
Konstanzer Münster: Münster Unserer Lieben Frau
Bestaune die imposante Fassade des Münsters Unserer Lieben Frau auf dem Münsterplatz mit seiner kühnen Architektur und dem historischen Aussichtsturm, der die Silhouette der Altstadt beherrscht. Errichtet auf der höchsten natürlichen Erhebung des historischen Zentrums, dem Münsterhügel, dient die Turmspitze als unübersehbarer Orientierungspunkt für ganz Konstanz. Aus fast jedem Blickwinkel prägt sie das Stadtbild und dient als weithin sichtbares Wahrzeichen.
Eine Geschichte von Konzilien und Käseglocken
Bereits im Jahr 780 wurde an dieser Stelle erstmals eine Bischofskirche urkundlich erwähnt. Nachdem der Bau 1052 eingestürzt war, entstand eine monumentale romanische Basilika, die 1089 geweiht wurde. Später schrieb das Münster europäische Geschichte: Zwischen 1414 und 1418 diente es als Hauptversammlungsort für das Konstanzer Konzil. Bei diesem Weltereignis fand die einzige Papstwahl statt, die jemals nördlich der Alpen abgehalten wurde.
Der hoch aufragende neugotische Turmhelm, wie wir ihn heute sehen, ist allerdings eine Ergänzung aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen 1846 und 1860 leitete der badische Baudirektor Heinrich Hübsch eine umfassende Restaurierung des Münsters. Hübsch spottete offen über die spätgotischen Kuppeldächer und stempelte sie verächtlich als „Käseglocken“ ab. Kurzerhand ließ er sie entfernen und setzte dem Mittelturm zwischen 1850 und 1853 ein steinernes Oktogon mit filigran durchbrochener Maßwerkspitze auf. Im Jahr 1955 wurde das Münster schließlich offiziell zur Basilica minor erhoben.
Das monumentale Geläut
Die Kathedrale beherbergt 19 Glocken mit einem Gesamtgewicht von rund 35.000 Kilogramm. Dieses gewaltige Ensemble ist das zweitschwerste Geläut in ganz Deutschland, übertroffen nur vom Kölner Dom. Zu jeder vollen Stunde hallen die tiefen Schwingungen dieser Kolosse kraftvoll über den gesamten Münsterplatz.
Teil des Ensembles ist die historische Ursulaglocke, die 1584 von Hans Christof Löffler gegossen wurde. Bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1990 entdeckte man direkt südlich des Münsters sogar die originale Gussgrube wieder, in der diese traditionsreiche Glocke einst entstand. Ergänzt wird das Geläut durch eine zwölfteilige Glockengruppe, die der Kirche 1966 gestiftet wurde.
Aufstieg zur Maßwerkspitze
Der Mittelturm ragt gut 76 bis 78 Meter über die Gassen von Konstanz. Zur Aussichtsplattform gelangst du über 193 Stufen durch schmale, dämmrige Steinschächte. Weitere 52 Stufen führen hinauf zu noch höheren Balkonen, insgesamt sind es also rund 245 Stufen. Oben auf der windumtosten Plattform, umgeben von durchbrochenem gotischem Maßwerk, eröffnet sich ein weiter Panoramablick: Die ziegelroten Dächer der mittelalterlichen Altstadt treffen auf die Weite des Bodensees und das Panorama der fernen Schweizer Alpen.
Heute dient das Münster als aktive römisch-katholische Pfarrkirche mit regelmäßigen Gottesdiensten und täglichen Gebeten. Der Turm samt Aussichtsterrasse ist saisonal geöffnet, in der Regel von April bis Oktober, und kann mit einem Ticket bestiegen werden. Außerhalb der Gottesdienstzeiten stehen der Innenraum der Kathedrale und die romanische Krypta täglich für Besichtigungen offen.
FAQ
Wie hoch ist der Turm des Münsters Unserer Lieben Frau?
Der Mittelturm samt neugotischer Spitze ragt 76 bis 78 Meter über die Konstanzer Altstadt. Besucher können über 193 Stufen die Hauptaussichtsplattform erreichen, weitere 52 Stufen führen noch höher auf die oberen Balkone.
Sind die Glocken des Münsters historisch bedeutend?
Ja, das Münster besitzt 19 Glocken mit einem Gesamtgewicht von rund 35.000 Kilogramm und damit das zweitschwerste Geläut Deutschlands. Dazu gehören die historische Ursulaglocke von 1584 sowie ein 1966 gestiftetes Geläut aus zwölf weiteren Glocken.
Was war das Konstanzer Konzil?
Zwischen 1414 und 1418 diente das Münster als zentraler Versammlungsort für das Konstanzer Konzil. Bei diesem historischen Großereignis fand die einzige Papstwahl statt, die jemals nördlich der Alpen abgehalten wurde.



