
Notre Dame des Doms: Avignons historische Kathedrale
Blicke hinauf zu Notre Dame des Doms, der herrschaftlichen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, gekrönt von einer strahlend vergoldeten Statue der Jungfrau Maria, die über die Stadt Avignon wacht. Sie thront auf dem Rocher des Doms, einem Felsvorsprung, direkt neben dem berühmten Papstpalast und zeugt von der engen Verbindung zwischen religiöser und politischer Macht im mittelalterlichen Avignon.
Architektonische Geschichte
Die Kathedrale von Avignon wurde hauptsächlich Mitte des 12. Jahrhunderts im provenzalisch-romanischen Stil erbaut und am 8. Oktober 1111 geweiht. Sie wurde an der Stelle einer früheren Basilika errichtet, die möglicherweise aus dem 4. Jahrhundert stammte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Bauwerk durch gotische und barocke Anbauten, insbesondere bei den Kapellen, erweitert. Der Glockenturm stürzte 1405 ein und wurde 1425 wieder aufgebaut. Die historische und architektonische Bedeutung der Kathedrale wird durch ihre Einstufung als Monument historique im Jahr 1840 und ihre Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe 1995 gewürdigt.
Die Ära des Papsttums in Avignon
Während des Papsttums in Avignon von 1309 bis 1377 wurde Notre Dame des Doms zur zentralen Bühne des päpstlichen Hofes. Hier fanden bedeutende religiöse Ereignisse statt, darunter die Krönung von Päpsten wie Innozenz VI. im Jahr 1352. Papst Johannes XXII., der am längsten amtierende Papst in Avignon, hinterließ bedeutende Spuren, indem er die Neugestaltung des Innenraums in Auftrag gab. Sein prunkvolles gotisches Mausoleum aus dem 14. Jahrhundert zählt nach wie vor zu den Kunstschätzen der Kathedrale. Ein weiterer bedeutender Künstler, Simone Martini, wurde 1336 beauftragt, Fresken für die Vorhalle der Kathedrale zu malen. Vorskizzen seiner Arbeit sind noch heute über dem Hauptportal zu sehen.
Die vergoldete Marienstatue
Eines der markantesten Merkmale der Kathedrale ist eine relativ moderne Ergänzung. Die gewaltige, vergoldete Bleistatue der Jungfrau Maria, die den Glockenturm krönt, wurde 1859 aufgestellt. Mit einer Höhe von 6 Metern und einem Gewicht von 4,5 Tonnen ist die Statue ein unübersehbares Wahrzeichen in der Skyline von Avignon. Im Jahr 2000 wurde sie neu vergoldet und ist Berichten zufolge aus bis zu 20 Kilometern Entfernung sichtbar.
Schätze im Inneren
Im Inneren beherbergt die Kathedrale mehrere bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten. Ein päpstlicher Thron aus weißem Marmor aus dem 12. Jahrhundert, eine sogenannte Kathedra, ist kunstvoll mit Tierfiguren verziert, die Heilige symbolisieren, wie ein Löwe für den heiligen Markus und ein Ochse für den heiligen Lukas. Die Kathedrale besitzt außerdem zwei verschiedene Orgeln: eine vergoldete italienische Orgel aus der Lombardei auf der Empore und eine französische Cavaillé-Coll-Orgel von 1902 im Chorraum. Das ganze Jahr über erklingen liturgische Melodien vom Glockenspiel der Kathedrale mit seinen 35 Glocken.
Besuch der Kathedrale
Notre Dame des Doms dient nach wie vor als Sitz des Erzbischofs von Avignon und ist ein aktiver Ort der Gottesverehrung. Täglich finden Messen statt, der Sonntagsgottesdienst ist um 10:00 Uhr. Die Kathedrale ist für Besucher kostenlos zugänglich, während der Gottesdienste wird jedoch um Diskretion gebeten. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde das Gebäude 2016 wiedereröffnet.
FAQ
Kostet der Eintritt in Notre Dame des Doms etwas?
Nein, der Eintritt in die Kathedrale ist für alle Besucher kostenlos.
Was ist die große goldene Statue auf der Spitze der Kathedrale von Avignon?
Die Statue ist eine 6 Meter hohe, vergoldete Blei-Darstellung der Jungfrau Maria. Sie wurde 1859 auf dem Glockenturm angebracht und wiegt 4,5 Tonnen.
Wann wurde Notre Dame des Doms erbaut?
Die Kathedrale wurde hauptsächlich Mitte des 12. Jahrhunderts im provenzalisch-romanischen Stil erbaut und am 8. Oktober 1111 geweiht. In späteren Jahrhunderten wurde sie durch Anbauten und Umbauten erweitert.
Woher stammt der Name der Kathedrale?
Es wird angenommen, dass der Name „Notre-Dame des Doms“ entweder von „domus episcopali“, was „Bischofshaus“ bedeutet, oder vom „Rocher des Doms“, dem Felshügel, auf dem die Kathedrale erbaut wurde, stammt.



