Köpiplatz 137: Berlins legendäre Hausbesetzung - Berlin
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Köpiplatz 137: Berlins legendäre Hausbesetzung

Berlin, Germany

In der Köpenicker Straße 137 im Berliner Bezirk Mitte steht der Köpiplatz 137, ein fünfstöckiges Gebäude, dessen wehrhaft anmutende, mit Graffiti übersäte Fassade zu einem starken Symbol für die gegenkulturellen und autonomen Bewegungen der Stadt geworden ist. Als eine der berühmtesten und langlebigsten anarchistischen Hausbesetzungen Europas steht die Köpi für den ununterbrochenen Kampf gegen Gentrifizierung und Kommerzialisierung.

Eine Geschichte von Zerstörung und Wiederaneignung

Die Geschichte des Gebäudes beginnt 1905 mit seinem Bau als Wohnhaus im Gründerzeitstil durch einen jüdischen Geschäftsmann. Eine dramatische Wende nahm die Geschichte im Zweiten Weltkrieg, als das Vorderhaus bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Es wurde nie wieder aufgebaut, was bedeutet, dass die ikonische Fassade, die du heute zur Straße hin siehst, in Wirklichkeit die ursprüngliche Rückseite des Gebäudes ist. In der DDR wurde das Gebäude für sportliche Aktivitäten genutzt.

1990 stand das Gebäude leer und sollte abgerissen werden. Am 23. Februar 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, wurde es von Autonomen aus West-Berlin besetzt, was eine der ersten Hausbesetzungen dieser Art in Ost-Berlin darstellte. Die Besetzung wurde 1991 durch eine Vereinbarung mit dem Bezirksamt legalisiert, wodurch die Köpi als selbstverwaltetes soziales Zentrum und Wohnprojekt etabliert wurde.

Ein Zentrum der autonomen Kultur

Der Köpiplatz 137 fungiert als lebendiges Kulturzentrum und autonomer Lebensraum. Er ist das Zuhause einer vielfältigen Gemeinschaft von Punks, Anarchisten und Aktivisten, die das Projekt in wöchentlichen Plena verwalten. Das Gebäude beherbergt einen für Metal-, Punk- und Rockmusik bekannten Konzertsaal, eine Bar, ein veganes Café, ein Kino namens Video Pelikuloso, einen Infoladen, einen Fitnessraum, eine Druckwerkstatt und sogar eine Kletterwand. Seine einzigartige Atmosphäre zieht internationale Besucher an, die von der alternativen Szene Berlins fasziniert sind.

Der andauernde Kampf ums Überleben

Die Geschichte der Köpi ist geprägt von ständigen juristischen Auseinandersetzungen und Räumungsdrohungen. Das Gelände hat mehrere Zwangsversteigerungen und Konflikte mit verschiedenen Eigentümern überstanden. Eine wichtige Entwicklung gab es 2008, als die Bewohner, vertreten durch den Anwalt Moritz Heusinger, einen 30-jährigen Pachtvertrag aushandelten, was die Zukunft des Projekts zu sichern schien.

Doch der Kampf geht weiter. Im Oktober 2021 wurde der angrenzende Wagenplatz, eine Siedlung aus Wohnwagen, in einem massiven Polizeieinsatz geräumt, was weitreichende Proteste auslöste. Das Hauptgebäude selbst ist mit erneuten juristischen Drohungen seines Eigentümers, der Startezia GmbH, konfrontiert, während die Bewohner unter dem Motto „Köpi bleibt“ aktiv für den Erhalt kämpfen.

FAQ

Was ist der Köpiplatz 137?

Der Köpiplatz 137, auch bekannt als Köpi, ist eines der ältesten und berühmtesten besetzten Häuser Berlins. Es fungiert als autonomes Wohnprojekt und selbstverwaltetes Sozial- und Kulturzentrum im Bezirk Mitte.

Warum sieht die Fassade des Köpiplatz 137 aus wie eine Festung?

Die heutige straßenseitige Fassade ist in Wirklichkeit die Rückseite des ursprünglichen Gebäudes. Das Vorderhaus wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört und nie wieder aufgebaut. Zurück blieb eine Narbe, die zu einer Leinwand für Streetart und einem Symbol der Widerstandsfähigkeit wurde.

Ist der Köpiplatz 137 noch aktiv?

Ja, es ist nach wie vor ein aktives Wohnprojekt und Kulturzentrum mit Konzertsaal, Bar, Kino und weiteren Einrichtungen. Allerdings ist das Projekt mit andauernden juristischen Auseinandersetzungen und Räumungsdrohungen von Bauträgern konfrontiert.

Wann wurde der Köpiplatz 137 zum ersten Mal besetzt?

Das Gebäude wurde am 23. Februar 1990 von ‚Autonomen‘ aus West-Berlin besetzt. Dies war ein bedeutendes Ereignis, da es eine der ersten Hausbesetzungen in Ost-Berlin nach dem Fall der Mauer war.

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