
Praza das Praterías: Der Platz der Silberschmiede in Santiago
Die Praza das Praterías, der Platz der Silberschmiede, ist einer der vier Hauptplätze, die die prachtvolle Kathedrale von Santiago de Compostela umgeben. Dieser historische Platz zeichnet sich durch seine einzigartige Ansammlung architektonischer Schätze aus, darunter die einzige erhaltene romanische Fassade der Kathedrale, ein kunstvoller Brunnen und ein überraschend trügerisches Barockgebäude.
Eine in Silber geschmiedete Geschichte
Der Name des Platzes leitet sich von den mittelalterlichen Silberschmiedezünften ab, deren Werkstätten einst den Bereich unter dem Kreuzgang der Kathedrale säumten. Im 11. Jahrhundert als Teil des Stadtentwicklungsplans von Erzbischof Diego Gelmírez angelegt, entwickelte er sich zu einem lebhaften Handelszentrum. Handwerker, darunter Lederarbeiter, Gagat-Schnitzer und Verkäufer von Jakobsmuscheln, richteten sich mit ihrem Angebot an die Pilger, die vom Jakobsweg kamen. Das heutige Erscheinungsbild des Platzes, eine Mischung aus Renaissance- und Barockstil, entstand zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert. Seine Geschichte ist aber auch von Unruhen geprägt, so verursachten Volksaufstände im frühen 12. Jahrhundert schwere Schäden an der Südfassade der Kathedrale, die umfangreich wiederaufgebaut werden musste.
Architektonische Höhepunkte
Die Praza das Praterías ist wie eine komprimierte Zurschaustellung der vielschichtigen Geschichte Santiagos, mit Elementen der Romanik, Gotik und des Barocks. Die Südfassade der Kathedrale, bekannt als Puerta de las Platerías und aus dem Jahr 1103 stammend, ist das einzige original erhaltene romanische Portal der Kathedrale.
In der Mitte steht der Fonte dos Cabalos (Pferdebrunnen), der um 1825 hinzugefügt wurde. Dieser Brunnen mit seinen vier Pferdeköpfen inspirierte bekanntermaßen Federico García Lorcas Gedicht „Tanz des Mondes in Santiago“.
Gegenüber der Kathedrale befindet sich die Casa do Cabildo, ein barockes Zunfthaus, das 1758 fertiggestellt wurde. Dieses prachtvolle Gebäude, entworfen von Clemente Fernández Sarela, birgt ein Geheimnis: Es ist eine reine Kulissenfassade, nur etwa drei Meter tief, die errichtet wurde, um den Platz zu verschönern und einzurahmen. Weitere bemerkenswerte Bauten sind der romanische Pazo de Xelmírez (1120-1134) und der teilweise sichtbare Berenguela-Turm (Uhrturm).
Der Platz heute
Die Praza das Praterías ist nach wie vor ein belebter Treffpunkt für Einheimische, Touristen und Pilger. Straßenkünstler und Musiker tragen oft zur lebendigen Atmosphäre bei und machen den Platz zu einem beliebten Sammelpunkt. Die Umgebung ist voller Restaurants, Cafés und Geschäfte, die lokales Kunsthandwerk und religiöse Artikel verkaufen, und einige Silberschmiede sind hier immer noch tätig. Die Casa do Cabildo dient heute als Ausstellungsraum für Kunst. Für viele moderne Pilger ist der Platz der Haupteingang zur Kathedrale, besonders während andere Eingänge restauriert werden.
FAQ
Warum heißt der Platz Praza das Praterías?
Der Platz ist nach den mittelalterlichen Silberschmieden (praterías) benannt, die hier ihre Werkstätten hatten und ihre Waren an Pilger verkauften.
Was ist das überraschendste Merkmal des Platzes?
Die Casa do Cabildo, ein prachtvolles Barockgebäude, ist in Wirklichkeit nur eine dekorative Fassade von etwa drei Metern Tiefe, die zur Verschönerung des Platzes errichtet wurde.
Was ist das historisch Besondere an der Fassade der Kathedrale auf diesem Platz?
Die Südfassade an der Praza das Praterías, die Puerta de las Platerías, ist das einzige original erhaltene romanische Portal der Kathedrale von Santiago de Compostela und stammt aus dem Jahr 1103.
Was ist der Fonte dos Cabalos?
Der Fonte dos Cabalos, oder Pferdebrunnen, ist der zentrale Brunnen auf dem Platz, der in den 1820er Jahren errichtet wurde. Er ist bekannt für seine vier Pferdeköpfe und als Inspiration für ein Gedicht von Federico García Lorca.



