Welterbemuseum Hallstatt: Geschichte und Artefakte - Hallstatt
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Welterbemuseum Hallstatt: Geschichte und Artefakte

Hallstatt, Austria

Direkt an der Seestraße im oberösterreichischen Hallstatt gelegen, dokumentiert das Welterbemuseum Hallstatt (auch bekannt als Museum Hallstatt) mehr als 7.000 Jahre Besiedlung und Handwerk der Region. Das Haus liegt an der Fußgängerzone zwischen Schiffsanlegestelle und Marktplatz und ist in einem denkmalgeschützten ehemaligen katholischen Pfarrhof untergebracht. Die Ausstellung schlägt den Bogen von archäologischen Funden bis zur Stadtgeschichte und zeigt, wie sich aus einer abgelegenen alpinen Ufersiedlung dank des Salzabbaus ein Handelszentrum von Weltrang entwickeln konnte.

Ursprünge des Museums Hallstatt

Seine Existenz verdankt das Haus dem beherzten Einsatz der Einheimischen im späten 19. Jahrhundert. 1884 gründeten die Bürger den Musealverein, um dem schwunghaften Privathandel und der Zerstreuung prähistorischer Funde aus dem Hochtal ein Ende zu setzen. Da sich die kaiserlichen Museen in Wien viele der wertvollsten Stücke sicherten, wollte der Verein wenigstens eine repräsentative Sammlung vor Ort in Hallstatt behalten.

Pünktlich zum 50. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. eröffnete 1898 ein eigenes städtisches Museum. 2002 wurde das Gebäude von Grund auf modernisiert und als zeitgemäßes multimediales Welterbemuseum neu eröffnet. Heute ist es ganzjährig geöffnet und lädt dazu ein, die Ausstellung mit zweisprachigen Texten auf Deutsch und Englisch sowie multimedialen Stationen völlig frei zu erkunden.

Die prähistorische Nekropole und die Hallstattzeit

Das Herzstück der archäologischen Sammlung geht auf das Jahr 1846 zurück. Damals stieß Johann Georg Ramsauer, Leiter des staatlichen Salzbergwerks, im Hochtal über dem Ort auf ein riesiges prähistorisches Gräberfeld. Über 17 Jahre hinweg dokumentierte Ramsauer akribisch fast 1.000 Gräber. Bei den Grabungen kam eine Fülle an Beigaben zum Vorschein: Waffen, Bronzegefäße, Bernstein und kunstvoll gearbeiteter Goldschmuck.

Diese Funde waren für die europäische Archäologie derart bahnbrechend, dass der schwedische Archäologe Hans Hildebrand die europäische Ältere Eisenzeit 1874 als „Hallstattzeit“ taufte. Die unverwechselbare materielle Kultur aus dem Alptal machte das beschauliche Dorf zum Leitfundort und Namensgeber einer ganzen Epoche, die von etwa 800 bis 450 v. Chr. reichte.

Salzkonservierung und seltene organische Artefakte

Neben Metallarbeiten und Schmuck birgt das Museum seltene organische Relikte, die prähistorische Ausgrabungen sonst fast nie überstehen. Tief im Berg wirkte das Salz der uralten Abbaustollen feuchtigkeitsentziehend und antiseptisch: Es stoppte jeden bakteriellen Zerfall und konservierte vergängliche Werkzeuge und Kleidung über Jahrtausende hinweg.

In den Vitrinen finden sich Tragsäcke aus Rohhaut, Bastfasern, Ledertaschen und Holzwerkzeuge, an denen sich feinste Strukturdetails erhalten haben. Rekonstruktionen der wohlhabenden „Salzherrengräber“ verdeutlichen die gesellschaftliche Kluft, die der lukrative Salzhandel schuf, während eine authentische Rauchküche das damalige Alltagsleben greifbar macht.

Regionale Entwicklung und die verlorene Salzleiche

Auch die großen Wendepunkte der Hallstätter Ortsgeschichte kommen nicht zu kurz. Schautafeln veranschaulichen den Bau der industriellen Soleleitung nach Ebensee im Jahr 1595 und widmen sich dem verheerenden Großbrand von 1750, der das architektonische Gesicht des Dorfes für immer veränderte.

Die Chronik berichtet zudem von kuriosen Begegnungen mit der konservierenden Kraft des Berges. 1734 entdeckten Bergleute eine vollständig intakte, vom Salz mumifizierte Urzeit-Leiche. Die örtliche Geistlichkeit beäugte den Fund allerdings mit Argwohn und ließ den Toten kurzerhand auf dem Friedhof begraben, wo sich die im Salz konservierten Überreste im feuchten Erdreich rasch auflösten.

FAQ

Warum wurde das Welterbemuseum Hallstatt gegründet?

Das Museum wurde 1884 vom örtlichen Musealverein gegründet, um den privaten Verkauf und die Zerstreuung prähistorischer Artefakte aus den umliegenden Salzbergwerken und dem Gräberfeld zu stoppen.

Warum wird die Ältere Eisenzeit als Hallstattzeit bezeichnet?

1874 benannte der schwedische Archäologe Hans Hildebrand die europäische Ältere Eisenzeit (etwa 800 bis 450 v. Chr.) nach Hallstatt, weil die dort gefundenen reichen Grabbeigaben die materielle Kultur jener Epoche maßgeblich definierten.

Was geschah mit dem mumifizierten Bergmann, der 1734 in Hallstatt gefunden wurde?

Als Bergleute 1734 einen intakten, im Salz konservierten prähistorischen Leichnam fanden, begegnete die örtliche Geistlichkeit dem Fund mit Misstrauen und ließ ihn auf dem Friedhof begraben, wo sich die Überreste im Boden rasch auflösten.

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