Denkmal für Berlins verschwundene „Rote Burg“
Das „Denkmal Ehemaliges Polizeipräsidium“ ist ein Denkmal in Berlin, das an das ehemalige Königlich Preußische Polizeipräsidium erinnert. Das ursprüngliche Gebäude, umgangssprachlich als „Rote Burg“ bekannt, war ein monumentaler Bau, der einst dort stand, wo sich heute das Einkaufszentrum Alexa in der Alexander-/Dircksenstraße befindet.
Die „Rote Burg“: Ein Symbol der Macht
Das Polizeipräsidium wurde von dem Architekten Hermann Blankenstein im Rundbogenstil entworfen und zwischen 1886 und 1890 erbaut. Geplant als eine Art „deutsches Scotland Yard“, war es ein Gebäude von immensen Ausmaßen. Bei seiner Fertigstellung war es nach dem Berliner Schloss und dem Reichstagsgebäude das drittgrößte Gebäude Berlins. Seine imposante rote Backsteinfassade erstreckte sich über 196 Meter entlang der Alexanderstraße.
Der riesige Komplex beherbergte nicht nur Verwaltungsbüros, sondern auch ein Stadtgefängnis, Ställe und eine Reithalle für die berittene Polizei und, was überrascht, Dienstwohnungen für den Polizeipräsidenten und andere hochrangige Beamte, komplett mit Erkern und Balkonen.
Ein Jahrhundert turbulenter Geschichte
Ab seiner Eröffnung im Jahr 1890 diente das Präsidium als zentraler Knotenpunkt der Berliner Polizei. Es verfügte über moderne Abteilungen, darunter einen hochentwickelten Erkennungsdienst und eine Fotoabteilung, die in ganz Preußen Maßstäbe setzten. Die Polizei selbst wuchs in dieser Zeit dramatisch, von einigen hundert Beamten Mitte des 19. Jahrhunderts auf über 17.000 Mitglieder im Jahr 1927.
In der Weimarer Republik war die „Rote Burg“ ein zentraler Schauplatz bei der Niederschlagung politischer Unruhen, darunter die Märzkämpfe um 1919. Eine düstere Rolle kam ihr während des NS-Regimes zu, als die Politische Polizei und die Gestapo das Gebäude als Durchgangsgefängnis für Verfolgte nutzten.
Zerstörung und Gedenken
Das Gebäude wurde durch alliierte Luftangriffe im Jahr 1944 und die Schlacht um Berlin im Jahr 1945 schwer beschädigt. In den letzten Kriegstagen stürmte die sowjetische Armee das stark zerstörte Präsidium und befreite die verbliebenen Gefangenen. Nachdem die Ruine noch einige Jahre den Polizeibehörden gedient hatte, wurde sie 1957 vollständig abgerissen.
Heute befindet sich auf dem Gelände der „Roten Burg“ das Einkaufszentrum Alexa. Das offizielle Denkmal steht in der Nähe in der Grunerstraße. Es besteht aus einer konkaven Edelstahlplatte mit einem markanten Riss, die auf einem roten Sockel ruht. Von Passanten oft übersehen, dient es als ernste Mahnung an die komplexe Geschichte des Gebäudes und die Opfer von Unterdrückung, die in seinen Mauern gefangen gehalten wurden.
FAQ
Was war die „Rote Burg“ in Berlin?
Die „Rote Burg“ war der Spitzname für das ehemalige Königlich Preußische Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Es war ein gewaltiger Backsteinbau, der zwischen 1886 und 1890 errichtet wurde und als zentrale Polizeiverwaltung diente.
Was befindet sich heute an der Stelle des ehemaligen Polizeipräsidiums?
Auf dem ursprünglichen Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums, der „Roten Burg“, steht heute das Einkaufszentrum Alexa. Ein separates Denkmal, das an das Gebäude und seine Opfer erinnert, befindet sich in der Nähe in der Grunerstraße.
Warum gibt es ein Denkmal für das ehemalige Polizeipräsidium?
Das Denkmal soll an die Opfer von Unterdrückung und Verfolgung erinnern, insbesondere an diejenigen, die während des NS-Regimes von der Politischen Polizei und der Gestapo in dem Gebäude festgehalten wurden.
Was geschah mit dem ursprünglichen Gebäude der „Roten Burg“?
Das Gebäude wurde bereits während der politischen Unruhen von 1919 schwer beschädigt und erlitt später durch alliierte Luftangriffe und die Schlacht um Berlin 1944-1945 schwere Zerstörungen. Die Überreste wurden schließlich 1957 abgerissen.
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