Alter Hafen von Dubrovnik: Geschichte von Ragusas Hafen - Dubrovnik
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Alter Hafen von Dubrovnik: Geschichte von Ragusas Hafen

Dubrovnik, Croatia

Direkt an der Ostflanke von Dubrovniks Altstadt, wohlbehütet im Schutz der mächtigen Festungsmauern, schlug einst das wirtschaftliche und maritime Herz der Republik Ragusa: der Alte Hafen. Gleich hinter dem Luža-Platz und dem Rektorenpalast auf dem Weg zum Ploče-Tor gelegen, war dieses geschichtsträchtige Becken der eigentliche Motor, der die prächtigen Paläste und Kirchen der Stadt überhaupt erst finanzierte. Trittst du aus den engen, schattigen Steingassen und finsteren Tortunneln der Altstadt hinaus an den Kai, öffnet sich mit einem Schlag die Weite: eine frische Meeresbrise schlägt dir entgegen, sanft plätschert das Wasser gegen die mittelalterlichen Wehrmauern, und lange Reihen von Holzbooten wiegen sich gemächlich in den Wellen.

Ingenieurskunst und maritime Verteidigung

Den Großteil der Wehranlagen und Kais verdankt der Alte Hafen dem ragusischen Baumeister und Ingenieur Paskoje Miličević, der das Areal Ende des 15. Jahrhunderts von Grund auf durchdachte. Im Süden verankert die Festung St. Johannes das Becken, im Norden riegeln das Fort St. Lukas und die wuchtige Festung Revelin die Bucht ab. Wer von der Stadt aus zu den Kais wollte, passierte wehrhafte Tore in den Mauern, etwa das Fischmarkttor von 1381 oder das Ponta-Tor von 1476.

Um der tückischen Dünung des südöstlichen Jugo-Windes etwas entgegenzusetzen, entwarf und baute Miličević zwischen 1484 und 1487 den Wellenbrecher Kaše. Seinen Namen verdankt das Bollwerk den kašete, gewaltigen Senkkästen aus Holz, auf denen die gesamte Konstruktion ruht. Miličević meisterte das Unterwasserfundament ganz ohne trockenes Baudock: Er ließ riesige Holzkästen, vollgepackt mit Steinquadern und Puzzolankalk-Beton, einfach direkt auf den Meeresgrund hinab.

Der Kaše-Wellenbrecher verengte zudem die Hafeneinfahrt, was der nächtlichen Verteidigung enorm in die Hände spielte. Schon ab dem 14. Jahrhundert wurde hier jeden Abend über ein Windenhaus eine massive Eisenkette zwischen dem Turm auf dem Muo und dem St.-Lukas-Turm gespannt. Straffgezogen bildete sie ein tödliches Hindernis, das feindlichen Galeeren kurzerhand den Kiel brach.

Werften und die Arsenale der Republik

Der Alte Hafen war zugleich die zentrale Werft für Ragusas stolze Handelsflotte und die Kriegsmarine. An den Ufern des Beckens liegen das Große und das Kleine Arsenal. Im Großen Arsenal, errichtet Ende des 12. Jahrhunderts und im 15. Jahrhundert erweitert, wurden die staatlichen Galeeren ausgerüstet und gewartet, unter absolutem Stillschweigen. Sobald die Arbeit getan war, wurden die breiten Rundbögen kurzerhand zugemauert. Spione konkurrierender Seemächte sollten um keinen Preis hinter Ragusas Schiffsbaugeheimnisse kommen.

Das Hafenbild, das Miličević um 1500 schuf, brannte sich tief als Wahrzeichen der Stadt ein. Es entspricht exakt jenem Miniaturmodell von Dubrovnik, das Schutzpatron Sankt Blasius auf dem berühmten Triptychon von Nikola Božidarević auf der Handfläche trägt.

Die moderne Hafenpromenade

Heute gehört der Alte Hafen ganz der Öffentlichkeit. Im geschützten Becken schaukeln die Freizeit- und traditionellen Holzboote der Einheimischen, und von den Stegen legen die Ausflugsboote zum Naturschutzgebiet auf der Insel Lokrum sowie Wassertaxis nach Cavtat und Mlini ab.

Hinter den historischen Mauern am Wasser pulsiert heute das Kulturleben. Unter den Gewölben des Großen Arsenals laden das traditionsreiche Stadtcafé (Gradska Kavana) und das Marin-Držić-Theater ein. In der Festung St. Johannes kannst du im Erdgeschoss das Aquarium von Dubrovnik erkunden und in den oberen Stockwerken durch das Schifffahrtsmuseum streifen. Ganz draußen lädt die 1873 errichtete Mole Porporela zum Flanieren ein. An ihrer Spitze ragt ein meisterhaft behauener Steinpoller empor: verziert mit einer adriatischen Windrose und der Inschrift Znanje, Vjera, Srčanost („Wissen, Glaube, Tapferkeit“), eine tiefe Verbeugung vor den kühnen Seefahrern der einstigen Republik.

FAQ

Ist der Besuch des Alten Hafens von Dubrovnik kostenlos?

Ja, der Alte Hafen und die Kais samt der Mole Porporela sind frei zugängliche, öffentliche Orte ohne Eintritt.

Welche Bootsverbindungen gibt es ab dem Alten Hafen?

Der Alte Hafen ist der wichtigste Abfahrtsort für die Personenfähre zur Insel Lokrum sowie für Shuttleboote entlang der Küste nach Cavtat und Mlini.

Wie wurde der Alte Hafen vor feindlichen Schiffen geschützt?

Der Hafen wurde von der Festung St. Johannes, dem Fort St. Lukas und der Festung Revelin bewacht. Nachts spannte ein Windensystem eine schwere Eisenkette quer über die Hafeneinfahrt, um Eindringlingen den Weg zu versperren und feindliche Schiffsrümpfe zu zerschmettern.

Welche Einrichtungen befinden sich heute in den historischen Hafengebäuden?

Im Großen Arsenal sind heute das Stadtcafé (Gradska Kavana) und das Marin-Držić-Theater untergebracht, während die Festung St. Johannes das Aquarium von Dubrovnik und das Schifffahrtsmuseum beherbergt.

Tours featuring Alter Hafen: das Becken, das Ragusa zur Seerepublik machte

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