
Old Slave Mart Museum in Charleston, SC
In einer historischen, kopfsteingepflasterten Straße in Charleston, South Carolina, steht das Old Slave Mart Museum. Das Gebäude in der Chalmers Street 6 mit seiner Stuckfassade, den achteckigen Säulen und dem zentralen Torbogen ist als ehemalige Sklavenauktionshalle stoischer Zeuge einer tiefgreifenden und schmerzhaften Geschichte.
Von Straßenauktionen zu Ryan’s Mart
Vor 1856 fanden öffentliche Sklavenauktionen in Charleston im Freien statt, vor allem in der Nähe des Exchange Building. Eine im selben Jahr erlassene städtische Verordnung verbot diese öffentlichen Straßenverkäufe, was zur Einrichtung privater, überdachter Auktionsstätten führte. Der Stadtrat und ehemalige Sheriff Thomas Ryan ergriff die Gelegenheit und gründete im Juli 1856 Ryan’s Mart in der Chalmers Street.
Der ursprüngliche Komplex war weitaus größer als das heutige Gebäude und erstreckte sich von der Chalmers bis zur Queen Street. Er umfasste ein vierstöckiges Gefängnis, ein sogenanntes Barracoon, in dem versklavte Menschen festgehalten wurden, sowie eine Küche und ein Leichenschauhaus. Diese anderen Gebäude wurden inzwischen abgerissen.
Die Auktionshalle
Im Jahr 1859 erwarb der Auktionator Z. B. Oakes das Grundstück und errichtete das heutige Gebäude eigens als Auktionshalle. Das mit neugotischen und romanischen Elementen gestaltete Gebäude wurde zu einer Drehscheibe für den innerstaatlichen Sklavenhandel, einem Unternehmen, das für die Wirtschaft Charlestons in der Vorkriegszeit von zentraler Bedeutung war. Anzeigen für die hier abgehaltenen Verkäufe erschienen in Zeitungen bis ins ferne Galveston, Texas.
Die Betriebszeit des Marktes war relativ kurz. Er war etwa sieben Jahre lang in Betrieb, bevor er 1863 wegen des Bombardements von Charleston durch die Unionstruppen während des Bürgerkriegs geschlossen wurde.
Ein Jahrhundert der Verwandlung
Nach dem Ende des Bürgerkriegs erlebte das Gebäude mehrere Verwandlungen. Um 1878 wurde es in Mietshäuser umgewandelt, die teilweise von frisch befreiten Schwarzen bewohnt wurden. Bis 1922 hatte sich sein Zweck erneut geändert und es wurde zu einem Autosalon. 1975 wurde das Gebäude in das National Register of Historic Places aufgenommen.
Die Entwicklung des Museums
1938 kaufte Miriam B. Wilson, die Tochter eines Unionsveteranen aus Ohio, das Gebäude. Sie gründete das Old Slave Mart Museum, das erste Museum in Amerika, das sich der Geschichte der Sklaverei widmete. Wilsons anfängliche Interpretation war umstritten, da ihre Ausstellungen die Überzeugung vertraten, die Sklaverei sei eine „zivilisierende Institution“ gewesen.
Die Stadt Charleston erwarb das Museum 1988. Nach einer Zeit der Erneuerung wurde es 2007 mit einem neuen Fokus wiedereröffnet. Heute konfrontiert das Museum die traumatische Geschichte des Sklavenhandels direkt, vermeidet Euphemismen und stellt die Geschichte ungeschminkt dar.
Das Old Slave Mart Museum heute
Das Museum, das der Stadt Charleston gehört und von ihr betrieben wird, konzentriert sich in seinen Ausstellungen speziell auf die Rolle des Ortes im innerstaatlichen Sklavenhandel zwischen 1856 und 1863. Durch Schautafeln, Artefakte wie Fesseln und Peitschen und eindringliche persönliche Erzählungen bietet das Museum einen Raum, um diese brutale Geschichte und ihre nachhaltigen Auswirkungen zu verstehen. Das Museumspersonal besteht oft aus Menschen, die ihre Abstammung auf versklavte Personen aus der Gegend von Charleston zurückführen können.
FAQ
Warum wurde der Old Slave Mart gebaut?
Der Old Slave Mart wurde gegründet, nachdem eine städtische Verordnung von Charleston im Jahr 1856 öffentliche Sklavenauktionen auf der Straße verboten hatte. Dadurch entstand ein Markt für private, überdachte Auktionsstätten. Das heutige Gebäude wurde 1859 vom Auktionator Z. B. Oakes als Auktionshalle errichtet.
Ist das Museum der gesamte ursprüngliche Sklavenmarkt?
Nein, das Museum ist in der ehemaligen Auktionshalle untergebracht. Der ursprüngliche Komplex, bekannt als Ryan’s Mart, war viel größer und umfasste auch ein vierstöckiges Sklavengefängnis (Barracoon), eine Küche und ein Leichenschauhaus, die alle inzwischen abgerissen wurden.
Wofür wurde das Gebäude des Old Slave Mart nach dem Bürgerkrieg genutzt?
Nach dem Bürgerkrieg diente das Gebäude verschiedenen Zwecken. Um 1878 wurde es als Mietshaus genutzt. Bis 1922 war es zu einem Autosalon umgebaut worden. 1938 wurde es gekauft und in ein Museum umgewandelt.
Wer betreibt das Old Slave Mart Museum heute?
Das Old Slave Mart Museum ist Eigentum der Stadt Charleston und wird von ihr betrieben. Es wurde 2007 mit dem erneuerten Auftrag wiedereröffnet, die Geschichte von Charlestons Rolle im innerstaatlichen Sklavenhandel zu vermitteln.


