Würzburger Dom: Geschichte und Guide - Wurzburg
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Würzburger Dom: Geschichte und Guide

Wurzburg, Germany

Beim Wiederaufbau des Würzburger Doms nach dem Zweiten Weltkrieg wurden barocke Elemente ganz bewusst aus dem Mittelschiff entfernt, um die romanische Ästhetik zu betonen. Das schuf ein bis heute kontroverses Spannungsfeld zu den opulenten Barockstuckaturen, die in anderen Teilen des Innenraums überlebt haben. Als Bischofskirche war der Dom über Jahrhunderte das geistliche Herz des Hochstifts und birgt die Gräber vieler seiner mächtigen Fürstbischöfe.

Eine vielschichtige Architekturgeschichte

Der Bau des heutigen Doms begann 1040 unter Bischof Bruno und wurde 1075 von seinem Nachfolger, Bischof Adalbero, vollendet. Nach seiner endgültigen Weihe im Jahr 1187 erstreckte er sich über eine Länge von 103 Metern, was ihn zum viertgrößten romanischen Kirchenbau Deutschlands macht. Im Lauf der Jahrhunderte wuchs das Bauwerk weiter, erhielt gotische Anbauten und erfuhr tiefgreifende barocke Umgestaltungen. Zu den bemerkenswertesten Erweiterungen zählen die meisterhaften Stuckarbeiten von Pietro Magno zwischen 1701 und 1704 sowie die prachtvolle Schönbornkapelle, die Barockbaumeister Balthasar Neumann zwischen 1721 und 1734 entwarf.

Die Macht der Fürstbischöfe

Das Bistum Würzburg wurde 743 vom heiligen Bonifatius gegründet. Bis 1168 erlangten die Bischöfe auch die weltliche Herrschaft in Franken und stiegen zu mächtigen Fürstbischöfen auf. Über Jahrhunderte diente ihnen der Würzburger Dom als traditionelle Grablege. Der berühmte Bildhauer Tilman Riemenschneider schuf hier monumentale Grabdenkmäler für die Fürstbischöfe Rudolf II. von Scherenberg und Lorenz von Bibra. Eine bizarre Tradition verlangte damals, dass die Herzen mancher Fürstbischöfe im Kloster Ebrach, ihre Eingeweide in der Marienkirche und ihre Körper im Dom bestattet wurden. Erst Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, ein eifriger Gegenreformator, brach mit diesem Brauch.

Zerstörung und Reromanisierung

Am 16. März 1945 wurde der Würzburger Dom durch Bombenangriffe schwer beschädigt, woraufhin im Winter 1946 weite Teile des Gebäudes einstürzten. Beim Wiederaufbau, der 1967 abgeschlossen wurde, trafen die Architekten die umstrittene Entscheidung, das Mittelschiff teilweise zu reromanisieren. Indem sie spätere barocke Elemente entfernten, schufen sie einen harten architektonischen Kontrast zu den opulenten Barockverzierungen, die in anderen Bereichen des Doms erhalten blieben.

Reliquien, Schätze und Traditionen

Der Dom besitzt tiefe religiöse Bedeutung und birgt im Hochaltar die Schädelreliquien des heiligen Kilian und seiner Gefährten. Im Westteil aus dem 12. Jahrhundert befinden sich ein alter Brunnen, das Grabmal Konrads von Querfurt und ein mysteriöses bärtiges Antlitz, das vermutlich aus karolingischer oder merowingischer Zeit stammt. Ein weiteres lebendiges Denkmal ist die Lobdeburg-Glocke: 1257 gegossen, zählt sie zu den ältesten Glocken Deutschlands und läutet jeden Freitag um 15 Uhr zum Gedenken an die Kreuzigung Jesu Christi. Heute ist der Dom nach wie vor ein aktives Gotteshaus und kulturelles Zentrum, flankiert vom Museum am Dom mit über 770 historischen Ausstellungsstücken.

FAQ

Kostet der Würzburger Dom Eintritt?

Der Eintritt in den Innenraum des Würzburger Doms ist grundsätzlich kostenlos. Für angrenzende Bereiche wie das Museum am Dom wird jedoch ein Ticket benötigt.

Wer liegt im Würzburger Dom begraben?

Der Dom ist die traditionelle Ruhestätte der Würzburger Fürstbischöfe und beherbergt monumentale Grabmäler, die vom berühmten Bildhauer Tilman Riemenschneider geschaffen wurden.

Was geschah im Zweiten Weltkrieg mit dem Würzburger Dom?

Der Dom wurde 1945 bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau bis 1967 entschieden sich die Architekten für den umstrittenen Schritt, barocke Elemente zu entfernen, um die romanische Ästhetik wiederherzustellen.

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