Stiftskirche St. Marien: Kotors altes Heiligtum - Kotor
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Ziel

Stiftskirche St. Marien: Kotors altes Heiligtum

Kotor, Montenegro

Die Stiftskirche St. Marien liegt am Trg od Drva-Platz in der Nähe des Flusstors in der Altstadt von Kotor und ist ein bedeutendes römisch-katholisches Baudenkmal. Auch als St. Maria am Fluss bekannt, wurde der heutige romanische Bau 1221 geweiht, doch seine Geschichte reicht viel weiter zurück, denn er steht auf den Fundamenten einer Basilika aus dem 6. Jahrhundert.

Architekturgeschichte

Die Kirche zeigt eine über Jahrhunderte gewachsene Mischung aus verschiedenen Baustilen. Das Hauptgebäude ist ein romanischer Bau, dessen Fassade sich durch abwechselnde Reihen von rosa und grauem Stein auszeichnet. Ihre Bauweise mit einer Segmentkuppel auf Pendentifs spiegelt byzantinisch-romanisch-serbische Einflüsse wider.

Im Laufe der Zeit kamen mehrere Anbauten hinzu. Im 15. Jahrhundert wurde eine Kapelle für den Heiligen Johannes den Täufer angebaut und der heutige Glockenturm ist ein späterer barocker Anbau aus dem 18. Jahrhundert. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1667 erfuhr die Kirche auch erhebliche bauliche Veränderungen, darunter die Verbindung des nördlichen Seitenschiffs mit dem Hauptkirchenkörper.

Frühchristliche Ursprünge

Archäologische Forschungen unter dem heutigen Gebäude haben die Überreste einer frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert freigelegt. Die Entdeckung eines Baptisteriums in diesen alten Fundamenten legt nahe, dass dieser Ort als Kotors allererste Kathedrale gedient haben könnte, noch vor der berühmteren Kathedrale des Heiligen Tryphon. Damit ist die Marienkirche ein Ort, an dem seit über einem Jahrtausend ununterbrochen christliche Gottesdienste stattfinden.

Das Heiligtum der seligen Ozana

Die Kirche ist wegen ihrer Verbindung zur seligen Ozana von Kotor (1493–1565) ein bedeutender Wallfahrtsort. Sie wurde in eine orthodoxe Familie geboren, konvertierte zum Katholizismus und wurde eine dominikanische Klausnerin, die in einer an die Kirche angebauten Zelle ein Leben des Gebets und der Abgeschiedenheit führte. Als Beschützerin der Stadt verehrt, suchten die Menschen von Kotor in Konfliktzeiten ihren Rat. Ihr unversehrter Leichnam, der ursprünglich in der Kirche des Heiligen Paulus aufbewahrt wurde, wurde 1807 in die Marienkirche überführt und wird nun in einem gläsernen Sarkophag zur Verehrung aufbewahrt.

Kunst und Artefakte

Im Inneren birgt die Kirche mehrere Kunstschätze. Fragmente mittelalterlicher Fresken aus dem 14. Jahrhundert, die zum Teil griechischen Künstlern zugeschrieben werden, sind noch sichtbar. Diese Fresken tragen Inschriften in Latein, Kyrillisch und Griechisch und zeigen Einflüsse der byzantinischen Palaiologen-Zeit. Ein moderneres, aber nicht weniger markantes Merkmal sind die bronzenen Eingangstüren. Diese im 20. Jahrhundert hinzugefügten Türen zeigen detailreiche Basreliefs mit Szenen aus dem Leben der seligen Ozana. Die Kirche betreibt auch ein Museum, das gegen Gebühr eine Sammlung religiöser Artefakte aus dem Mittelalter und der Renaissance zeigt.

FAQ

Wofür ist die Stiftskirche St. Marien in Kotor am bekanntesten?

Die Kirche ist vor allem dafür bekannt, dass sie den unversehrten Leichnam der seligen Ozana von Kotor (1493–1565) in einem gläsernen Sarkophag beherbergt. Sie ist auch für ihre romanische Architektur von 1221 bekannt und dafür, dass sie auf den Fundamenten einer Basilika aus dem 6. Jahrhundert erbaut wurde.

Wer war die selige Ozana von Kotor?

Die selige Ozana war eine dominikanische Klausnerin, die in einer an die Kirche angebauten Zelle ein Leben in Abgeschiedenheit und Gebet führte. Sie wurde orthodox geboren, konvertierte zum Katholizismus und wurde als Beschützerin der Stadt verehrt. Ihr Leichnam wurde 1807 in die Kirche überführt.

Wie alt ist die Marienkirche?

Die heutige romanische Kirche wurde 1221 geweiht. Sie steht jedoch auf den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert, was diesen Ort seit über 1500 Jahren zu einer Stätte der Andacht macht.

War diese Kirche die erste Kathedrale von Kotor?

Archäologische Beweise, einschließlich der Entdeckung eines antiken Baptisteriums unter dem heutigen Bauwerk, deuten darauf hin, dass sich am Standort der Stiftskirche St. Marien die ursprüngliche Kathedrale von Kotor befunden haben könnte.

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