
Hiilola: Naantalis historisches Holzhaus-Museum
Historische Holzarchitektur in Naantalis Altstadt
Hiilola (Hiilolan talo) in der Mannerheiminkatu 21 ist ein erhaltenes Holzhausensemble mitten in der historischen Altstadt von Naantali. Direkt am Itsenäisyydenpuisto gelegen, säumt das Anwesen den einstigen Marktplatz der Stadt. Es liegt genau auf der historischen Achse zwischen der mittelalterlichen Klosterkirche, dem Hafenviertel und der alten Kurpromenade. Zusammen mit dem benachbarten Humppi-Gebäude bildet Hiilola einen der beiden Hauptstandorte des Naantali-Museums.
Die Anlage steht noch heute an ihrem ursprünglichen Platz und besitzt einen traditionellen geschlossenen Innenhof (umpipiha). Durch ein überdachtes Holztor gelangst du von der Mannerheiminkatu in diesen stillen Hof. Der Straßenlärm verstummt fast völlig, und der Blick öffnet sich auf verwitterte Holzwände, einen alten Getreidespeicher und eine stattliche Eiche. Das Areal verbindet die Lebenswelt wohlhabender Kaufmannsfamilien des 19. Jahrhunderts mit dem einfachen Handwerkeralltag in der angrenzenden Sau-Kallio-Kate.
Vom Holzhäuschen des 17. Jahrhunderts zum Museum
Die Wohnbiografie des Hauses begann im 17. Jahrhundert, damals noch als bescheidene Ein-Raum-Hütte, die später zu einer Zwillingskate erweitert wurde. Im 18. Jahrhundert erhielt das Haus seinen charakteristischen L-förmigen Grundriss. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten hier gutbürgerliche Familien und ein Zollinspektionsleutnant.
1927 richtete ein lokaler Heimatverein in Hiilola ein Museum ein, um den Alltag des Bürgertums aus dem 18. und 19. Jahrhundert für die Nachwelt festzuhalten. Später gingen das Anwesen und die Sammlungen an die Stadt Naantali über. Die Wohnräume zeigen vor allem umfangreiche Schenkungen aus dem Nachlass von Oskar Marjanen, einem einflussreichen Naantalier Kaufmann, Industriellen und Reeder des 19. Jahrhunderts. Seine Erben stifteten authentische Möbel und Dekorationsstücke jener Zeit, darunter den originalen hölzernen Verkaufstresen aus seinem Kolonialwarenladen.
Historische Wohnräume und botanisches Erbe
Als reines Sommermuseum öffnet Hiilola seine Türen für Einblicke in kleinbürgerliche Wohnräume des späten 19. Jahrhunderts und präsentiert einen urigen Kramerladen. Die Ausstellungen im Inneren beleuchten das lokale Handwerk, den Handel und die Entstehung von Naantalis Badekultur im 19. Jahrhundert. Im Winter übernimmt das benachbarte Humppi-Gebäude den Publikumsverkehr.
Hiilola ist auch in der botanischen Erbe-Forschung ein Begriff, weil hier traditionelle finnische Zimmerpflanzen gepflegt werden. Auf den sonnenbeschienenen Fensterbänken stehen historisch belegte Pelargonien- und Geraniensorten des 19. Jahrhunderts. Sie verkörpern das lebendige grüne Erbe, das einst bürgerliche Stuben in der ganzen Region schmückte.
Hofareal und historische Gärten
Der Außenbereich setzt die historische Entdeckungsreise unter freiem Himmel fort. Im Hof gibt es einen Spielschuppen für Kinder im historischen Getreidespeicher. Schmale Pfade führen zu einem Rosengarten, der Handwerkerkate Sau-Kallio und besonderen Schau- und Nutzbeeten.
Dazu gehören auch Heilkräuterbeete, die nach den Rezepten und Überlieferungen des Birgittenklosters angelegt sind, das Naantali 1443 gründete. Im Garten steht außerdem ein originalgetreuer Nachbau des Brunnenpavillons der Viluluoto-Quelle aus dem 18. Jahrhundert. Er erinnert an die frühe Heilquelle, mit der Naantalis Aufstieg zum beliebten Kurbad seinen Anfang nahm.
FAQ
Welche Rolle spielt Hiilola innerhalb des Naantali-Museums?
Hiilola ist neben dem Humppi-Gebäude einer der beiden Hauptstandorte des Naantali-Museums und widmet sich im Sommer der bürgerlichen Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts, dem Handwerk und dem Leben der örtlichen Kaufleute.
Welche botanischen Besonderheiten gibt es in Hiilola zu entdecken?
Im Haus wachsen historisch dokumentierte Fenstersorten von Geranien aus dem 19. Jahrhundert, während im Außenbereich Heilkräuterbeete gedeihen, die auf die Traditionen des 1443 gegründeten Birgittenklosters von Naantali zurückgehen.
Wie knüpft Hiilola an Naantalis Geschichte als Kurort an?
Das Museum zeigt Exponate und Schriftstücke zur Badekultur des 19. Jahrhunderts und beherbergt im Garten den Nachbau eines Brunnenpavillons der Viluluoto-Quelle aus dem 18. Jahrhundert, der an Naantalis Anfänge als heilsames Kurbad erinnert.




