
Ruinen des prinzenpalastes in Stari Bar, Montenegro
Die Ruinen des Prinzenpalastes, auch bekannt als Gebäude 136, sind ein bedeutendes historisches Wahrzeichen in der befestigten Altstadt von Stari Bar. Dieses Bauwerk ist einer von drei Palästen, die innerhalb der Festungsmauern ausgemacht wurden, und gibt einen Einblick in die vielschichtige Vergangenheit der Region.
Eine geschichte von machtwechseln
Der Palast wurde in Etappen erbaut, wobei die erste Bauphase auf das Ende des 14. oder die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert wird. Er wurde ursprünglich als Residenz für den lokalen Adel in einer Zeit großer geopolitischer Umwälzungen auf dem Balkan errichtet. Die Stadt Stari Bar selbst war von strategischer Bedeutung und wurde nacheinander von Byzantinern, Serben, Ungarn und Venezianern beherrscht.
Nach der osmanischen Eroberung im Jahr 1571 änderte sich die Funktion des Palastes. Er wurde umgebaut und neu genutzt, um während der 300-jährigen osmanischen Herrschaft angesehenen Familien der Stadt als Wohnsitz zu dienen.
Architektonische schichten
Die Architektur des Palastes wird hauptsächlich als Renaissance-Barock beschrieben. Das verheerende Erdbeben von 1979 legte jedoch, bei aller Zerstörung, auch den früheren romanisch-gotischen Stil des Gebäudes frei. Diese Schichtung der Baustile spiegelt die lange und wechselvolle Geschichte des Palastes wider.
Die 'porta morta' oder die totentüren
Ein einzigartiges und faszinierendes Merkmal des Prinzenpalastes sind die mehreren zugemauerten Türen. Sie sind traditionell als „Porta Morta“, also Totentüren, bekannt. Dem Brauch nach wurden diese besonderen Eingänge nur benutzt, um die Verstorbenen aus dem Haus zu tragen. Nach diesem letzten Gebrauch wurde die Tür für immer zugemauert.
Vom palast zur ruine
Der Niedergang des Palastes begann mit den schweren Schäden, die er während der montenegrinischen Belagerung von 1877 bis 1878 erlitt, welche zur Befreiung der Stadt von der osmanischen Herrschaft führte. Den letzten und verheerendsten Schlag versetzte ihm ein schweres Erdbeben im Jahr 1979. Dieses Ereignis beschädigte den Palast schwer und führte dazu, dass Stari Bar weitgehend verlassen wurde, da die meisten Einwohner in die moderne Küstenstadt Bar umsiedelten.
Der palast heute
Heute sind die Ruinen des Prinzenpalastes ein markanter Teil der archäologischen Stätte Stari Bar, die als großes Freilichtmuseum fungiert. Hier kannst du die Überreste des Palastes erkunden und seine erhaltenen Bauelemente betrachten. Die Stätte wird laufend restauriert und wiederaufgebaut, um die reiche Geschichte der wohl bedeutendsten mittelalterlichen Ausgrabungsstätte des Balkans zu bewahren.
FAQ
Was hat es mit den zugemauerten Türen im Prinzenpalast auf sich?
Die zugemauerten Türen sind als „Porta Morta“, also Totentüren, bekannt. Einem alten Brauch zufolge wurden sie benutzt, um Verstorbene aus dem Haus zu tragen, und wurden danach für immer versiegelt.
Wann wurde der Prinzenpalast in Stari Bar gebaut?
Der Palast wurde in Etappen erbaut. Die erste Bauphase stammt aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert, als er dem lokalen Adel als Wohnsitz diente.
Warum ist der Prinzenpalast eine Ruine?
Der Palast wurde während einer Belagerung in den Jahren 1877 bis 1878 beschädigt und bei einem schweren Erdbeben 1979 schließlich schwer zerstört. Dieses Erdbeben führte auch dazu, dass die Altstadt von Stari Bar aufgegeben wurde.



