
Sagrario Metropolitano: Ein sinkendes barockes Meisterwerk
Direkt neben der prächtigen Catedral Metropolitana von Mexiko-Stadt steht die Parroquia de la Asunción Sagrario Metropolitano, ein atemberaubendes Beispiel barocker Architektur. Das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Gebäude dient als aktive Pfarrkirche und besitzt eine der kunstvollsten Fassaden des amerikanischen Kontinents.
Ein Meisterwerk des mexikanischen Churriguerismus
Der Sagrario Metropolitano wurde zwischen etwa 1749 und 1769 nach den Entwürfen des spanischen Architekten Lorenzo Rodríguez erbaut. Rodríguez war eine Schlüsselfigur bei der Entwicklung des als mexikanischer Churriguerismus bekannten ultrabarocken Stils und der Sagrario gilt als sein Meisterwerk. Seine prunkvoll verzierten Fassaden sind ein Zeugnis dieses Stils und übertreffen in ihrer Pracht sogar ihre andalusischen Vorbilder.
Im Gegensatz zur benachbarten Kathedrale, die aus königlichen Mitteln finanziert wurde, wurde der Bau des Sagrario durch die Großzügigkeit einzelner Spender, lokale Almosen und den Verkauf von Lottoscheinen finanziert. Ursprünglich war das Gebäude dazu gedacht, die Archive und die liturgischen Gewänder des Erzbischofs zu beherbergen und als Pfarrkirche für die Spendung der Sakramente zu dienen.
Schichten der Geschichte: Vom Aztekentempel zur sinkenden Kirche
Der Sagrario Metropolitano verkörpert die vielschichtige Geschichte von Mexiko-Stadt. Er wurde direkt über den Ruinen eines alten Aztekentempels errichtet, der dem Sonnengott Tonatihu geweiht war. Im Untergeschoss der Kirche geben Sichtfenster Einblicke in diese prähispanische Vergangenheit frei und zeigen Teile der schrägen Tempelmauern sowie einen Grabstein aus rosa Andesit mit einer Sonnenscheibe.
Die Kirche teilt außerdem eine große Herausforderung mit der Stadt selbst: Sie versinkt unaufhörlich. Erbaut auf dem instabilen Seegrund der einstigen Aztektenhauptstadt Tenochtitlan, leidet das Bauwerk unter starken Setzungsunterschieden. Bis 1989 waren einige Teile um bis zu 2,4 Meter abgesackt. Um dem entgegenzuwirken, wandten Ingenieure in den 1990er-Jahren eine innovative Technik der „Unterfangung“ an, eine Methode, die später auch zur Stabilisierung des Schiefen Turms von Pisa eingesetzt wurde.
Der Sagrario heute
Auch heute noch erfüllt der Sagrario Metropolitano seine jahrhundertealte Funktion als aktive Pfarrkirche, die Parroquia Asunción de María. Hier finden regelmäßig katholische Sakramente wie Taufen, Trauungen und Eucharistiefeiern statt, sowie Katechese-Programme für Jugendliche.
Neben seiner religiösen Funktion beherbergt das Gebäude das angeblich älteste und größte Architekturarchiv Lateinamerikas. Seit August 2023 verfügt der Sagrario auch über eine Pinakothek, also eine Kunstgalerie, in der 16 Ölgemälde ausgestellt sind, kuratorisch unterstützt vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) Mexikos.
FAQ
Was ist der Sagrario Metropolitano?
Es ist eine Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert neben der Catedral Metropolitana von Mexiko-Stadt, bekannt für ihre kunstvolle Architektur im Stil des mexikanischen Churriguerismus (Ultrabarock).
Warum versinkt der Sagrario Metropolitano?
Die Kirche wurde auf dem instabilen Seegrund der ehemaligen Aztektenhauptstadt Tenochtitlan erbaut. Das Absinken wird durch die regionale Grundwasserentnahme verschärft, ein Problem, das viele historische Gebäude in der Gegend betrifft.
Was liegt unter dem Sagrario Metropolitano?
Die Kirche steht direkt auf den Ruinen eines Aztekentempels, der dem Sonnengott (Tonatihu) geweiht war. Teile des alten Tempels sind durch Sichtfenster im Untergeschoss zu sehen.
Wer hat den Sagrario Metropolitano entworfen?
Sein Entwurf wird dem spanischen Architekten Lorenzo Rodríguez zugeschrieben, einer Schlüsselfigur, die den Stil des mexikanischen Churriguerismus in Neuspanien maßgeblich prägte.



