Sankt-Lukas-Kirche in Kotor: eine Geschichte von Widerstandsfähigkeit und Harmonie - Kotor
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Sankt-Lukas-Kirche in Kotor: eine Geschichte von Widerstandsfähigkeit und Harmonie

Kotor, Montenegro

Im Herzen der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt von Kotor liegt der Sankt-Lukas-Platz, ein kleiner, stimmungsvoller Ort, der von seiner namensgebenden Kirche geprägt ist. Die Sankt-Lukas-Kirche, gegründet 1195, ist ein Mikrokosmos der reichen Geschichte der Stadt und verkörpert Jahrhunderte architektonischer Entwicklung, religiöser Harmonie und bemerkenswerter Widerstandsfähigkeit.

Eine Geschichte der Koexistenz

Die Sankt-Lukas-Kirche wurde 1195 von Mauro Kacafrangi, einem Bürger der Stadt, unter der fortschrittlichen Herrschaft der serbischen Nemanjić-Dynastie erbaut. Ursprünglich als katholische Kirche errichtet, nahm ihre Geschichte 1657 eine einzigartige Wendung. Die venezianischen Behörden erteilten orthodoxen Flüchtlingen, die vor den osmanischen Streitkräften flohen, die Erlaubnis, in ihren Mauern Gottesdienste abzuhalten.

Dies führte zur Errichtung eines zweiten, orthodoxen Altars neben dem bereits bestehenden katholischen. Über 150 Jahre lang, von 1657 bis 1812, diente die Kirche beiden Konfessionen gleichzeitig, ein seltenes und eindrucksvolles Zeugnis religiöser Koexistenz. Diese Zeit der gemeinsamen Nutzung endete unter der französischen Verwaltung, als 1810 oder 1812 die lateinischen Altäre entfernt wurden und die Kirche ausschließlich orthodox wurde, was sie bis heute ist.

Architektonische Widerstandsfähigkeit

Die Kirche zeigt eine faszinierende Mischung aus architektonischen Stilen, wobei romanische und byzantinische Merkmale am deutlichsten hervortreten. Sie hat einen einschiffigen Grundriss mit einer zentralen Kuppel. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Anbauten hinzugefügt, darunter 1747 die Kapelle des Heiligen Spyridon und etwa zur gleichen Zeit ein barocker Glockengiebel.

Was die Sankt-Lukas-Kirche jedoch wirklich auszeichnet, ist ihre außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit. Sie ist das einzige Gebäude in Kotor, das zahlreiche schwere Erdbeben ohne nennenswerte Schäden überstanden hat. Starke Erdbeben in den Jahren 1563, 1667 und 1979 verwüsteten die Region, aber dieses Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert blieb stehen, ein Zeugnis für das bemerkenswerte Können seiner mittelalterlichen Baumeister.

Ein Boden aus Gräbern und alter Kunst

Das Innere der Kirche erzählt seine ganz eigenen Geschichten. Der abgetretene Steinboden besteht vollständig aus Grabplatten. Bis in die 1930er Jahre wurden die Bürger von Kotor in 17 Gemeinschaftsgräbern unter dem Kirchenboden beigesetzt. Schätzungen zufolge sind dort rund 3.000 Menschen bestattet.

Künstlerisch gesehen beherbergt die Kirche eine bedeutende Ikonostase aus dem 17. Jahrhundert, geschaffen von Dimitrije Daskal, dem Gründer der berühmten Malschule von Boka Kotorska. Darüber hinaus sind an der Südwand noch Fragmente der ursprünglichen Fresken aus dem 12. Jahrhundert zu sehen, die kurz nach dem Bau der Kirche gemalt wurden und einen Einblick in ihre Anfangszeit geben.

FAQ

Warum ist die Sankt-Lukas-Kirche in Kotor so besonders?

Die Sankt-Lukas-Kirche ist aus zwei Hauptgründen berühmt. Sie ist das einzige Gebäude in Kotor, das alle großen historischen Erdbeben ohne nennenswerte Schäden überstanden hat, und von 1657 bis 1812 beherbergte sie auf einzigartige Weise sowohl katholische als auch orthodoxe Altäre und diente so beiden Gemeinden gleichzeitig.

Woraus besteht der Boden der Sankt-Lukas-Kirche?

Der Boden der Kirche besteht aus Grabplatten. Jahrhundertelang, bis in die 1930er Jahre, wurden Bürger von Kotor in Gemeinschaftsgräbern unter dem Kirchenboden bestattet. Schätzungen zufolge sind dort rund 3.000 Menschen beigesetzt.

Wann wurde die Sankt-Lukas-Kirche erbaut?

Die Sankt-Lukas-Kirche wurde 1195 erbaut. Sie wurde von Mauro Kacafrangi während der Herrschaft von Stefan Nemanja, dem Großfürsten des mittelalterlichen serbischen Staates, gegründet.

Kann man die Sankt-Lukas-Kirche besichtigen?

Ja, die Sankt-Lukas-Kirche ist eine aktive serbisch-orthodoxe Kirche, die für Besucher normalerweise tagsüber geöffnet ist. Der Eintritt ist in der Regel kostenlos, jedoch können die Öffnungszeiten variieren, besonders zwischen der Sommer- und Wintersaison.

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