Innsbrucker Hofgarten: die Geschichte eines fürstlichen Gartens - Innsbruck
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Innsbrucker Hofgarten: die Geschichte eines fürstlichen Gartens

Innsbruck, Austria

Der Innsbrucker Hofgarten ist ein 10 Hektar großer, denkmalgeschützter Park am Rande der Innsbrucker Altstadt. Mit seiner über 600-jährigen Geschichte war diese öffentliche Grünanlage einst der private Garten der Habsburger und spiegelt die wechselnden kaiserlichen Vorlieben in der Landschaftsgestaltung über die Jahrhunderte wider.

Ein Garten im Wandel der Zeit

Die Ursprünge des Gartens gehen auf das frühe 15. Jahrhundert zurück, als Herzog Leopold IV. und sein Sohn Herzog Friedrich IV. die ersten Grundstücke erwarben. Zur Zeit Kaiser Maximilians I. diente das Gebiet als landesfürstliche Wiesen und Jagdrevier. Die Gartenkultur wurde erstmals 1504 in seinem Fischereibuch dokumentiert.

Zwischen 1564 und 1582 verwandelte Erzherzog Ferdinand II., ein hochgebildeter und kunstsinniger Fürst, das Gelände in einen prachtvollen Renaissance-Lustgarten. Diese Epoche war eine der extravagantesten in der Geschichte des Gartens. Der Erzherzog ließ einen eigenen Fasanengarten anlegen, der als fürstliche Menagerie diente und neben 3000 Fasanen auch exotische Tiere wie Bären, Löwen, Tiger und Meerkatzen beherbergte.

Ein dramatisches Ereignis trug sich am 14. April 1636 zu: Eine Explosion in einer nahegelegenen Pulvermühle verursachte einen Brand, der das Fasanenhaus und ein Sommerhaus zerstörte. Tragischerweise kamen zwei der kaiserlichen Löwen in den Flammen ums Leben. Später, im Jahr 1651, befahl Erzherzog Ferdinand Karl, der mehr Interesse an der Oper als am Gartenbau hatte, den Großteil des Geländes zur Futtergewinnung in Wiesen umzuwandeln.

Kaiserin Maria Theresia veranlasste im 18. Jahrhundert eine barocke Neugestaltung des Hofgartens, zeitgleich mit der Renovierung der angrenzenden Hofburg. Die letzte große Umgestaltung des Gartens fand um 1858 statt, als er nach den Entwürfen des berühmten Architekten Friedrich Ludwig von Sckell in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt wurde. Der Garten wurde 1793 offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wobei der Zugang nach 1848 nochmals deutlich erweitert wurde.

Der Hofgarten heute

Heute ist der Hofgarten ein beliebter öffentlicher Park für Einheimische und Besucher, mit weitläufigen Spazierwegen, altem Baumbestand, gepflegten Rasenflächen und Teichen. Er dient als ruhige Grünanlage mit Bänken, einem Kinderspielplatz und großen Freiluft-Schachbrettern, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Der Musikpavillon aus dem Jahr 1733 ist nach wie vor ein zentrales Element. Hier finden regelmäßig kostenlose Konzerte und Aufführungen statt, darunter Veranstaltungen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Während das Betreten der Zierrasenflächen einst verboten war, sind ausgewiesene Bereiche seit 2014 zum Picknicken freigegeben.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Palmenhaus, das eine Sammlung von über 5000 tropischen Pflanzenarten beherbergt und in der Regel wochentags zugänglich ist. Der Park wird von den Österreichischen Bundesgärten verwaltet. Das Fehlen eines permanenten Cafés, seit das alte 2019 abgebrannt ist, sorgt jedoch weiterhin für öffentliche Diskussionen.

FAQ

Wann wurde der Innsbrucker Hofgarten für die Öffentlichkeit geöffnet?

Der Hofgarten wurde 1793 offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach 1848 wurde der Zugang nochmals erweitert. Dies spiegelt den Wandel von einem exklusiven Adelsbereich zu einer öffentlichen städtischen Grünanlage wider.

Welche Geschichte hat der Innsbrucker Hofgarten?

Mit seiner über 600-jährigen Geschichte entwickelte sich der Hofgarten von einem Jagdrevier des 15. Jahrhunderts zu einem Renaissancegarten mit Menagerie, einem Barockpark unter Maria Theresia und schließlich zu seiner heutigen Form als englischer Landschaftsgarten, die um 1858 entstand.

Gab es jemals Tiere im Hofgarten?

Ja, im 16. Jahrhundert ließ Erzherzog Ferdinand II. im Hofgarten eine fürstliche Menagerie errichten. Dort lebten Bären, Löwen, Tiger, Affen und 3000 Fasane. Zwei der Löwen kamen 1636 bei einem Brand ums Leben.

Was kann man heute im Hofgarten machen?

Der Hofgarten ist ein 10 Hektar großer Erholungspark mit Spazierwegen, Picknickwiesen, Teichen und einem Kinderspielplatz. Er bietet einen Musikpavillon für kostenlose Konzerte, Freiluft-Schachbretter und ein Palmenhaus mit über 5000 tropischen Pflanzen.

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