Dschumaja-Moschee: Plowdiws historisches osmanisches Wahrzeichen - Plovdiv
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Dschumaja-Moschee: Plowdiws historisches osmanisches Wahrzeichen

Plovdiv, Bulgaria

Wo ein osmanisches Minarett über ein römisches Stadion wacht, prallen an einer einzigen Kreuzung Jahrhunderte der Weltgeschichte aufeinander. Genau am Schnittpunkt von Plowdiws Haupteinkaufsstraße, der Altstadt und dem Szeneviertel Kapana verankert die Dschumaja-Moschee die Stadt als Symbol für ihren stetigen Wandel durch die römische, byzantinische, mittelalterlich-bulgarische und osmanische Ära. Vom Dschumaja-Platz aus blickst du von den freigelegten Marmorrängen des römischen Stadions von Philippopolis aus dem 2. Jahrhundert direkt auf das emporragende Minarett dieser Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Ein faszinierender Zeitsprung auf einen Blick.

Architekturwunder der frühen osmanischen Zeit

Das imposante, rechteckige Bauwerk, das offiziell den Namen Ulu-Dschumaja-Moschee trägt, überrascht mit einer für die spätere Zeit ungewöhnlichen Dachkonstruktion. Im Gegensatz zu den klassischen osmanischen Moscheen mit ihrer einen, riesigen Kuppel thront hier ein symmetrisches Feld aus neun gleich großen, bleigedeckten Kuppeln über dem 33 mal 27 Meter großen Gebetssaal.

Die Außenwände zeigen eine faszinierende Mischtechnik aus byzantinischer und mittelalterlich-bulgarischer Baukunst. Das Mauerwerk wechselt ab: Auf eine Schicht aus zugeschnittenen Natursteinen folgen stets zwei Lagen aus roten Backsteinen. An der Nordostecke ragt ein schlankes Minarett empor, verziert mit einem rautenförmigen Netzmuster aus roten Ziegeln auf weißem Verputz.

Ein Erbe des Wandels

Gleich nach der osmanischen Eroberung Plowdiws in den Jahren 1363 und 1364 entstand das erste Fundament an der Stelle der einstigen bulgarischen Kathedrale Sveta Petka Tarnovska. Im 15. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Sultan Murad II., wurde das Gebäude abgerissen und in seiner heutigen Form mit den neun Kuppeln komplett neu errichtet. Zu Ehren des Sultans erhielt die Moschee den Beinamen Muradiye.

Früher betraten die Gläubigen das Gebäude durch ein Portal im Osten. Die Nordtür führte einst direkt auf einen geschäftigen Basar. Im Laufe der Zeit vermauerte man den östlichen Zugang, sodass der Eingang vom Basar im Norden zum Haupteingang wurde. Bei Umbauten Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt der Innenraum seine prächtigen Wandmalereien mit Blütenmotiven, Girlanden und koranischen Medaillons.

Lebendige Tradition und Sinneseindrücke

Heute ist die Dschumaja-Moschee das wichtigste aktive islamische Gotteshaus in Plowdiw und Ort für die täglichen Gebete sowie das Freitagsgebet. Im Inneren fällt weiches Licht auf feine Gebetsteppiche, geschnitzte Holzdetails und die blumigen Wandfresken der Spätosmanik. Wenn der melodische Ruf des Muezzins vom Minarett ertönt, hallt er über die tiefgelegene Senke des antiken römischen Stadions direkt davor.

Im Nordflügel der Moschee lädt ein traditionelles Café mit Konditorei zum Verweilen ein. Der Duft von dunkel geröstetem türkischem Kaffee, Kardamom und honigsüßer Baklava zieht über den Platz und verleiht diesem historischen Ort ein ganz besonderes Flair. Außerhalb der Gebetszeiten steht die Moschee auch nicht-muslimischen Gästen offen, sofern sie die üblichen Regeln achten: angemessene Kleidung und Schuhe vor dem Betreten ausziehen.

FAQ

Können Nichtmuslime die Dschumaja-Moschee besuchen?

Ja, außerhalb der Gebetszeiten (in der Regel zwischen 9:00 und 17:00 Uhr) steht die Moschee allen Besuchern offen. Es gilt die übliche Moschee-Etikette: angemessene Kleidung und Schuhe vor dem Betreten ausziehen.

Wann wurde die Dschumaja-Moschee erbaut?

Die ursprüngliche Moschee wurde zwischen 1363 und 1364 errichtet. Unter der Herrschaft von Sultan Murad II. im 15. Jahrhundert wurde sie abgerissen und in ihrer heutigen Form mit neun Kuppeln neu aufgebaut.

Welchem Architekturstil gehört die Dschumaja-Moschee an?

Sie ist eine frühosmanische Mehrkuppelmoschee. Im Gegensatz zu späteren klassischen Entwürfen mit einer zentralen Hauptkuppel besitzt sie neun gleich große, bleigedeckte Kuppeln. Die Fassade kombiniert zudem byzantinische und mittelalterlich-bulgarische Ziegel- und Steinbautechniken.

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