Märchenbrunnen: Ein historisches Wahrzeichen Berlins
Der Märchenbrunnen ist eine monumentale neobarocke Brunnenanlage und der künstlerische Eingang zum Volkspark Friedrichshain in Berlin. Dieses beliebte Wahrzeichen mit einer Fläche von 90 mal 172 Metern umfasst eine beeindruckende Sammlung von 106 Steinskulpturen, die klassische deutsche Märchen darstellen und so einen zauberhaften und historischen öffentlichen Ort schaffen.
Idee und Entstehung
Der Bau wurde 1893 von der Berliner Stadtverwaltung in Auftrag gegeben und der Entwurf 1901 dem einflussreichen Stadtbaurat Ludwig Hoffmann anvertraut. Hoffmann lehnte frühere Vorschläge ab und entwarf, inspiriert von den vielen im Park spielenden Kindern, ein Märchenthema. Er arbeitete mit den Bildhauern Ignatius Taschner, Georg Wrba und Josef Rauch zusammen, um seine Vision zu verwirklichen. Nach einer langen Bauzeit wurde der Brunnen am 15. Juni 1913 offiziell eingeweiht. Der Entwurf sollte die Öffentlichkeit erfreuen und die Berliner Stadtlandschaft um bedeutende bildhauerische Kunst bereichern.
Zerstörung und Wiedergeburt
Die Geschichte des Brunnens spiegelt die von Berlin selbst wider. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde er schwer beschädigt und die meisten seiner Skulpturen gingen verloren. Überraschenderweise wurde der Großteil der Figuren 1950 wiederentdeckt, versteckt hinter einer Mauer in einem Friedrichshainer Gemüsegarten. In den Jahren 1950 bis 1951 erfolgte eine erste, vereinfachte Restaurierung, die die wirtschaftliche Realität im Nachkriegs-Ost-Berlin widerspiegelte. Nach der deutschen Wiedervereinigung war der Brunnen immer wieder Vandalismus ausgesetzt. Dies führte zwischen 2005 und 2007 zu einem umfassenden, denkmalgerechten Restaurierungsprojekt, das aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert wurde und dem Märchenbrunnen seinen ursprünglichen Glanz zurückgab.
Das Skulpturenensemble
Der Brunnen ist eine Schatzkammer der Bildhauerkunst. Das zentrale Becken zeigt von Ignatius Taschner geschaffene Figuren aus zehn Märchen der Brüder Grimm. Dazu gehören Hänsel und Gretel, Aschenputtel und Dornröschen. Hinter der Hauptarkade befindet sich der Delphinbrunnen, während die Balustraden mit 14 Tierskulpturen von Josef Rauch geschmückt sind, darunter ein Bär, ein Wolf und ein Löwe. Sieben wasserspeiende Froschfiguren gehören ebenfalls zum Ensemble, von denen eine den berühmten Froschkönig darstellt.
Der Märchenbrunnen heute
Heute ist der Märchenbrunnen eine beliebte Attraktion für Berliner und Touristen gleichermaßen. Er ist ein beliebter Treffpunkt und ein Ort der stillen Erholung, dessen beruhigendes Wasserplätschern für eine friedliche Atmosphäre sorgt. Die Brunnen sind vom Frühling bis zum Herbst in Betrieb und erwecken die detailreichen Skulpturen zum Leben. Besonders Kinder sind von den wiedererkennbaren Märchenfiguren fasziniert, was den Brunnen zu einem lebendigen Mittelpunkt im Volkspark Friedrichshain macht.
FAQ
Wann wurde der Märchenbrunnen in Berlin gebaut?
Der Entwurf für den Märchenbrunnen entstand ab 1901, die Hauptbauphase fand zwischen 1907 und 1913 statt. Am 15. Juni 1913 wurde er offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Was geschah mit den Skulpturen des Brunnens nach dem Zweiten Weltkrieg?
Der Brunnen wurde 1945 schwer beschädigt und die meisten seiner Skulpturen verschwanden. Zufällig wurden sie 1950 wiederentdeckt, versteckt hinter einer hohen Mauer in einem Gemüsegarten im Bezirk Friedrichshain.
Welche Märchen werden am Märchenbrunnen dargestellt?
Der Brunnen zeigt Skulpturen aus mehreren Märchen der Brüder Grimm, darunter Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Rotkäppchen, Dornröschen, Schneewittchen und der Froschkönig.
Wer hat den Märchenbrunnen entworfen?
Der neobarocke Gesamtentwurf stammt vom Architekten Ludwig Hoffmann. Die zentralen Märchenskulpturen wurden von Ignatius Taschner geschaffen, während Georg Wrba und Josef Rauch weitere bedeutende bildhauerische Elemente beisteuerten.
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