
Piața Aurarilor: Sibius historischer Goldschmiedeplatz
Der Piața Aurarilor, auch Goldschmiedeplatz genannt, ist ein historischer Platz im rumänischen Sibiu (Hermannstadt), der sich seinen ausgeprägt mittelalterlichen Charakter bewahrt hat. Er liegt in der Unterstadt (Orașul de Jos) und war einst das Zentrum der blühenden Goldschmiedewerkstätten der Stadt. Die strategische Lage des Platzes war in die zweite Verteidigungsmauer von Sibiu integriert, die nach dem Mongolensturm im 12. Jahrhundert errichtet wurde.
Ein Zentrum des Handwerks
Der Piața Aurarilor war ein zentraler Knotenpunkt für die Hermannstädter Goldschmiedezunft, eine so angesehene Organisation, dass sie als Vorbild für andere Goldschmiedeverbände in ganz Siebenbürgen diente. Die gemeinsame Arbeit der Handwerker auf diesem Platz war entscheidend für den wirtschaftlichen Wohlstand Sibius und seinen Ruf als bedeutendes mittelalterliches Handelszentrum, das hochwertige Waren wie Schmuck exportierte. Dieses Handwerkerzentrum in der Unterstadt ergänzte die Oberstadt, in der die wohlhabenderen Kaufleute ansässig waren.
Architektur und historische Passagen
Der Platz ist von Gebäuden aus dem 15. bis 18. Jahrhundert umgeben, die eine malerische mittelalterliche Ästhetik bewahren. Bemerkenswerte Bauten sind die Häuser mit den Nummern 1 und 2, die aus dem Jahr 1567 stammen. Ein charmanter Durchgang, die Goldschmiedepassage (Pasajul Aurarilor), verbindet den Platz mit dem größeren Kleinen Ring (Piața Mică) und führt unter einem Haus hindurch. Ein weiterer Durchgang, die Goldene Passage, führt vom Platz zum Goldnerturm, einem Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert.
Eine Geschichte der vielen Namen
Obwohl der Platz heute fest mit seiner handwerklichen Vergangenheit verbunden ist, hat sich seine Identität im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Erstmals 1496 als „Beym Fingerligsbrunnen“ urkundlich erwähnt, war er später als „Unter der Fingerlingstreppe“ (1637) und „Fingerlingsplatz“ (1872) bekannt. Während der kommunistischen Ära wurde er 1947 kurzzeitig in „P-ța I. C. Frimu“ umbenannt. Sein heutiger Name, Piața Aurarilor, wurde 1970 offiziell wiederhergestellt, um sein historisches Erbe zurückzugewinnen.
Der Platz heute
Heute ist der Piața Aurarilor eine ruhige, romantische Fußgängerzone. Der Duft von frisch geröstetem Kaffee liegt oft in der Luft. Er strömt aus der Kaffeerösterei NOD Prăjitoria de cafea, einem Café, das seine Bohnen vor Ort röstet. Das Café organisiert auch lokale Gemeinschaftsveranstaltungen. Auf dem Platz gibt es außerdem eine Pension und in der Nähe ein Restaurant. Für Autofahrer gibt es öffentliche Parkplätze in der nahegelegenen Strada 9 Mai.
Verborgene Spuren der Vergangenheit
Mehrere subtile Hinweise deuten auf die lange Geschichte des Platzes hin. Eine facettierte Steinsäule vor dem Haus Nummer 9 markiert den ehemaligen Standort eines Brunnens mit Röhren, der erstmals 1496 urkundlich erwähnt wurde. Zudem floss einst ein alter Bach durch den Hof des Gebäudes mit der Nummer 10, der Wasser von den oberen Plätzen zum Fluss Cibin leitete.
FAQ
Was ist die Geschichte des Piața Aurarilor?
Der Piața Aurarilor, auch Goldschmiedeplatz genannt, war historisch das Viertel der Goldschmiedewerkstätten in Sibiu. Er wurde erstmals 1496 erwähnt, war ein wichtiger Knotenpunkt für die renommierte Goldschmiedezunft der Stadt und spielte als mittelalterliches Handwerkszentrum eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft Sibius.
Wie ist der Piața Aurarilor mit anderen Teilen von Sibiu verbunden?
Der Platz ist über die malerische Goldschmiedepassage (Pasajul Aurarilor) mit dem Kleinen Ring (Piața Mică) verbunden. Vom Platz aus bietet die Goldene Passage Zugang zum Goldnerturm aus dem 13. Jahrhundert, der Teil der alten Stadtbefestigung ist.
Warum wird der Platz Goldschmiedeplatz genannt?
Der Platz war das historische Zentrum der Hermannstädter Goldschmiedezunft, die als Vorbild für ähnliche Zünfte in ganz Siebenbürgen galt. Obwohl sein Name mehrmals wechselte, wurde er 1970 offiziell in Piața Aurarilor (Goldschmiedeplatz) umbenannt, um dieses Erbe zu würdigen.



