Mackenzie House: Das Zuhause von Torontos Rebellen-Bürgermeister - Toronto
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Mackenzie House: Das Zuhause von Torontos Rebellen-Bürgermeister

Toronto, Canada

Das Mackenzie House ist ein dreistöckiges Backstein-Reihenhaus in Toronto. Es ist vor allem als letzter Wohnsitz von William Lyon Mackenzie bekannt, dem ersten Bürgermeister der Stadt und einer zentralen Figur der Rebellion von 1837 in Oberkanada. Das 1858 im georgianischen oder neoklassizistischen Stil erbaute Haus ist ein bedeutendes Denkmal der politischen und sozialen Geschichte Torontos.

Ein Zuhause für einen Rebellen

Nach Jahren des politischen Aktivismus und seiner journalistischen Arbeit, die ihn gesundheitlich und finanziell zerrüttet hatten, zog William Lyon Mackenzie 1859 in dieses Haus. Gekauft wurde es für ihn von einer Gruppe von Freunden und politischen Unterstützern, die über 7.000 Dollar sammelten. Mackenzie, ein schottisch-kanadischer Journalist und Politiker, war 1834 der erste Bürgermeister von Toronto und Anführer der zum Scheitern verurteilten Rebellion von 1837, während der ein Kopfgeld von 1.000 Pfund auf ihn ausgesetzt wurde. Er lebte in dem Haus bis zu seinem Tod im Jahr 1861.

Nach seinem Tod wohnte seine Frau Isabel Baxter Mackenzie weiterhin dort. 1864 wurde das Haus wegen Schulden gepfändet, doch sie konnte es 1868 mit Mitteln der Legislativversammlung von Ontario zurückkaufen.

Erhaltung und Museumsstatus

1936 entging das Haus nur knapp dem Abriss, als die umliegenden Reihenhäuser abgerissen wurden. Seine Erhaltung war größtenteils dem Einfluss von Mackenzies Enkel, William Lyon Mackenzie King, zu verdanken, dem damaligen Premierminister von Kanada. Das Gebäude wurde in den 1950er oder 1960er Jahren in ein historisches Hausmuseum umgewandelt und wird heute von der Stadt Toronto betrieben. 1967 wurde ein einstöckiger Anbau für eine Druckerei und einen Souvenirladen errichtet. Trotz einer Überschwemmung im Jahr 2021 bleibt das Haus inmitten der laufenden Restaurierungsarbeiten für Führungen geöffnet.

Das Leben in den 1860er Jahren

Heute bietet das Mackenzie House seinen Besuchern einen Einblick in das städtische viktorianische Leben der 1860er Jahre. Das Museum interpretiert die Entwicklung demokratischer Institutionen am Beispiel von Mackenzies Leben als Schriftsteller, Verleger und Politiker. Eine Hauptattraktion ist eine nachgebaute Druckerei aus dem 19. Jahrhundert mit einer funktionstüchtigen Druckpresse von 1845. Die Geräusche der Maschinen und der Geruch von Druckerschwärze schaffen eine sinnliche Verbindung zu Mackenzies Beruf. Das Museumsprogramm beleuchtet auch das Vermächtnis anderer Aktivistinnen wie Mary Ann Shadd Cary, der ersten Schwarzen Frau, die in Nordamerika eine Zeitung herausgab.

Der Geister-Schwindel

Als das Haus 1960 der Stadt gestiftet wurde, enthielt das offizielle Inventar den berühmten Eintrag „ein Geist“. Dies führte zu einem im Fernsehen übertragenen Exorzismus, der von einem anglikanischen Erzdiakon durchgeführt wurde. Die Mackenzie Homestead Foundation, die für die Restaurierung zuständig war, gab jedoch später gegenüber dem Toronto Daily Star zu, dass die Geistergeschichten ein „makabrer Schwindel“ waren, der zu Werbezwecken erfunden wurde. Trotz dieser Entlarvung werden weiterhin Spukgeschichten mit dem Haus in Verbindung gebracht, darunter die einer „Frau mit dem langen Gesicht“ und die Geräusche der Druckpresse, die sich von selbst in Gang setzt.

Einzigartige Artefakte

Zu den wenigen Original-Artefakten aus Mackenzies Zeit gehört seine persönliche Bibel. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Stück Geschichte von einem anderen Wahrzeichen: die Seitenteile des Memorial Arch, der einst an der Honeymoon Bridge in Niagara Falls stand. Die Tafeln wurden 1974 nach dem Abbau des Bogens zum Mackenzie House gebracht.

FAQ

Wer war William Lyon Mackenzie?

William Lyon Mackenzie war ein schottisch-kanadischer Journalist, Politiker und Reformer. Er war 1834 der erste Bürgermeister von Toronto und Anführer der Rebellion von 1837 in Oberkanada, die demokratische Reformen forderte.

Spukt es im Mackenzie House wirklich?

1960 gab die Stiftung, die das Haus restaurierte, zu, dass die Geistergeschichten ein reiner Werbegag waren. Dennoch halten sich die Spukgeschichten hartnäckig und die Geschichte vom „Geist“ ist Teil der einzigartigen Vergangenheit des Hauses.

Was gibt es im Mackenzie House Museum zu sehen?

Das Museum zeigt im viktorianischen Stil der 1860er Jahre restaurierte Räume, eine nachgebaute Druckerei aus dem 19. Jahrhundert mit einer funktionstüchtigen Druckerpresse von 1845 und historische Artefakte, darunter die persönliche Bibel von William Lyon Mackenzie.

Warum ist das Mackenzie House historisch bedeutsam?

Das Mackenzie House ist als letzter Wohnsitz von William Lyon Mackenzie bedeutsam, einer Schlüsselfigur der kanadischen Demokratie. Das Museum beleuchtet die Geschichte Torontos im 19. Jahrhundert und den Kampf für eine verantwortliche Regierung.

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