Die Philharmonie Stettin: Polens gläserne Architektur - Szczecin
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Ziel

Die Philharmonie Stettin: Polens gläserne Architektur

Szczecin, Poland

Wie ein zeitgenössischer Eisberg aus Kristall ragt das Bauwerk auf den Grundmauern eines verlorenen Konzerthauses aus dem 19. Jahrhundert empor. An der Ulica Małopolska 48, unweit des Platzes der Solidarität, bildet die Mieczysław-Karłowicz-Philharmonie das Herzstück von Stettins moderner Renaissance nach Krieg und Industriezeitalter.

Ein kristallines Meisterwerk

Entworfen vom Architekturbüro Barozzi Veiga in Zusammenarbeit mit Studio A4, wurde das markante Gebäude 2015 mit dem Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur ausgezeichnet. Das Bauwerk wird von einer doppelschaligen Glashülle mit integriertem, ausgeklügeltem LED-System geprägt. Tagsüber präsentiert sich die Fassade als mattweißer Monolith, nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sie sich in eine leuchtende Laterne mit wechselnden Farben.

Trotz der hochmodernen Ästhetik verneigt sich die Architektur vor ihrer Umgebung. Die zickzackförmige Satteldachgeometrie greift die vertikalen Proportionen und Giebel der nahen neugotischen Backsteinbauten auf und tritt in einen direkten architektonischen Dialog mit den Nachbargebäuden aus dem 19. Jahrhundert.

Echos der Vergangenheit

Das moderne Gebäude steht exakt auf dem Grundriss des ursprünglichen deutschen Konzerthauses von 1884. Die historische Spielstätte wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1962 schließlich abgerissen. Nach ihrer Neugründung im Jahr 1948 musste die Stettiner Philharmonie über Jahrzehnte hinweg mit einem Flügel des örtlichen Rathauses vorliebnehmen.

2004 initiierte die Stadt ein Projekt, um dem historischen Grundstück wieder ein eigenes Konzerthaus zu schenken. Daraus ging 2007 ein internationaler Architekturwettbewerb hervor. Im September 2014 öffnete der Neubau offiziell seine Pforten, feierlich eingeweiht mit einer eigens vom Orchester gespielten Fanfare aus der Feder des Komponisten Krzysztof Penderecki.

Akustik von Weltklasse

Im Inneren fungiert das Gebäude als Konzertsaal, Kulturzentrum und urbaner Treffpunkt für Sinfoniekonzerte, Kammermusikabende und Festivals für experimentelle Musik. Der Hauptsaal ist der Sinfoniesaal mit knapp 1.000 Plätzen. In diesem Raum wird die Akustik durch dreieckige, mit Blattgold veredelte Wand- und Deckenelemente geformt, die präzise nach der mathematischen Fibonacci-Folge angeordnet sind.

Der kleinere Kammermusiksaal bietet rund 200 Gästen Platz. Seine Nachhallzeit wurde bis auf die Hundertstelsekunde genau auf das theoretische Modell abgestimmt, was ihm vor Ort den Namen „akustisches Juwel“ einbrachte. Über die Konzertsäle hinaus verfügt das Gebäude über ein mehrstöckiges, reinweißes Foyer, das als öffentliche Ausstellungsgalerie und lebendiger Treffpunkt für die Stadt dient.

FAQ

Wer hat die Philharmonie Stettin entworfen?

Das Gebäude wurde vom Architekturbüro Barozzi Veiga in Zusammenarbeit mit Studio A4 entworfen. Der Entwurf gewann 2015 den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur.

Was befand sich vor dem modernen Bau auf diesem Grundstück?

Der moderne Bau steht auf dem Grundriss des ehemaligen deutschen Konzerthauses von 1884, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1962 abgerissen wurde.

Was macht die Akustik im Sinfoniesaal so besonders?

Die Akustik im fast 1.000 Plätze fassenden Sinfoniesaal wird durch dreieckige, mit Blattgold belegte Wand- und Deckenelemente geformt, die nach der mathematischen Fibonacci-Folge angeordnet sind.

Wie verwandelt sich das Gebäude bei Nacht?

Das Gebäude verfügt über eine doppelschalige Glashülle mit integriertem LED-Lichtsystem. Während es tagsüber wie ein mattweißer Monolith wirkt, verwandelt es sich nach Einbruch der Dunkelheit in eine leuchtende Laterne mit wechselnden Farben.

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