Die „Cow Gates“ der Osgoode Hall: Eine Urban Legend aus Toronto - Toronto
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Die „Cow Gates“ der Osgoode Hall: Eine Urban Legend aus Toronto

Toronto, Canada

Die Osgoode Hall in Toronto ist bekannt für ihren markanten gusseisernen Zaun und ihre eigentümlichen Zickzack-Eingänge, die im Volksmund als „Cow Gates“ bekannt sind. Eine hartnäckige lokale Legende besagt, diese Tore seien entworfen worden, um Vieh vom gepflegten Gelände fernzuhalten. Diese charmante Geschichte ist jedoch eine bekannte Urban Legend.

Der Mythos der „Cow Gates“

Der berühmte Zaun, einschließlich der „Cow Gates“, wurde 1867 vom Architekten William Storm entworfen und errichtet. Zu dieser Zeit war Toronto bereits ein etabliertes städtisches und kommerzielles Zentrum mit Vorschriften, die freilaufendes Vieh verboten. Die Vorstellung, dass die Tore der Viehkontrolle dienten, wurde größtenteils durch einen 1933 veröffentlichten Roman populär gemacht.

Die Legende verankerte sich so tief in der lokalen Folklore, dass in den 1950er-Jahren eine Gruppe von Jurastudenten berühmterweise versuchte, die Theorie zu testen, indem sie eine Kuh durch eines der Tore schob. Ihr Versuch scheiterte, doch die Geschichte ist bis heute ein beliebter Teil der Geschichte Torontos.

Ein Vermächtnis in Recht und Architektur

Die Osgoode Hall selbst ist ein grundlegendes Wahrzeichen der Rechtsgeschichte Ontarios. Der Bau begann 1829 auf einem 6 Hektar großen Gelände, das damals als nordwestlicher Rand der Stadt York galt. Das 1832 fertiggestellte Gebäude wurde von John Ewart und William Warren Baldwin als Hauptsitz der 1797 gegründeten Law Society of Upper Canada (Anwaltskammer von Oberkanada) entworfen.

Das Gebäude ist nach William Osgoode benannt, dem ersten Obersten Richter von Oberkanada. Seine Architektur ist eine Mischung aus palladianischen, neoklassizistischen und viktorianisch-klassizistischen Stilen, die verschiedene Erweiterungen und Renovierungen über fast zwei Jahrhunderte durch Architekten wie Henry Bowyer Lane und das Büro von Cumberland und Storm widerspiegeln.

Ein Zeuge der Geschichte

Im Laufe ihrer langen Geschichte spielte die Osgoode Hall eine zentrale Rolle in entscheidenden Momenten. Während der Rebellion von 1837 wurde die Halle vorübergehend als Truppenkaserne genutzt. Ab 1846 beherbergte sie den Obersten Gerichtshof der Provinz und festigte damit ihre juristische Funktion.

Ein bedeutendes juristisches Ereignis fand hier 1861 mit dem Fall John Anderson statt. Das Urteil schuf einen Präzedenzfall, der Flüchtlinge der Underground Railroad vor der Auslieferung an die Vereinigten Staaten schützte und den Platz der Osgoode Hall in der kanadischen Rechtsgeschichte zementierte.

Osgoode Hall heute

Heute ist die Osgoode Hall weiterhin ein aktives juristisches Zentrum. Sie beherbergt die Law Society of Ontario (Anwaltskammer von Ontario), das Berufungsgericht von Ontario und den Divisional Court des Superior Court of Justice. Seit 1874 befindet sich das Gebäude im gemeinsamen Besitz der Anwaltskammer und der Regierung von Ontario.

Obwohl es sich um ein aktives Gerichtsgebäude handelt, kann die Öffentlichkeit es während der Geschäftszeiten von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr besuchen, muss jedoch einen Metalldetektor passieren. Der Ort nimmt auch an Veranstaltungen wie „Doors Open Toronto“ teil und bietet über eine mobile App selbstgeführte Touren an.

FAQ

Ist die Geschichte über die „Cow Gates“ der Osgoode Hall wahr?

Nein, die Geschichte ist eine beliebte Urban Legend. Die Tore wurden 1867 errichtet, als Toronto bereits ein städtisches Zentrum mit Vorschriften war, die freilaufendes Vieh verboten.

Wofür wird die Osgoode Hall heute genutzt?

Die Osgoode Hall ist ein aktives Rechtszentrum und beherbergt die Anwaltskammer von Ontario, das Berufungsgericht von Ontario und den Divisional Court des Superior Court of Justice.

Nach wem ist die Osgoode Hall benannt?

Das Gebäude ist nach William Osgoode benannt, der von 1792 bis 1794 der erste Oberste Richter von Oberkanada war.

Ist die Osgoode Hall für die Öffentlichkeit zugänglich?

Ja, die Osgoode Hall ist während der Geschäftszeiten (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr) nach einer Sicherheitskontrolle für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Sommer werden auch Führungen angeboten und das Gebäude nimmt am Event „Doors Open Toronto“ teil.

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