Sultan-Selim-Moschee: Stolacs historisches Wahrzeichen - Stolac
© Scott Edmunds | CC BY 2.0
Ziel

Sultan-Selim-Moschee: Stolacs historisches Wahrzeichen

Stolac, Bosnia-and-herzegovina

Gründung und Stadtentwicklung

Die Sultan-Selim-Moschee (Sultan Selimova džamija), im Volksmund auch als Kaisermoschee (Careva džamija) oder Marktmoschee (Čaršijska džamija) bekannt, bildet das Herz des historischen Basars von Stolac in Bosnien und Herzegowina. Errichtet unter der Schirmherrschaft des osmanischen Sultans Selim I. Yavuz, wurde sie 1519 (925 d. H.) vollendet. Dieses Datum bezeugen zwei osmanisch-türkische Steininschriften über dem Eingangsportal bis heute.

Vor dem Bau der Moschee war Stolac eine bescheidene Siedlung, die sich am Hang unterhalb der mittelalterlichen Festung Vidoški grad zusammendrängte. Direkt neben einer bestehenden Gemeinschaftszisterne und einem offenen Gebetsplatz (Musalla) errichtet, gab die Moschee den Anstoß für den Wandel zur planmäßigen osmanischen Handelsstadt (Kasaba). In den folgenden Jahrhunderten erweiterten fromme Stiftungen (Vakuf) lokaler Würdenträger wie Silahdar Husein-Pascha Šarić das Areal um eine religiöse Grundschule (Sibjan Mekteb), ein Gasthaus für Reisende (Musafirhana), ein Lesezimmer, Basarstände und einen Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert.

Architektur und Sufi-Symbolik

Mit ihren Außenmaßen von 18,30 mal 15,30 Metern ruht die Moschee auf einem soliden Fundament, umgeben von 90 Zentimeter dicken Mauern aus behauenem Bruchstein. Statt einer Bleikuppel schützt das Gebäude ein traditionelles, vierseitiges Walmdach, gedeckt mit dicken Kalksteinplatten aus der Region. Die offene Vorlaube überrascht mit restaurierten Blüten- und Rankenfresken über dem Natursteinmauerwerk.

Das angrenzende Minarett ragt 25,80 Meter in die Höhe und bricht mit der üblichen runden Form. Sein Schaft ist zwölfeckig (dodekagonal) gemauert und unterhalb des Muezzin-Balkons (Šerefe) mit doppelten Reihen meisterhaft gemeißelter Tulpenmotive verziert.

Im Inneren des Gebetssaals fällt eine ungewöhnliche Anordnung von elf Holzsäulen auf, die dem Gebäude den historischen Beinamen Džamija jedanaest direka (Moschee der elf Säulen) einbrachte. Fünf Stützen tragen den Hauptbalken der Decke, sechs weitere stützen die erhöhte Gebetsempore (Mahfil). Bauhistoriker und lokale Überlieferungen verknüpfen diese Zahl mit der mystischen Zahlensymbolik der Sufis: Sie repräsentieren elf sichtbare spirituelle Nachfolger, während der zwölfte im Verborgenen verweilt.

Zisterne, Brunnen und Innenhof

Die Moschee bildet den Mittelpunkt des Marktplatzes Velika tepa und verbindet den historischen Basar am Fuß der Zitadelle mit den Brücken und Vierteln entlang der Bregava. Direkt neben dem Eingangstor liegt eine elf Meter tiefe Gemeinschaftszisterne (Čatrnja), die Händler und Bewohner einst verlässlich mit frischem Wasser versorgte.

1909 ergänzte ein von Hadži Salih Behmen gestifteter Steinbrunnen (Šadrvan) das Ensemble neben der Zisterne. Das sanfte Plätschern im steinernen Hof verleiht dem benachbarten Gräberfeld eine beruhigende Stimmung und schafft eine friedliche Oase vor den schroffen Felsen der Festung Vidoški.

Zerstörung, Wiederaufbau und Gegenwart

Im Bosnienkrieg, im August 1993, wurde die Sultan-Selim-Moschee zusammen mit dem umliegenden historischen Basar von Einheiten des Kroatischen Verteidigungsrats (HVO) vermint und dem Erdboden gleichgemacht. Nach der Zerstörung wurden originale Quader und Dekorelemente abtransportiert und auf Müllhalden sowie im Flussbett der Radimlja verklappt.

Im Jahr 2001 begann der akribische Wiederaufbau, gestützt auf Fotoarchive, historische Pläne und geborgene Originalsteine aus dem Fluss. Im August 2003 wurde die restaurierte Moschee feierlich wiedereröffnet. Noch im selben Jahr erhielten das Gotteshaus und das Basarensemble den Status eines Nationaldenkmals von Bosnien und Herzegowina. Heute wird die Anlage von der Islamischen Gemeinschaft (Medžlis IZ Stolac) verwaltet, dient als aktive sunnitische Gebetsstätte und bildet den lebendigen Mittelpunkt für kulturelle Veranstaltungen in Stolac.

FAQ

Wann wurde die Sultan-Selim-Moschee gegründet?

Die Moschee wurde 1519 (925 d. H.) unter der Schirmherrschaft des osmanischen Sultans Selim I. Yavuz gegründet, wie zwei Steininschriften über dem Portal belegen.

Warum heißt das Gebäude Moschee der elf Säulen?

Der Gebetssaal beherbergt elf Holzsäulen: Fünf tragen den zentralen Deckenbalken und sechs stützen die erhöhte Gebetsempore. Lokale Überlieferungen verknüpfen diese Anordnung mit mystischer Sufi-Symbolik, die für elf sichtbare spirituelle Nachfolger steht.

Was macht das Minarett der Sultan-Selim-Moschee so besonders?

Das Minarett ist 25,80 Meter hoch und besitzt einen zwölfeckigen (dodekagonalen) Steinschaft, der unterhalb des Balkons mit Doppelreihen stilisierter, gemeißelter Tulpen verziert ist.

Wann wurde die Moschee nach ihrer Kriegszerstörung wiederaufgebaut?

Nachdem sie im August 1993 während des Bosnienkriegs zerstört worden war, begann der Wiederaufbau 2001 anhand von Archivmaterial und geborgenen Originalsteinen. Im August 2003 wurde sie offiziell wiedereröffnet.

More places in Stolac