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Die Friedenssäule in Berlin: Geschichte und Fakten

Berlin, Germany

Die Friedenssäule ist ein bedeutendes historisches Denkmal auf dem Berliner Mehringplatz. Sie wurde zwischen 1840 und 1843 errichtet und erinnert im klassizistischen Stil an die Rolle Preußens in den Napoleonischen Kriegen und zeugt von der komplexen Geschichte der Stadt.

Architektonische Details

Die von dem Architekten Christian Gottlieb Cantian entworfene Friedenssäule ist 19 Meter hoch. Ihr Schaft ist aus dunklem, poliertem Granit gefertigt, während Sockel und Kapitell aus weißem Carrara-Marmor bestehen. Der Sockel der Säule ist eine Kombination aus Marmor und Granit.

Gekrönt wird das Denkmal von einer Messingstatue der Victoria, der römischen Siegesgöttin, die von Christian Daniel Rauch geschaffen wurde. Bei dieser Statue handelt es sich um einen vergrößerten Abguss von Rauchs „Zweiter Charlottenburger Viktoria“, die wiederum von einer 1823 in Pompeji entdeckten antiken Nike-Figur aus Bronze inspiriert war.

Eine Geschichte des Gedenkens

Die Säule wurde errichtet, um an den deutschen Feldzug von 1813 und den darauffolgenden Frieden von Paris von 1815 zu erinnern. Der Platz selbst hieß ursprünglich Belle-Alliance-Platz, der preußische Name für die Schlacht bei Waterloo. Die Einweihung des Denkmals am 3. August 1843 markierte den 30. Jahrestag der Schlacht bei Großbeeren, einem wichtigen preußischen Sieg, der Berlin vor der erneuten Besetzung durch Napoleons Truppen bewahrte.

Im Laufe der Jahre wandelte sich die Symbolik des Denkmals. 1876 wurden an seinem Sockel allegorische Skulpturen der vier siegreichen Waterloo-Verbündeten angebracht. Drei Jahre später, 1879, kamen zwei weitere Skulpturen hinzu: „Der Frieden“ von Albert Wolff und „Klio, die Geschichte der Befreiungskriege schreibend“ von Ferdinand Hartzer. Durch diese Ergänzungen verlagerte sich der Schwerpunkt des Denkmals von einem rein militärischen Sieg auf Themen der Versöhnung und der Geschichtsschreibung.

Ein Denkmal mit geheimer Funktion

Über ihre Gedenkfunktion hinaus verbirgt die Friedenssäule eine überraschende Nützlichkeit. Der Architekt Christian Gottlieb Cantian integrierte auf geniale Weise einen Brunnen in den Sockel der Säule. Dieser diente nicht nur der Ästhetik, sondern hatte den praktischen Zweck, das von Cantian entworfene unterirdische Kanalisationssystem zu spülen und so die ständigen Überschwemmungen auf dem Platz zu verhindern. Diese Doppelrolle als prunkvolles Denkmal und zugleich städtische Infrastruktur ist ein einzigartiger Aspekt ihres Entwurfs.

Die Friedenssäule heute

Im lebhaften Bezirk Kreuzberg gelegen, ist die Friedenssäule ein Mittelpunkt des Mehringplatzes, umgeben von Wohnhäusern. Sie ist zwar nicht so berühmt wie Berlins andere Siegessäule, bietet Besuchern aber ein intimeres historisches Erlebnis. Das Denkmal ist weiterhin ein Ort für bürgerschaftliches Engagement, wie sich 2020 zeigte, als es von einem zeitgenössischen Künstler temporär in Textilien gehüllt wurde, um seine militärische Vergangenheit mit dem modernen Diskurs zu verbinden. Es bleibt ein frei zugängliches öffentliches Wahrzeichen, das zum Nachdenken über die vielschichtige Geschichte Berlins einlädt.

FAQ

Warum wurde die Friedenssäule in Berlin gebaut?

Die Friedenssäule wurde erbaut, um an die Napoleonischen Kriege zu erinnern, insbesondere an den deutschen Feldzug von 1813 und den darauffolgenden Frieden von Paris von 1815.

Welche Statue befindet sich auf der Spitze der Friedenssäule?

Die Säule wird von einer Messingstatue der Victoria, der römischen Siegesgöttin, gekrönt. Sie wurde von dem Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffen.

Wo befindet sich die Friedenssäule?

Die Friedenssäule befindet sich auf dem Mehringplatz, einem Platz im Berliner Bezirk Kreuzberg.

Hatte die Friedenssäule neben ihrer Funktion als Denkmal noch einen anderen Zweck?

Ja, ihr Architekt, Christian Gottlieb Cantian, integrierte einen Brunnen in den Sockel, der die praktische Funktion hatte, ein unterirdisches Kanalisationssystem zu spülen, um Überschwemmungen auf dem Platz zu verhindern.

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