Altes Rathaus Szczecin: Ein historischer architektonischer Hybrid - Szczecin
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Altes Rathaus Szczecin: Ein historischer architektonischer Hybrid

Szczecin, Poland

Der kunstvoll verzierte historische Giebel und die Fassade des Alten Rathauses stehen als unverwüstliches Wahrzeichen im alten Stadtviertel. Das Rathaus zeigt buchstäblich zwei Gesichter, aufgeteilt zwischen Mittelalter und Barock.

Ein architektonischer Hybrid

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg beließ man das Gebäude ganz bewusst als architektonischen Hybriden. Denkmalpfleger stellten die nordöstliche Fassade und den Fialengiebel in ihrer gotischen Gestalt aus dem 15. Jahrhundert wieder her, während sie die barocken Voluten und Putzarbeiten des 18. Jahrhunderts an der Südwestseite bewahrten. Die glatte, glasige Oberfläche der Außenwände zeigt abwechselnde Bänder aus roten und dunkel flaschengrün glasierten Ziegeln.

Zentrum bürgerlicher Macht

Eingebettet zwischen Heumarkt und Neuem Markt entwickelte sich der Ort nach der Verleihung des Magdeburger Stadtrechts durch Herzog Barnim I. im 13. Jahrhundert zum administrativen, juristischen und wirtschaftlichen Herzen Szczecins. Der heutige spätgotische Bau entstand im späten 14. bis frühen 15. Jahrhundert als Ersatz für eine hölzerne Halle aus dem 13. Jahrhundert. Sein gotischer Entwurf wird der Werkstatt des Baumeisters Hinrich Brunsberg zugeschrieben. Im Dezember 1570 erlangte das Rathaus internationale Bedeutung, als hier der Kongress tagte, der mit dem Frieden von Stettin den Nordischen Siebenjährigen Krieg beendete.

Zerstörung und polnische Denkmalpflege

Das Gebäude erlitt bei Artilleriebelagerungen in den Jahren 1659 und 1677 schwere Schäden, was zu barocken Umbauten im frühen 18. Jahrhundert führte. Bis 1879 diente es als Sitz der Stadtverwaltung, bevor es zu Büros, Wohnungen und Lagerflächen umfunktioniert wurde. Nach den alliierten Bombenangriffen von 1944 völlig ausgebrannt, wurde die Ruine zwischen 1968 und 1975 nach den Grundsätzen der polnischen Denkmalpflegeschule komplett wiederaufgebaut. Rund zwei Jahrzehnte nach diesem Wiederaufbau stand das Rathaus fast völlig isoliert auf einer Grasfläche, bis die umliegenden Bürgerhäuser Ende der 1990er-Jahre auf ihren mittelalterlichen Grundrissen neu errichtet wurden.

Museum und Kellerbrauerei

Heute bildet das Alte Rathaus den Mittelpunkt der historischen Unterstadt nahe dem Oderufer. Es beherbergt das Museum für Stadtgeschichte Szczecin, eine Zweigstelle des Nationalmuseums Szczecin, und präsentiert Exponate aus der schwedischen, preußischen, deutschen und polnischen Epoche der Stadt. Im Untergrund verbirgt sich im gotischen Gewölbekeller die Browar Wyszak, ein unabhängiges Restaurant mit eigener Craft-Beer-Brauerei. Ihren Namen verdankt die Brauerei Wyszak, einem slawischen Kaufmann und Freibeuter des 12. Jahrhunderts, der in mittelalterlichen Chroniken erwähnt wird. Direkt vor dem Eingang steht auf dem Platz eine moderne Bronzeskulptur mit dem Titel „Wielki Łuk“ (Großer Bogen, 1991), geschaffen vom in Stettin geborenen Künstler Bernhard Heiliger.

FAQ

Was befindet sich heute im Alten Rathaus von Szczecin?

In den oberen Stockwerken beherbergt das Gebäude das Museum für Stadtgeschichte Szczecin, während im gotischen Gewölbekeller die unabhängige Gasthausbrauerei Browar Wyszak untergebracht ist.

Wann wurde das Alte Rathaus in Szczecin erbaut?

Das ursprüngliche Holzgebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der heutige Backsteinbau entstand Ende des 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts, erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts barocke Umbauten und wurde zwischen 1968 und 1975 umfassend rekonstruiert.

Warum weist das Alte Rathaus zwei verschiedene Baustile auf?

Nach den Zerstörungen von 1944 bauten Denkmalpfleger das Rathaus als architektonischen Hybriden wieder auf. Die Nordostseite wurde in ihrer gotischen Form aus dem 15. Jahrhundert wiederhergestellt, während an der Südwestseite die barocken Details des 18. Jahrhunderts erhalten blieben.

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