Stadttor Altpörtel: Speyers erhaltenes Stadttor aus dem Mittelalter - Speyer
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Ziel

Stadttor Altpörtel: Speyers erhaltenes Stadttor aus dem Mittelalter

Speyer, Germany

Stell dich vor das imposante Altpörtel, das steil aufragende historische Stadttor, das den westlichen Abschluss der Speyerer Prachtstraße bildet.

Ein wehrhafter mittelalterlicher Überlebender

Das Altpörtel ist das einzige erhaltene westliche Stadttor der mittelalterlichen Speyerer Stadtbefestigung, zu der einst stolze 68 Türme gehörten. Mit seinen rund 55 Metern Höhe zählt es zu den höchsten mittelalterlichen Stadttoren Deutschlands. Der Turm entstand in mehreren Etappen: Der untere Bereich stammt aus den Jahren 1230 bis 1250, während das spätgotische Obergeschoss mit seinen Maßwerkbrüstungen zwischen 1512 und 1514 ergänzt wurde. Gekrönt wurde das Tor schließlich 1708 mit seinem steilen Dach samt Laterne.

Über die Jahrhunderte erfüllte der Turm unterschiedlichste weltliche wie militärische Zwecke: Hier wohnten die Torwächter, hier lagerten die städtischen Waffen, und im fensterlosen Verlies saßen die Gefangenen. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs im Jahr 1689 hatten französische Mineure das Tor bereits komplett zur Sprengung vorbereitet. Einer lokalen Überlieferung nach wurde das Bauwerk nur gerettet, weil der Prior des benachbarten Karmeliterklosters bei Marschall Jacques-Henri de Durfort intervenierte, mit dem unschlagbaren Argument, dass der einstürzende Turm unweigerlich das Kloster zertrümmern würde, in dem der Marschall höchstpersönlich residierte.

Zwei Fassaden und historische Uhren

Die Architektur des Altpörtels spiegelt seine doppelte Rolle wider: Die nach außen gerichtete Westseite war rein defensiv gedacht und zeigt entsprechend schmale Schießscharten. Die der Stadt zugewandte Ostfassade hingegen präsentiert sich für die Speyerer Bürger aufwendig verziert.

Hoch über der Straße prangen an beiden Fassaden gleich zwei getrennte Zifferblätter. Das nach außen gerichtete Zifferblatt für die vollen Stunden ist bewusst übergroß ausgefallen, damit herannahende Reisende schon weit draußen auf den Feldern mühelos die Zeit ablesen konnten. Ein separates, kleineres Zifferblatt zeigt die Viertelstunden an.

Das eiserne Speyerer Maß

An der Nordwand der Tordurchfahrt ist ein ganz besonderes Relikt eingelassen: der sogenannte Speyerer Werkschuh. Dieser Eisenstab misst exakt 28,889 Zentimeter und diente allen Händlern der Stadt bis ins frühe 19. Jahrhundert als gesetzlich bindendes Längenmaß.

Modernes Stadtleben

Das Tor bildet das westliche Ende der Maximilianstraße am Postplatz und fungiert als direktes städtebauliches Gegengewicht zum Speyerer Dom am anderen Ende der 700 Meter langen, einstigen kaiserlichen Prachtstraße. Heute beherbergt das Bauwerk eine Ausstellung zur Stadtgeschichte, ein Trauzimmer des Standesamts und eine Aussichtsplattform in 30 Metern Höhe. Aktuell wird das Denkmal brandschutztechnisch umfassend modernisiert, die Wiedereröffnung ist für September 2026 geplant.

FAQ

Wie hoch ist das Stadttor Altpörtel?

Das Stadttor Altpörtel ist rund 55 Meter hoch und zählt damit zu den höchsten mittelalterlichen Stadttoren Deutschlands.

Was ist der Speyerer Werkschuh?

Der Speyerer Werkschuh ist ein Eisenstab an der Nordwand der Tordurchfahrt. Mit einer Länge von exakt 28,889 Zentimetern diente er den Händlern in Speyer bis ins frühe 19. Jahrhundert als gesetzlich vorgeschriebenes Längenmaß.

Warum sind die Uhren am Turm unterschiedlich groß?

Der Turm besitzt ein extragroßes äußeres Zifferblatt für die vollen Stunden und ein kleineres für die Viertelstunden. Das nach außen gerichtete Stundenzifferblatt wurde bewusst vergrößert, damit ankommende Reisende die Uhrzeit schon aus der Ferne ablesen konnten, noch bevor sie die Stadtmauern erreichten.

Kann man das Altpörtel besichtigen?

Im Turm befinden sich eine stadtgeschichtliche Ausstellung, ein Trauzimmer und eine Aussichtsplattform. Wegen brandschutztechnischer Sanierungsarbeiten ist er derzeit jedoch geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für September 2026 geplant.

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