
Hoppener Haus: historisches Fachwerk-Meisterwerk in Celle
An der Ecke Poststraße und Rundestraße steht das Hoppener Haus, das wohl berühmteste und am prächtigsten verzierte Fachwerkhaus von Celle. Mitten im größten geschlossenen Fachwerkensemble Deutschlands mit fast 500 historischen Gebäuden bildet dieser markante Bau den optischen Höhepunkt frührenaissancezeitlicher Zimmermannskunst in der Celler Altstadt.
Ein architektonisches Meisterwerk des 16. Jahrhunderts
Das Hoppener Haus entstand 1532 im Zuge einer Stadterweiterung unter Herzog Ernst dem Bekenner. Bauherr war Simon Hoppener, herzoglicher Amtsschreiber und Rentmeister. Das traditionelle Fachwerkgebäude besticht durch sechs vorkragende Ebenen, bei denen Stockwerke und Giebelgeschosse kunstvoll übereinander gestapelt sind.
Filigrane Holzschnitzereien und kontrastreiche Fassaden
Die kunstvollen Reliefschnitzereien, die das Gebäude schmücken, werden dem Bildschnitzer Simon Stappen zugeschrieben. Horizontale Balken, Eckständer und Fußbänder sind über und über mit farbenfrohen Schnitzereien bedeckt: Planetengötter, Fabelwesen, Narren, teuflische Gestalten und groteske Fratzen geben sich hier ein Stelldichein. Dazwischen finden sich Porträtbüsten, die vermutlich die verschiedenen Stände und Berufe der herzoglichen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts darstellen. Auffallend sind auch die gegensätzlichen Fassaden: Während der Schaugiebel zur Poststraße hin mit dramatischem Figurenschmuck auftrumpft, zeigt die Seite zur Rundestraße spätgotisches Stabwerk mit kunstvollen Blattmotiven.
Überstandene Brände und historische Renovierungen
Das Hoppener Haus hat die Jahrhunderte überdauert, wenn auch nicht ganz unbeschadet. Im Oktober 1932, genau 400 Jahre nach seiner Erbauung, zerstörte ein Brand das ursprüngliche Dach. Den Feuerwehrleuten gelang es, die reich verzierten Holzfassaden zu retten, sodass das obere Giebelgeschoss in vereinfachter Form wieder aufgebaut werden konnte. Die bemalte Büste von Herzog Ernst im dritten Stock stammt übrigens nicht aus dem Baujahr 1532, sondern wurde erst bei historistischen Renovierungsarbeiten im Jahr 1901 ergänzt.
Der historische Brunnen Pipenposten
Direkt vor dem Haus auf dem Pflaster steht der Pipenposten, ein Renaissance-Brunnen, den ein vergoldeter Wappenlöwe krönt. Er ist einer von nur drei erhaltenen Schöpfbrunnen aus dem ursprünglichen städtischen Röhrenwassernetz des 16. Jahrhunderts.
Denkmalpflege und heutige Nutzung
Heute steht das Hoppener Haus unter Denkmalschutz. Es ist fester Bestandteil des Celler Altstadtrundgangs und liegt genau auf der Route zwischen dem Celler Schloss und dem Marktplatz. Das geschützte Erdgeschoss ist bis heute ganz selbstverständlich in das lebendige Geschäftsleben der Innenstadt eingebunden.
FAQ
Wer hat das Hoppener Haus erbaut?
Das Gebäude wurde 1532 für Simon Hoppener errichtet, Amtsschreiber und Rentmeister von Herzog Ernst dem Bekenner. Die kunstvollen Holzschnitzereien werden dem Bildschnitzer Simon Stappen zugeschrieben.
Was ist der Pipenposten vor dem Hoppener Haus?
Der Pipenposten ist ein historischer Renaissance-Brunnen mit einem vergoldeten Löwen. Er ist einer von nur drei erhaltenen Brunnen aus dem städtischen Röhrenwassernetz des 16. Jahrhunderts in Celle.
Hat das Hoppener Haus jemals gebrannt?
Das ursprüngliche Dach fiel im Oktober 1932 einem Brand zum Opfer. Die kunstvoll geschnitzten Holzfassaden konnten von der Feuerwehr gerettet werden, und der obere Giebel wurde daraufhin in vereinfachter Form wieder aufgebaut.



