
Kloster Stavropoleos: Bukarests Juwel aus dem 18. Jahrhundert
Die Kirche des Klosters Stavropoleos ist ein orthodoxes Nonnenkloster im Herzen von Bukarest. Gegründet im Jahr 1724, ist dieser kleine, aber bedeutende Ort ein gefeiertes Beispiel für den Brâncoveanu-Stil, einen einzigartigen rumänischen Architekturstil, der meisterhaft byzantinische, osmanische, barocke und Elemente der späten italienischen Renaissance miteinander verbindet.
Eine Geschichte von Gründung und Erneuerung
Die Geschichte des Klosters begann 1724, als der griechische Archimandrit Ioanichie Stratonikeas es im Innenhof seines Gasthauses gründete. Dies war damals eine gängige Praxis, um die finanzielle Unterstützung der Ordensgemeinschaft zu sichern. 1726 wurde Ioanichie Metropolit von Stavropolis und gab seiner neuen Gründung damit ihren Namen. Er wurde 1742 in der Kirche beigesetzt.
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des Niedergangs, da der Komplex durch Erdbeben und Brände beschädigt wurde. Dies führte zum Abriss des ursprünglichen Gasthauses und der Klostergebäude, sodass rund 100 Jahre lang nur die Kirche erhalten blieb. Zwischen 1904 und 1940 fand unter der Leitung des Architekten Ion Mincu ein großes Restaurierungsprojekt statt, bei dem auch neue Nebengebäude im neorumänischen Stil entworfen wurden. Im Jahr 2008 wurde der Ort offiziell wieder für Nonnen geöffnet und damit die klösterliche Tradition wiederbelebt.
Ein lebendiges spirituelles und kulturelles Zentrum
Heute ist Stavropoleos ein aktives Kloster für eine Gemeinschaft von Nonnen. Es dient als lebendiger Ort des Gottesdienstes und als bedeutendes Kulturzentrum, in dem Konzerte mit byzantinischer Musik und andere Veranstaltungen stattfinden. Der Chor des Klosters ist bekannt für die Aufführung eines seltenen neobyzantinischen Musikstils, der sich durch eine einzelne Gesangsstimme auszeichnet, die von einem lang angehaltenen Grundton, dem sogenannten „Ison“, getragen wird.
Der ruhige Innenhof bietet einen friedlichen Rückzugsort vom geschäftigen Treiben der Altstadt. Er dient auch als Freilicht-Lapidarium, in dem eine Sammlung von Steinkreuzen und Architekturfragmenten ausgestellt ist, die aus anderen Bukarester Kirchen gerettet wurden, welche während der kommunistischen Ära abgerissen worden waren.
Eine Gemeinschaft von Gelehrten und Kunsthandwerkerinnen
Über ihre spirituellen Pflichten hinaus sind die dort lebenden Nonnen hochgebildet, viele von ihnen haben promoviert und sprechen mehrere Sprachen. Diese Gemeinschaft widmet sich der Bewahrung des religiösen Erbes und übernimmt die filigrane Restaurierung alter Bücher, Ikonen und Priestergewänder. Ein bemerkenswertes Beispiel ihrer Expertise ist, dass die Nonnen sogar spezielle Buchrestaurierungen für den Vatikan durchführen.
Das Kloster beherbergt eine Bibliothek mit über 8.000 Büchern, darunter die größte Sammlung byzantinischer Musikbücher in Rumänien. Ein laufendes Projekt zielt darauf ab, diese alten Texte zu digitalisieren und sie über eine virtuelle Bibliothek zugänglich zu machen.
FAQ
Wann wurde das Kloster Stavropoleos gebaut?
Die Kirche des Klosters Stavropoleos wurde 1724 von ihrem Gründer, dem griechischen Archimandriten Ioanichie Stratonikeas, erbaut. Der Bau wurde am 30. Oktober desselben Jahres fertiggestellt.
Welchen Architekturstil hat das Kloster Stavropoleos?
Die Klosterkirche ist ein Paradebeispiel für den Brâncoveanu-Stil, eine einzigartige rumänische Architekturform, die Einflüsse aus Byzanz, dem Osmanischen Reich, dem Barock und der späten italienischen Renaissance kombiniert.
Was ist das Besondere an den Nonnen im Kloster Stavropoleos?
Die Gemeinschaft der Nonnen ist hochgebildet und viele von ihnen besitzen höhere akademische Grade. Sie sind talentierte Kunsthandwerkerinnen, die sich auf die Restaurierung alter Bücher, Ikonen und Gewänder spezialisiert haben und sogar Restaurierungsarbeiten für den Vatikan durchführten.
Kostet der Eintritt in das Kloster Stavropoleos etwas?
Nein, der Eintritt in das Kloster Stavropoleos ist für alle Besucher kostenlos.



