Denkmal für Schlachttiere in Breslau: Stare Jatki - Wrocaw
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Denkmal für Schlachttiere in Breslau: Stare Jatki

Wrocaw, Poland

In der historischen Altstadt von Breslau bewahrt die kopfsteingepflasterte Gasse Stare Jatki hinter ihren restaurierten Fachwerkfassaden jahrhundertealte Stadtgeschichte. Direkt ins Pflaster eingelassen ist eine Bronzeplakette mit der Inschrift „Ku czci Zwierząt Rzeźnych / Konsumenci“ („Zu Ehren der Schlachttiere / Die Verbraucher“). Dieses Denkmal erweist zusammen mit einer Herde lebensgroßer Bronzetiere jenem Nutzvieh die Ehre, das die Stadt über mehr als sieben Jahrhunderte Fleischerhandwerk hinweg ernährte.

Die Geschichte von Stare Jatki und das Fleischerhandwerk im Mittelalter

Stare Jatki verbindet die Malarska- und die Odrzańska-Straße, gleich nordwestlich des Breslauer Rings. Aufzeichnungen belegen, dass hier schon 1242 Fleischer am Werk waren. Ursprünglich unterstanden die Stände herzoglicher Kontrolle, bis Herzog Bolesław II. Rogatka sie Mitte des 14. Jahrhunderts an den Stadtrat übertrug und so einen geordneten Fleischmarkt schuf.

Zu ihrer Blütezeit zählte die Gasse 48 Fleischbänke, aufgeteilt in zwei parallele Reihen von je 24 Ständen. Sie lagen einander gegenüber, getrennt durch eine mittige Abwasserrinne zur Entsorgung der Schlachtabfälle. Mit der Zeit stockte man die Stände um Obergeschosse aus Holz und Fachwerk auf, um Wohnraum für Lehrlinge und Gesellen zu schaffen. Ab Mitte des 18. und im 19. Jahrhundert veranlassten wachsende hygienische Bedenken die Stadtverwaltung dazu, das Schlachten aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand zu verlegen. Nach schweren Zerstörungen im Jahr 1945 während der Schlacht um Breslau wurde die Gasse zwischen den 1950er-Jahren und 1978 behutsam rekonstruiert, wodurch ihr historisches Kopfsteinpflaster und die Holzarchitektur zu neuem Leben erwachten.

Die Bronzeherde und ihre bildhauerischen Details

1997 initiierte Piotr Wieczorek, der damalige Vorsitzende des Breslauer Verbands Bildender Künstler und Designer (ZPAP), das Denkmal Ku czci Zwierząt Rzeźnych (Zu Ehren der Schlachttiere). Von lokalen Bildhauern geschaffen, stehen die Nutztiere aus Bronze ohne Sockel direkt auf dem Kopfsteinpflaster. Zur Gruppe gehören eine Ziege, eine Sau, ein Ferkel, eine Gans samt Ei, eine Ente, ein Kaninchen, ein überlebensgroßer Hahn, ein 2017 hinzugekommenes Kalb und eine Henne aus dem Jahr 2022.

Die Skulpturen überraschen mit lebensechten Details, die direkt in Bronze gegossen wurden, darunter kleine Köttel hinter der Ziege und ein Ei unter der Gans. Anders als der Rest der Herde steht der stattliche Hahn nicht auf Straßenhöhe, sondern thront oben auf einem Mauervorsprung und blickt auf den Eingang an der Ulica Odrzańska herab. Als das Ensemble 2017 erweitert wurde, entschieden sich die Künstler ganz bewusst für ein Kalb statt einer ausgewachsenen Kuh, damit das Kunstwerk den Durchgang für Passanten in der engen Gasse nicht versperrt.

Traditionen und das moderne Künstlerviertel

Heute bildet der ruhige, schattige Durchgang von Stare Jatki eine ganz eigene Oase der Sinne, abgeschirmt vom Straßenlärm durch die tiefen hölzernen Dachüberstände. Dass Passanten die Herde seit Jahrzehnten ins Herz schließen, sieht man den Figuren an: Die Bronzeohren des Kaninchens und die Schnauze des Ferkels sind spiegelblank gerieben, eine Geste, die dem lokalen Volksglauben nach Glück und Wohlstand bringen soll. Nahe einem der Eingänge steht der Krasnal Rzeźnik (der Fleischerzwerg), eine Miniaturfigur mit Axt und Fleischerbeil, die die Gasse mit Breslaus berühmter stadtweiter Zwergensuche verbindet.

Obwohl ihre Wurzeln im Fleischhandel liegen, hat sich die Stare Jatki in eine lebendige Künstlerkolonie verwandelt. In den einstigen Fleischbänken befinden sich heute Werkstätten und Ateliers für zeitgenössische Kunst, Glasmalerei, Keramik, Schmuck und Rahmenbau. Die Gasse beherbergt kreative Institutionen wie die Galeria Domus, die Galeria Tkacka Na Jatkach und den regionalen Sitz des Verbands Bildender Künstler und Designer. Als stimmungsvoller Durchgang verbindet sie das Stadtzentrum mit dem Universitätsviertel und dem Ufer der Oder.

FAQ

Warum wurde das Denkmal um ein Kalb statt um eine ausgewachsene Kuh ergänzt?

Bei der Erweiterung der Installation im Jahr 2017 entschieden sich die Bildhauer für ein Bronzekalb, weil eine ausgewachsene Kuh den Durchgang für Fußgänger in der engen mittelalterlichen Gasse versperrt hätte.

Was besagt die Inschrift auf der Bodenplatte?

Die ins Kopfsteinpflaster eingelassene Bronzeplakette trägt die Aufschrift „Ku czci Zwierząt Rzeźnych / Konsumenci“, was übersetzt „Zu Ehren der Schlachttiere / Die Verbraucher“ bedeutet.

Welche Geschichte steckt hinter der Gasse Stare Jatki?

Bereits 1242 gingen hier Fleischer ihrem Gewerbe nach. Mitte des 14. Jahrhunderts richtete die Stadt einen organisierten Fleischmarkt ein, der schließlich 48 Verkaufsstände umfasste, bevor das Schlachten im 18. und 19. Jahrhundert an den Stadtrand verlegt wurde.

Wie werden die ehemaligen Fleischbänke heute genutzt?

In den restaurierten Fachwerkhäuschen befindet sich heute ein Künstlerviertel mit unabhängigen Galerien für zeitgenössische Kunst, Werkstätten für Keramik und Glasmalerei, Schmuckateliers, Rahmenhandlungen sowie dem regionalen Sitz des Verbands Bildender Künstler und Designer.

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