Würzburger Residenz: Ein Meisterwerk des deutschen Barock - Wurzburg
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Würzburger Residenz: Ein Meisterwerk des deutschen Barock

Wurzburg, Germany

Die Würzburger Residenz bildete einst das schillernde Machtzentrum der Fürstbischöfe. Ein UNESCO-Weltkulturerbe, geschaffen, um jeden Betrachter durch schiere Größe und barocke Pracht schlichtweg zu überwältigen. Bis heute ist das Schloss ein monumentales Zeugnis für den unermesslichen Reichtum und den unbändigen Kunstsinn der geistlichen und weltlichen Herrscher des 18. Jahrhunderts.

Die Vision der Fürstbischöfe

Anfang des 18. Jahrhunderts träumte Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn von einer Residenz, die es locker mit Versailles aufnehmen konnte. Also zog der Hof kurzerhand von der mittelalterlichen Festung Marienberg ins Tal. Der Bau der Würzburger Residenz begann 1720 und verschlang astronomische Summen: mehr als 1,5 Millionen Gulden. Um diese Zahl einzuordnen: Ein einziger Gulden entsprach damals mehr als dem Wochenlohn eines Tagelöhners.

Johann Philipp Franz erlebte die Fertigstellung nicht mehr, doch sein Bruder, Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn, trieb das Mammutprojekt unermüdlich voran. 1744 stand der Rohbau, 1781 erstrahlten auch die letzten Innenräume. Das Schloss diente bis zur Säkularisation des Hochstifts in den Jahren 1802 und 1803 als fürstbischöflicher Sitz. Später, bei seinen Aufenthalten zwischen 1806 und 1813, spottete Napoleon Bonaparte bekanntermaßen über die riesige Anlage und nannte sie den „größten Pfarrhof Europas“.

Meisterhafte Architektur und Würzburger Rokoko

Chefarchitekt der Residenz war Balthasar Neumann, damals noch ein junger, völlig unbekannter Baumeister. Neumann verknüpfte meisterhaft französisches Schlossdesign, norditalienische Baukunst und Wiener Barock zu einem unverwechselbaren Stil, der als „Würzburger Rokoko“ in die Geschichte einging.

Weltberühmt ist das Schloss vor allem für seine atemberaubende Kunstfertigkeit. Über dem monumentalen Treppenhaus schuf der venezianische Maler Giovanni Battista Tiepolo das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt. Auf rund 580 Quadratmetern zeigt dieses Meisterwerk die damals bekannten vier Erdteile, samt einem dezenten Selbstporträt des Meisters, der keck über die Schulter einer Statue lugt.

Zu den weiteren Höhepunkten gehört der Weiße Saal, veredelt von Stuckateur-Genie Antonio Bossi, sowie der Kaisersaal mit seinen scheinbar marmornen Prachtsäulen. In Wahrheit handelt es sich um ein kunstvolles Trompe-l'œil aus Stuckmarmor, ein genialer Spartrick, der das kostbare Gestein täuschend echt imitiert. Ein weiteres Wunderwerk ist das reich verzierte Spiegelkabinett, das in seltener Hinterglasmalerei erstrahlt.

Zerstörung und wundersames Überleben

Am 16. März 1945 wurde die Würzburger Residenz bei einem verheerenden, nur 17-minütigen Bombenangriff fast vollständig zerstört. Ein britischer Luftschlag entfesselte einen Feuersturm, der weite Teile des Palastes in Schutt und Asche legte. Wie durch ein Wunder blieben die zentralen Gewölbe mit Vestibül, Gartensaal, Treppenhaus, Weißem Saal und Kaisersaal weitgehend unversehrt.

Nach dem Angriff spielte Lieutenant John Davis Skilton, ein Kunsthistoriker im Dienst der US-Armee, eine entscheidende Rolle bei der Rettung des Bauwerks. Er organisierte die provisorische Überdachung der erhaltenen Gewölbe und schützte Tiepolos Fresken, Bossis Stuck und Neumanns Treppenhaus vor Feuchtigkeit und Verfall. Schon bald begann der akribische Wiederaufbau. Verlorene Räume wie das Spiegelkabinett wurden allein anhand von Fragmenten, Farbdias und einem Aquarell detailgetreu rekonstruiert. Ein gigantisches Restaurierungsprojekt, das bis 1987 andauerte.

Die Würzburger Residenz heute

Heute wird die Würzburger Residenz als Museum von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreut. Das Schloss, das seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, öffnet rund 40 Schauräume mit Möbeln, Wandteppichen und Gemälden des 18. Jahrhunderts für Besucher.

Der weitläufige Hofgarten und die Hofkirche sind frei zugänglich, während der Residenzplatz regelmäßig zur Bühne für Kulturveranstaltungen wird. Ein eigener Gedenkraum im Schloss dokumentiert die katastrophalen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und würdigt den unermüdlichen Einsatz, mit dem dieses europäische Kulturgut gerettet wurde.

FAQ

Wann wurde die Würzburger Residenz erbaut?

Der Grundstein für das Schloss wurde 1720 gelegt. Der Rohbau stand 1744, und die Innenausstattung wurde zwischen 1780 und 1781 vollendet.

Wer hat das Deckenfresko in der Würzburger Residenz gemalt?

Der berühmte venezianische Freskenmaler Giovanni Battista Tiepolo schuf das Deckenfresko über dem Treppenhaus. Mit rund 580 Quadratmetern Fläche ist es das weltweit größte zusammenhängende Deckenfresko.

Wurde die Würzburger Residenz im Zweiten Weltkrieg zerstört?

Ja, bei einem britischen Luftangriff am 16. März 1945 ging das Schloss in einem Feuersturm fast vollständig unter. Wie durch ein Wunder hielten jedoch die zentralen Gewölbe stand, und nach jahrzehntelanger, akribischer Rekonstruktion war das Schloss 1987 wiederhergestellt.

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