Das Enrico-Martínez-Denkmal in Mexiko-Stadt - Mexico-city
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Das Enrico-Martínez-Denkmal in Mexiko-Stadt

Mexico-city, Mexico

Südwestlich der Catedral Metropolitana in Mexiko-Stadt steht das Denkmal für Enrico Martínez als neoklassizistisches Zeugnis der langwährenden und oft schwierigen Beziehung der Stadt zum Wasser. Dieses öffentliche Wahrzeichen erinnert an das komplexe Erbe eines Ingenieurs aus dem 17. Jahrhundert und an die grundlegenden Herausforderungen einer Metropole, die auf dem Grund eines Sees erbaut wurde.

Eine Geschichte von Fluten und Ingenieurskunst

Das Denkmal ehrt Enrico Martínez (ca. 1550-1632), einen königlichen Kosmografen und Wasserbauingenieur. Im Jahr 1607 beauftragte Vizekönig Don Luis de Velasco Martínez mit einem gewaltigen Projekt: der Entwässerung des Tals von Mexiko, um die Stadt vor ständigen, verheerenden Überschwemmungen zu schützen. Martínez’ 1609 fertiggestellte Entwässerungstunnel wiesen von Anfang an bauliche Mängel auf.

Dieses technische Unterfangen gipfelte 1629 in einer Tragödie, als die Tunnel einstürzten. Das Versagen führte zu einer katastrophalen Flut, die Mexiko-Stadt fünf Jahre lang unter Wasser setzte und schätzungsweise 30.000 Todesopfer forderte. Martínez wurde sogar kurzzeitig inhaftiert, unter dem Verdacht, die Katastrophe absichtlich herbeigeführt zu haben.

Die Erschaffung des Denkmals

Jahrzehnte später, während der Präsidentschaft von Porfirio Díaz, initiierte der Politiker Vicente Riva Palacio 1877 die Errichtung des Denkmals, um Martínez’ bahnbrechende, wenn auch tragische, Bemühungen zu würdigen. Das am 5. Mai 1881 eingeweihte Denkmal wurde vom Architekten Francisco Jiménez entworfen und zeigt eine markante Bronzeskulptur von Martínez, geschaffen von Miguel Noreña, dem Bildhauer des Cuauhtémoc-Denkmals.

Ein versetzter hypsografischer Messpunkt

Der Sockel war ursprünglich als hypsografisches Denkmal konzipiert, das die schwankenden Wasserstände der historischen Seen anzeigen sollte. Außerdem sollte es den ‚Kilometer Null‘ Mexikos für kartografische Messungen markieren. Das Denkmal wurde jedoch 1925 von seinem ursprünglichen Standort an der Ecke der Straßen Moneda und Seminario an seine heutige Position versetzt.

Durch diesen Umzug wurden seine Wasserstandsanzeiger unbrauchbar. Heute kann man am Sockel noch eingravierte geografische Koordinaten und verschiedene Maßeinheiten wie Meter, Yard und die traditionelle spanische ‚Vara‘ sehen, die an seinen ursprünglichen wissenschaftlichen Zweck erinnern.

Das Denkmal in der heutigen Zeit

Heute ist das Denkmal für Enrico Martínez ein frei zugängliches öffentliches Wahrzeichen im historischen Zentrum der Stadt. Obwohl seine Hauptfunktion eine historische ist, bleibt es Teil des modernen städtischen Lebens und wurde gelegentlich zum Ziel feministischer Protestgraffitis. Es dient als greifbares Symbol für den andauernden Kampf Mexiko-Stadts mit seiner einzigartigen Geologie und seiner Geschichte der Wasserwirtschaft.

FAQ

Wer war Enrico Martínez?

Enrico Martínez (ca. 1550-1632) war königlicher Kosmograf, Verleger, Dolmetscher für die Spanische Inquisition und Wasserbauingenieur. Er wurde 1607 beauftragt, ein Entwässerungssystem für das Tal von Mexiko zu schaffen.

Warum ist das Denkmal für Enrico Martínez umstritten?

Das Denkmal ehrt den Ingenieur, dessen großes Entwässerungsprojekt 1629 katastrophal scheiterte. Der Einsturz des Tunnels führte zu einer Flut, die Mexiko-Stadt fünf Jahre lang unter Wasser setzte und schätzungsweise 30.000 Todesopfer forderte.

Wann wurde das Denkmal für Enrico Martínez gebaut?

Der Bau des Denkmals begann 1877. Der Entwurf stammt vom Architekten Francisco Jiménez, die Skulptur von Miguel Noreña. Eingeweiht wurde es am 5. Mai 1881.

Misst das Denkmal noch immer den Wasserstand?

Nein. Es war ursprünglich als hypsografischer Messpunkt für die Wasserstände der Seen gedacht, wurde aber 1925 versetzt. Durch diesen Umzug wurden die Wasserstandsanzeiger ungenau und unbrauchbar.

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