521 gab Hernán Cortés den Bau einer Kirche im heiligen Bezirk der Azteken nahe dem Templo Mayor in Auftrag. Eine erste Kirche wurde zwischen 1524 und 1532 erbaut. Um die Durchsetzung des Christentums und der spanischen Herrschaft zu symbolisieren, wurden Steine der abgerissenen Aztekentempel für das Fundament und die Mauern der Kathedrale wiederverwendet. So wurde buchstäblich ein neues religiöses Zentrum auf den Ruinen des alten errichtet.
Jahrhunderte architektonischer Evolution
Der Bau der großen Kathedrale, wie sie heute dasteht, begann 1573 und wurde erst 1813, nach 240 Jahren, abgeschlossen. Diese lange Bauzeit brachte ein architektonisches Meisterwerk hervor, das gotische, platereske, barocke und neoklassizistische Stile miteinander verbindet. Der spanische Architekt Claudio de Arciniega entwarf den ursprünglichen, gotisch inspirierten Plan. Jahrhunderte später fügte Manuel Tolsá die letzten neoklassizistischen Elemente hinzu, darunter die ikonische Kuppel und den zentralen Uhrenturm. Das gewaltige Bauwerk ist etwa 128 Meter lang, 67 Meter breit und erreicht an seinen beiden Glockentürmen eine Höhe von 67 Metern.
Die Herausforderung eines sinkenden Fundaments
Die Kathedrale wurde auf dem weichen, schwammigen Untergrund des ehemaligen Texcoco-Sees erbaut und sinkt seit ihrer Errichtung kontinuierlich ab. Diese ungleichmäßige Setzung führte zu erheblichen statischen Problemen, wodurch das Gebäude gefährlich in Schieflage geriet. Zeitweise war der Bereich bei den Glockentürmen fast zweieinhalb Meter tiefer abgesunken als der hintere Teil. Ein großes Ingenieurprojekt in den 1990er-Jahren stabilisierte das Bauwerk, indem Unterboden ausgehoben wurde. Dies ermöglichte der Kathedrale, sich gleichmäßiger zu setzen und korrigierte ihre gefährliche Neigung.
Schätze und Entdeckungen im Inneren
Das Innere der Kathedrale beherbergt bedeutende Kunst- und historische Schätze. Der prunkvolle Altar der Könige, zwischen 1718 und 1737 von Jerónimo de Balbás geschaffen, ist ein Meisterwerk des churrigueresken Barocks. Die Kathedrale enthält auch zwei der größten Orgeln des 18. Jahrhunderts auf dem amerikanischen Kontinent, erbaut von José Nassarre. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 2023 wurde eine faszinierende Entdeckung gemacht: An der Basis der Laterne fand man 23 versteckte Bleikisten mit religiösen Reliquien und Inschriften. Ein Zettel in einer der Kisten verriet, dass sie 1810 von Arbeitern dort platziert wurden, die um göttlichen Schutz für das Gebäude baten.
Ein lebendiges Wahrzeichen
Heute ist die Metropolitankathedrale ein pulsierendes Zentrum für Glauben und Kultur. Sie ist weiterhin eine aktive Kirche, in der Einheimische die Messe besuchen, und zieht gleichzeitig Touristen aus aller Welt an. Es werden Führungen angeboten, die manchmal auch den Zugang zu den Glockentürmen mit Panoramablick über die Stadt beinhalten. Die Krypta der Kathedrale dient als letzte Ruhestätte für historische Persönlichkeiten, darunter die Unabhängigkeitshelden Miguel Hidalgo y Costilla und José María Morelos. Archäologische Ausgrabungen rund um das Gelände legen weiterhin Überreste des heiligen Bezirks der Azteken frei, darunter ein Schädelgestell (Tzompantli) und einen Ballspielplatz, die die Besucher an die tiefe Geschichte unter ihren Füßen erinnern.
FAQ
Warum sinkt die Kathedrale von Mexiko-Stadt?
Die Kathedrale wurde auf dem weichen, schwammigen Untergrund des ehemaligen Texcoco-Sees errichtet. Dieser instabile Boden führt dazu, dass das riesige Bauwerk seit seiner Errichtung ungleichmäßig absinkt.
Woraus wurde die Kathedrale von Mexiko-Stadt gebaut?
Für den Bau der Kathedrale wurden Materialien, einschließlich Steine, von zerstörten Aztekentempeln wiederverwendet, die einst an dieser Stelle standen, darunter der Templo Mayor.
Wie lange dauerte der Bau der Metropolitankathedrale?
Der Bau war ein generationenübergreifendes Projekt, das sich über 240 Jahre erstreckte, von 1573 bis zur Fertigstellung im Jahr 1813.
Was befindet sich unter der Metropolitankathedrale?
Die Kathedrale wurde über dem heiligen Bezirk der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan errichtet. Archäologische Ausgrabungen haben direkt unter und um das Kolonialgebäude herum Überreste bedeutender aztekischer Bauten freigelegt, einschließlich des Templo Mayor.



