
Augusteum und Decumanus: Das Herz des römischen Cartagena
Das Zentrum des römischen Cartagena
Im Herzen des modernen Cartagena in Spanien liegen die Überreste seiner römischen Vergangenheit als Carthago Nova. Der Tempel Augusteum und die Straße Decumanus Maximus eröffnen eine doppelte Perspektive auf diese antike Hafenstadt und beleuchten sowohl ihre politische und religiöse Hingabe an das Römische Reich als auch das praktische Alltagsleben ihrer Bewohner.
Das Augusteum: Ein Tempel für einen Kaiser
Das Augusteum war ein römischer Tempel, der dem vergöttlichten Kaiser Augustus geweiht war. Es wurde in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaut und diente als Sitz des Kollegiums der Augustalen, Priestern, die für den Kaiserkult zuständig waren. Diese Institution war entscheidend für die Verbreitung der imperialen Ideologie durch religiöse Zeremonien und beeindruckende Architektur, zu der Marmorfußböden und Antefixe aus Terrakotta zählten. Der Tempel war fester Bestandteil des römischen Forumsviertels, dem Herzen der Stadt, das heute unter der modernen Plaza de San Francisco liegt. Das Augusteum war bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch, bevor es aufgegeben wurde.
Der Decumanus Maximus: Die Hauptschlagader einer Stadt
Als wichtigste Ost-West-Achse von Carthago Nova wurde der Decumanus Maximus zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. angelegt. Er war keine zeremonielle Prachtstraße, sondern eine geschäftige „Arbeitsstraße“, die für den täglichen Handel und Verkehr von entscheidender Bedeutung war. Die mit großen polygonalen Steinplatten gepflasterte Straße zeugt von fortschrittlicher römischer Ingenieurskunst, einschließlich eines ausgeklügelten Kanalsystems, das unter der Fahrbahn zur Entsorgung von Abwasser und Regenwasser gebaut wurde. Archäologische Spuren auf den erhaltenen Steinen sind die sichtbaren Wagenspuren, die sogenannten orbitae, die absichtlich eingekerbt wurden, um Karren durch die belebte Straße zu leiten. Reste von Gehwegen und ehemaligen Geschäften deuten ebenfalls auf das rege Handelsleben der Straße hin.
Wiederentdeckung und moderne Erhaltung
Ein bedeutender Teil des Decumanus Maximus wurde 1968 nach dem Abriss eines Kasernengebäudes wiederentdeckt. Heute sind Abschnitte dieser antiken Straße als zugängliche archäologische Stätte erhalten, die es Besuchern erlaubt, auf den originalen Pflastersteinen zu gehen. Die Überreste des Augusteums sind in einem unterirdischen Museum untergebracht, das in den größeren Komplex des Römischen Forum-Museums integriert ist. Das Museum ist barrierefrei und unter anderem mit Rampen für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Kürzliche städtebauliche Verbesserungen haben die Umgebung in eine Fußgängerzone umgewandelt, was den Besuch dieser historischen Stätten noch eindrücklicher macht.
FAQ
Was war das Augusteum in Cartagena?
Das Augusteum war ein römischer Tempel im antiken Carthago Nova (dem heutigen Cartagena), der dem Kult des Kaisers Augustus geweiht war. Es diente als Sitz des Priesterkollegiums der sogenannten Augustalen und war Teil des römischen Forumsviertels der Stadt.
Welche Bedeutung hat der Decumanus Maximus?
Der Decumanus Maximus war die Hauptstraße in Ost-West-Richtung im römischen Cartagena. Er war eine lebenswichtige Verkehrsader für den täglichen Handel und Transport und zeugt von fortschrittlicher Ingenieurskunst, wie einem unterirdischen Kanalsystem und tiefen, in den Stein gehauenen Wagenspuren, die Karren den Weg wiesen.
Wann wurden das Augusteum und der Decumanus erbaut?
Der Decumanus Maximus wurde zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Das Augusteum entstand später, in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr., ein Datum, das gegenüber früheren Schätzungen korrigiert wurde.
Kann man das Augusteum und den Decumanus heute besichtigen?
Ja, das Augusteum ist ein unterirdisches Museum innerhalb des Museumskomplexes des Römischen Forums. Teile des Decumanus Maximus sind als zugängliche archäologische Stätte erhalten, wo Besucher die originalen Pflastersteine sehen können.



