Speyerer Dom: Die größte romanische Kirche der Welt - Speyer
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Speyerer Dom: Die größte romanische Kirche der Welt

Speyer, Germany

Tritt ein in ein kolossales mittelalterliches Monument, erbaut für ein Publikum von genau einer Person: den Papst. Als der römisch-deutsche Kaiser Konrad II. den Speyerer Dom um 1025 bis 1030 stiftete, war Speyer eine bescheidene Siedlung von gerade einmal rund 500 Einwohnern. Die gewaltigen Ausmaße der Kathedrale waren eine gezielte Machtdemonstration gegenüber dem Papsttum und überstiegen jeden praktischen Bedarf der Bevölkerung bei Weitem. Heute, offiziell Domkirche St. Maria und St. Stephan genannt, gilt das Bauwerk als größte erhaltene romanische Kirche der Welt.

Ein Denkmal kaiserlicher Macht

Auf einem Plateau nahe dem Rhein gelegen, erstreckt sich die Basilika über eine Länge von 134 Metern. Das Mittelschiff ragt 33 Meter in die Höhe, überwölbt von einem durchgehenden Kreuzgratgewölbe, das während der Erweiterung „Speyer II“ zwischen 1082 und 1106 unter Kaiser Heinrich IV. eingezogen wurde. Vier hoch aufragende Türme messen über 71 Meter. Im Inneren erzeugen die monumentalen, unverzierten Steinmauern einen gewaltigen Nachhall und stellen das reine geometrische Raumvolumen über jeglichen Zierrat.

Europas größte romanische Krypta

Unter dem Chor und dem Querhaus liegt die größte erhaltene romanische Hallenkrypta Europas. Die Gewölberäume zeichnen sich durch ein rhythmisches Streifenmuster aus abwechselnd gelben und rotsandsteinernen Quadern aus. Diese unterirdische Ebene birgt die kaiserliche Grablege, letzte Ruhestätte für acht mittelalterliche deutsche Kaiser und Könige, vier Kaiserinnen und mehr als vierzig Bischöfe.

Jahrhunderte voller Kriege und Rettungsaktionen

Im Jahr 1689 wurde der Dom katastrophal beschädigt, als französische Truppen das Gebäude im Pfälzischen Erbfolgekrieg in Brand steckten. Ein frühes Meisterstück europäischer Denkmalpflege gelang zwischen 1772 und 1778, als das romanische Langhaus akribisch wiederaufgebaut wurde. Nach weiteren Verwüstungen und Plünderungen in den Französischen Revolutionskriegen leitete König Ludwig I. von Bayern Mitte des 19. Jahrhunderts eine erneute Restaurierung ein.

Städtische Traditionen und lebendiger Glaube

Seit 1981 UNESCO-Welterbe, ist der Dom nach wie vor der Bischofssitz des katholischen Bistums Speyer. Hier finden tägliche Messen und regelmäßige Orgelkonzerte statt. Das Bauwerk verankert das östliche Ende der Speyerer Altstadt und markiert den Beginn der Maximilianstraße, die schnurgerade auf das mittelalterliche Altpörtel zuführt.

Direkt vor dem Hauptportal steht der Domnapf, eine große Sandsteinschale, die historisch die Rechtsgrenze zwischen städtischer und bischöflicher Gerichtsbarkeit markierte. Der Tradition nach wurde dieses Becken bei jedem Amtsantritt eines neuen Bischofs mit kostenlosem Wein für die Bürgerschaft gefüllt. Einer weiteren lokalen Überlieferung zufolge betete Bernhard von Clairvaux 1146 vor dem Marienbildnis des Doms und ergänzte dort die letzten Anrufungen des berühmten Hymnus Salve Regina.

Das Gotteshaus ist täglich geöffnet, sodass du die romanische Krypta und die Kaisergräber in aller Ruhe erkunden kannst. Im Kaisersaal lassen sich restaurierte Fresken aus dem 19. Jahrhundert bewundern, und über 214 Stufen gelangst du zu einer 60 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform auf dem Südwestturm.

FAQ

Warum ist der Speyerer Dom so groß?

Um 1025 bis 1030 vom römisch-deutschen Kaiser Konrad II. gegründet, sollten die monumentalen Ausmaße des Doms ein klares kaiserliches Machtsignal an das Papsttum senden. Damals zählte Speyer gerade einmal rund 500 Einwohner, weshalb die Größe des Baus jeden praktischen Bedarf vor Ort bei Weitem überstieg.

Wer liegt im Speyerer Dom begraben?

In der gewaltigen romanischen Krypta des Doms befindet sich eine kaiserliche Grablege. Sie dient als letzte Ruhestätte für acht mittelalterliche deutsche Kaiser und Könige, vier Kaiserinnen und über 40 Bischöfe.

Was ist der Domnapf vor dem Dom?

Der Domnapf ist ein großes Sandsteinbecken direkt vor dem Hauptportal. Historisch markierte er die Grenze zwischen städtischer und bischöflicher Gerichtsbarkeit. Nach alter Tradition wurde die Schale bei jedem Amtsantritt eines neuen Bischofs mit kostenlosem Wein für die Bürger von Speyer gefüllt.

Kann man die Türme des Speyerer Doms besteigen?

Ja, der Dom ist täglich für Besucher geöffnet. Vom Kaisersaal aus erreichst du über 214 Stufen eine Aussichtsplattform in 60 Metern Höhe auf dem Südwestturm.

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