
Der Markt in Celle: Historisches Herz der Altstadt
Das Herz der Altstadt
Mitten im Zentrum der Celler Altstadt steht ein Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, gehüllt in eine optische Täuschung aus dem 17. Jahrhundert. Der Markt ist Celles historischer Marktplatz und liegt direkt an der zentralen Nord-Süd-Achse der Altstadt. Als unverzichtbares Bindeglied zwischen dem Areal des herzoglichen Residenzschlosses und dem Geflecht aus über 450 historischen Fachwerkhäusern pulsiert die Fußgängerzone bis heute als lebendiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der Stadt.
Herzogliche Gründung
Nachdem Herzog Otto der Strenge die Stadt Celle im Jahr 1292 an die Aller verlegt hatte, wurde der Platz als wirtschaftlicher Dreh- und Angelpunkt angelegt. Ursprünglich als Marktstrate bekannt, war er der zentrale Umschlagplatz, an dem Händler ihre Waren unter herzoglichem Schutz anboten.
Zwischen 1580 und 1593 wuchs das städtische Bauensemble um den Anbau des Hochzeitshauses. Dieser bot Platz für Gerichtssäle und rauschende Bürgerfeste. Noch heute prägt das Alte Rathaus von 1292 den Platz und beherbergt die städtische Tourist-Information, die Theaterverwaltung sowie stilvolle Räume für standesamtliche Trauungen.
Architektonische Illusionen und historische Schänken
Das Alte Rathaus überrascht mit einer seltenen barocken Trompe-l’Œil-Fassade aus dem Jahr 1697, gemalt von H. J. Suersen. Dieses scheinbare architektonische Relief wurde direkt auf den flachen Putz aufgetragen. Jahrhundertelang blieb das Kunstwerk verborgen, bis Restauratoren es bei Sanierungsarbeiten in den Jahren 1984 und 1985 unter sage und schreibe 13 Farbschichten wieder freilegten.
Unter dem Rathaus erstreckt sich der Ratskeller. Mit seinem gotischen Kreuzgewölbe von 1292 besitzt das Untergeschoss herzogliche Schankrechte aus dem Jahr 1378 und gilt damit als älteste eingetragene Schankwirtschaft Niedersachsens.
Draußen markieren historische Prangersäulen den Südgiebel. Sie standen bis 1785 am Rathaus, wurden 1863 als private Torpfosten verkauft, bevor die Stadt sie 1941 zurückholte und wieder an ihrem historischen Ort aufstellte.
Moderne Treffpunkte und Markttreiben
Heute präsentiert sich der Markt als einladende Fußgängerzone mit modernen Sitzgelegenheiten und viel Grün. Seiner historischen Rolle als Handelsplatz bleibt er treu: Mittwochs und samstags findet hier morgens der traditionelle Wochenmarkt statt. Über das Jahr verteilt verwandelt sich der Platz zudem in die stimmungsvolle Kulisse für Wein- und Weihnachtsmärkte.
An Markttagen liegt das muntere Rufen der Händler und das Stimmengewirr der Passanten in der Luft. Untermalt wird das bunte Treiben vom Geläut der Kirchenglocken und den täglichen Chorälen der Turmbläser von der benachbarten Stadtkirche. Von 1973 bis 2010 erklang über dem Markt zudem das Celler Glockenspiel an einem Juweliergeschäft, bevor die Stadt die Glocken an eine nahegelegene Kreuzung versetzte.
FAQ
Wann findet der Wochenmarkt auf dem Celler Markt statt?
Der traditionelle Wochenmarkt findet mittwochs und samstags am Vormittag auf dem Platz statt.
Welches ist die älteste eingetragene Schankwirtschaft Niedersachsens?
Der Ratskeller im Gewölbe des Alten Rathauses am Markt ist die älteste eingetragene Schankwirtschaft Niedersachsens. Seine herzoglichen Schankrechte reichen bis in das Jahr 1378 zurück.
Welche architektonische Überraschung birgt das Alte Rathaus?
Das Alte Rathaus besitzt eine seltene barocke Trompe-l’Œil-Fassade von H. J. Suersen aus dem Jahr 1697. Diese optische Täuschung eines plastischen Reliefs wurde direkt auf den flachen Putz gemalt und in den 1980er-Jahren unter 13 Farbschichten wiederentdeckt.



