Alte Mainbrücke Würzburg: Geschichte und Statuen - Wurzburg
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Alte Mainbrücke Würzburg: Geschichte und Statuen

Wurzburg, Germany

Die Alte Mainbrücke ist die wohl lebendigste Verbindung in Würzburgs fürstliche Vergangenheit. Erbaut zwischen 1473 und 1543, schlug das gotische Bauwerk die entscheidende Brücke zwischen der Altstadt und der Festung Marienberg, dem imposanten Machtzentrum der hiesigen Fürstbischöfe. Heute ist sie ein quirliger Treffpunkt und erzählt ganz nebenbei vom Aufstieg Würzburgs unter seinen geistlichen Herrschern.

Ein mittelalterliches Meisterwerk

Die heutige Brücke ersetzte einen romanischen Steinbau, der vermutlich um 1133 n. Chr. entstand. Bischof Johann II. von Brunn gab den Anstoß für den gotischen Nachfolger, bevor Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg 1476 schließlich den offiziellen Startschuss gab. Die Pfeiler standen zwar schon 1488, doch die Vollendung aller Bögen zog sich bis ins Jahr 1703 hin. Über Jahrhunderte hinweg blieb die Alte Mainbrücke Würzburgs einzige Verbindung über den Fluss und stemmte den gesamten Verkehr aus Fußgängern und Pferdekutschen, bis 1886 endlich eine zweite Brücke Entlastung brachte.

Barocke Galerie der Macht

Zwischen 1720 und 1730 zogen zwölf monumentale, rund viereinhalb Meter hohe Barockstatuen auf den Brüstungen ein. In Auftrag gegeben von den Fürstbischöfen Christoph Franz von Hutten und Friedrich Carl von Schönborn, demonstrieren sie die perfekte Symbiose aus Frömmigkeit und politischer Macht. Zu sehen sind Heilige und Herrscher, die für die Christianisierung und Führung der Region entscheidend waren, darunter der heilige Kilian, König Pippin der Jüngere und Kaiser Karl der Große. Hofmaler Clemens Lünenschloß entwarf die Figuren 1725, die Bildhauer Johann Sebastian Becker und Claude Curé meißelten sie in Stein. Kurioses Detail am Rande: Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn verlangte für die Nordseite kurzerhand andere Heilige und warf damit den ursprünglichen Plan über den Haufen.

Kriegswirren und harter Pragmatismus

Kriege, Hochwasser und Belagerungen pflastern die Geschichte der Alten Mainbrücke, doch ihr dramatischstes Kapitel erlebte sie in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs 1945. Die Wehrmacht versuchte beim Rückzug, die Brücke zu sprengen, was dank fehlerhafter Sprengsätze nur teilweise gelang. Kurz darauf räumten US-Truppen kurzerhand die originale Barockstatue von König Pippin dem Jüngeren ab und warfen sie in den Main, um Platz für ein Flugabwehrgeschütz zu schaffen. Später wurde die Brücke originalgetreu restauriert, ein historisches Glanzstück trotz dieses Akts militärischer Zweckmäßigkeit.

Der Brückenschoppen heute

Heute gehört die Alte Mainbrücke ganz den Fußgängern und Radfahrern. Sie ist Würzburgs lebendigster Treffpunkt mit fantastischem Panoramablick auf die Festung Marienberg, die Residenz, das Käppele und den Dom. Berühmt ist vor allem der legendäre „Brückenschoppen“: Man holt sich ein Glas Frankenwein direkt am Brückenkopf und genießt das Leben. Dazu kommen Stadtfeste, Open-Air-Konzerte und die alljährliche Kiliani-Prozession, die der Brücke ihren festen Platz im Herzen der Stadt sichern.

FAQ

Wann wurde die Alte Mainbrücke erbaut?

Die heutige gotische Brücke entstand zwischen 1473 und 1543, wobei sich die Fertigstellung der Brückenbögen bis 1703 hinzog. Sie ersetzte eine romanische Vorgängerbrücke aus der Zeit um 1133 n. Chr.

Welche Statuen stehen auf der Alten Mainbrücke?

Auf der Brücke stehen zwölf barocke Statuen, die zwischen 1720 und 1730 aufgestellt wurden. Sie zeigen bedeutende geistliche und weltliche Persönlichkeiten aus Würzburgs Geschichte, darunter der heilige Kilian, Kaiser Karl der Große und König Pippin der Jüngere.

Wurde die Alte Mainbrücke im Zweiten Weltkrieg beschädigt?

Ja, sie wurde 1945 teilweise beschädigt, als die Wehrmacht beim Rückzug vergeblich versuchte, sie mit fehlerhaftem Sprengstoff komplett zu zerstören. Zudem warfen US-Soldaten die originale Statue von König Pippin dem Jüngeren in den Main, um Platz für ein Flugabwehrgeschütz zu schaffen.

Was ist der Brückenschoppen?

Der Brückenschoppen ist eine beliebte Würzburger Tradition: Man trifft sich auf der Alten Mainbrücke auf ein Glas lokalen Frankenwein, den man direkt an den Schenken auf der Brücke kauft, und genießt die Geselligkeit.

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