Osttor des Hofgartens: Würzburgs barockes Meisterwerk - Wurzburg
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Osttor des Hofgartens: Würzburgs barockes Meisterwerk

Wurzburg, Germany

Wirf einen Blick durch dieses Gitter und tauche ein in die private Welt der Fürstbischöfe. Ein minutiös durchkomponierter Barockgarten, geschaffen zum Lustwandeln und als glasklare Machtdemonstration über die Natur selbst. Kaum zu glauben: Dieser prunkvolle fürstliche Garten stand zwar schon früh dem einfachen Volk offen, für Soldaten und Studenten herrschte hier jedoch striktes Zutrittsverbot.

Barocke Pracht nach Maß

Der Hofgarten entstand als standesgemäße Erweiterung der Würzburger Residenz, jenem monumentalen Schlossbau, den Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn 1720 in Auftrag gab. Während die Palastmauern zügig in die Höhe wuchsen, ließ die endgültige barocke Gartenpracht noch auf sich warten, bis Johann Prokop Mayer 1770 das Amt des Hofgärtners übernahm. Mayer gliederte den Ostgarten in die für jene Epoche typischen, streng geometrischen Formen. Das anspruchsvolle Gelände, das zu den barocken Stadtbastionen steil anstieg, bezog Chefarchitekt Balthasar Neumann meisterhaft in die Gesamtkomposition ein. Kurioses Detail: Ursprünglich war für den Ostgarten eine gewaltige Kaskade hinauf zur Bastion geplant. Zu diesem spektakulären Wasserspiel kam es allerdings nie.

Der König der Schmiede

Den Weg in die östliche Gartenhälfte eröffnet das prachtvolle Hofgartentor am Gesandtenbau. Dieses kunstvolle Schmiedeeisengitter schufen Georg und Anton Oegg zwischen 1748 und 1774. Johann Georg Oegg, zu Rokokozeiten ehrfürchtig als „König der Schmiede“ gefeiert, schuf hier ein Meisterwerk der Metallkunst, das als perfektes, erhabenes Entree in das fürstbischöfliche Reich diente.

Vom fürstlichen Rückzugsort zur öffentlichen Oase

Für das Jahr 1776 war es ein erstaunlich fortschrittlicher Schritt: Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim öffnete den rund neun Hektar großen Hofgarten für die Bevölkerung. Aus Angst vor Zügellosigkeit blieben Soldaten und Studenten allerdings ausdrücklich vor den Toren ausgesperrt. Im 19. Jahrhundert wurden Teilbereiche in einen englischen Landschaftspark umgewandelt, bevor man später wieder zur ursprünglichen barocken Geometrie zurückkehrte. Nach den verheerenden Bombenangriffen im März 1945 musste die Gartenanlage zudem aufwendig rekonstruiert werden.

Ein lebendiges Welterbe

Heute ist der Hofgarten ein geschätzter Rückzugsort für Einheimische wie für Gäste aus aller Welt. Er bildet das grüne Herzstück des Residenzensembles, das seit 1981 als herausragendes barockes Gesamtkunstwerk zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Wege sind hundefreundlich und kinderwagentauglich. Unterhalb der Orangerie kannst du den rekonstruierten Nutzgarten erkunden, in dem noch heute historische Obst- und Beerensorten wachsen, immer mit der majestätischen Schlosskulisse im Rücken.

FAQ

Wer schuf das schmiedeeiserne Osttor des Hofgartens?

Das kunstvolle Tor wurde zwischen 1748 und 1774 von Georg und Anton Oegg gefertigt. Johann Georg Oegg war im Rokoko weithin als „König der Schmiede“ bekannt.

Wann wurde der Hofgarten für die Öffentlichkeit geöffnet?

Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim öffnete den Garten 1776 für die Allgemeinheit. Soldaten und Studenten war der Zutritt anfangs jedoch verboten, da man Regelverstöße und Unruhe fürchtete.

Kostet der Eintritt in den Hofgarten etwas?

Nein, der Eintritt in den Hofgarten ist kostenlos. Der öffentliche Park ist hundefreundlich und bietet barrierefreie Wege für Kinderwagen.

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