Antikes Stadion von Philippopolis: Römische Ruinen in Plovdiv - Plovdiv
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Antikes Stadion von Philippopolis: Römische Ruinen in Plovdiv

Plovdiv, Bulgaria

Direkt unter den modernen Geschäften, Cafés und dem Pflaster von Plovdivs belebtester Fußgängerzone liegt eine gewaltige antike römische Rennbahn verborgen. Das Antike Stadion von Philippopolis am Dzhumaya-Platz bildet das Herzstück der Knyaz-Alexander-I.-Straße und schlägt die Brücke zwischen der modernen Einkaufsmeile und der historischen Altstadt. An dieser trubeligen Kreuzung kannst du direkt vom Gehweg hinab auf die erstaunlich gut erhaltenen Ränge des antiken römischen Stadions blicken.

Ein unterirdisches römisches Wunderwerk

Erbaut im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Hadrian, gehört das etwa 240 bis 250 Meter lange Stadion zu weltweit nur rund einem Dutzend erhaltener Bauten dieser Art. Sein Vorbild: das antike Stadion von Delphi. Ungewöhnlich für die römische Architektur jener Zeit: Es wurde innerhalb der befestigten Stadtmauern errichtet und passgenau in die Hügellandschaft zwischen Sahat Tepe und Taksim Tepe eingebettet.

Die riesige Arena bot auf 14 Sitzreihen aus massivem Marmor Platz für bis zu 30.000 Zuschauer. Die Enden der Marmorbänke zieren markante Reliefs in Form stilisierter Löwenpranken. In altgriechischer Sprache eingemeißelte Inschriften auf einzelnen Marmorblöcken verraten die einstigen VIP-Plätze, reserviert für hochrangige Würdenträger und Prominenz der Antike.

Antike Spiele und die Wiederentdeckung

In seiner Blütezeit war das Stadion Schauplatz von Sportwettkämpfen, Dicht- und Musikwettbewerben, Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen. Diese Spektakel orientierten sich an den griechischen Pythischen Spielen. Bei Ausgrabungen am Haupteingang stieß man auf die Überreste einer antiken römischen Wasseruhr, die das Timing dieser aufwendigen Großevents regelte.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches verlor die Arena ihre Funktion. Über Jahrhunderte hinweg wurde sie durch die rege Bautätigkeit der byzantinischen und osmanischen Epochen vollständig unter Erdreich und neueren Gebäuden begraben. Erst 1923 kam das Stadion bei modernen Straßenbauarbeiten wieder ans Licht. Dieser Fund stieß in den 1970er-Jahren umfassende Ausgrabungen unter der Archäologin Liliya Botusharova an. Freigelegt wurden die nördliche Rundung (die sogenannte Sphendone), gewölbte Durchgänge, ein Teil der Stadtmauer und ein Aquäduktbogen aus dem 4. Jahrhundert.

Die Ruinen heute erleben

Heute liegt der freigelegte Nordteil unter dem Niveau des Dzhumaya-Platzes und kann rund um die Uhr kostenlos besichtigt werden. So entsteht ein faszinierendes Spiel der Epochen: Die weiße Marmortribüne aus dem 2. Jahrhundert liegt direkt unter den Straßencafés und dem bunten Treiben der Fußgängerzone.

Obwohl der Großteil des Stadions noch immer im Untergrund schlummert, zeigen ins Pflaster eingelassene Messingstreifen den genauen Verlauf der verborgenen Rennbahn. Zudem kannst du Fragmente der originalen Ränge im Untergeschoss einiger Geschäfte entlang der Einkaufsstraße bewundern, wo sie unter Glasböden zu sehen sind. Unter dem Platz befindet sich außerdem ein städtisches Besucherzentrum mit archäologischen Exponaten und einem 3D-Animationsfilm, der die antiken Spiele wieder auferstehen lässt.

FAQ

Wie groß war das Antike Stadion von Philippopolis?

Das Stadion war etwa 240 bis 250 Meter lang und 50 Meter breit. Auf 14 Sitzreihen aus massivem Marmor bot es Platz für bis zu 30.000 Zuschauer.

Ist das Antike Stadion von Philippopolis öffentlich zugänglich?

Ja, die freigelegte nördliche Rundung am Dzhumaya-Platz kann rund um die Uhr kostenlos besichtigt werden. Unter der Straße befindet sich zudem ein städtisches Besucherzentrum mit Museum.

Kann man heute das gesamte Stadion sehen?

Nein, der Großteil des Stadions liegt nach wie vor unter der Knyaz-Alexander-I.-Straße. Allerdings markieren Messingstreifen im Straßenpflaster seinen genauen Grundriss, und Fragmente der Marmorränge sind durch Glasböden in den Untergeschossen einiger Geschäfte sichtbar.

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