Piazza Garibaldi: Parmas historisches Herz - Parma
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Ziel

Piazza Garibaldi: Parmas historisches Herz

Parma, Italy

Lass die lebendige Atmosphäre und die historischen Prachtbauten auf dich wirken, die die Piazza Giuseppe Garibaldi säumen. Als zentraler Bürgerplatz Parmas entstand sie direkt über dem antiken Forum Romanum entlang der Via Emilia. Seit Jahrhunderten bildet die Piazza das weltliche und politische Herzstück der Stadt, als kraftvoller Gegenpol zum nahegelegenen religiösen Zentrum rund um die Piazza Duomo.

Eine Geschichte von Einsturz und Neuerfindung

An einem Wintertag des Jahres 1606 besiegelte eine Katastrophe das architektonische Schicksal des Platzes. Der mittelalterliche Torre Civica stürzte krachend ein und zermalmte Teile des Rathauses. Das Unglück erzwang einen kompletten Wiederaufbau des Areals. Die städtischen Glocken wanderten 1673 schließlich in einen neuen Mittelturm auf dem Palazzo del Governatore.

Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte der Platz unter den Bourbonen-Herzögen eine tiefgreifende Verwandlung. Der französische Hofarchitekt Ennemond Alexandre Petitot gestaltete die Bauten neu und schuf aus den Fassaden ein elegantes, harmonisches neoklassizistisches Ensemble. Nach der italienischen Einigung strich man 1893 den alten Namen „Piazza Grande“, um Giuseppe Garibaldi die Ehre zu erweisen.

Architektonische Meilensteine

Optisch besticht der Platz durch eine markante Symmetrie in warmem Parma-Gelb und Ockertönen. Die Nordseite wird vom Palazzo del Governatore beherrscht, dessen Ursprünge auf die Jahre 1283 bis 1285 zurückgehen. Sein zentraler Uhrturm trumpft mit komplexen, mehrteiligen astronomischen Sonnenuhren auf, die 1829 unter Herzogin Marie-Louise von Österreich installiert wurden.

Im Süden rahmen der Palazzo del Podestà aus dem 13. Jahrhundert und der Anfang des 17. Jahrhunderts von Giovan Battista Magnani erbaute Palazzo del Comune das Bild ein. In der Mitte des Platzes wacht seit 1893 das Bronzedenkmal von Davide Calandra über Giuseppe Garibaldi.

Verborgene Kuriositäten

Direkt in die Fassade des Palazzo del Governatore ist der historische „mattone di Parma“ eingelassen. An diesem in Stein gemeißelten, amtlichen Eichmaß mussten mittelalterliche Kaufleute auf dem Markt die Maße von Stoffen, Ziegeln und Holz ganz genau abgleichen.

Nahe dem Palazzo del Comune ringen Herkules und Antäus in einem Brunnen aus dem 18. Jahrhundert miteinander. Im lokalen Dialekt tragen die ineinander verschlungenen Gestalten den liebevollen Kosenamen „i dö brasé“, die beiden Umarmten. Für einen nachdenklichen Moment sorgt eine Gedenktafel auf dem Platz, die an sieben antifaschistische Partisanen erinnert, die hier am 1. September 1944 von einem Erschießungskommando hingerichtet wurden.

Das Wohnzimmer von Parma

Heute gilt die Piazza Garibaldi als „Il Salotto“, das Wohnzimmer der Stadt, und bleibt Parmas beliebtester Treffpunkt unter freiem Himmel. Über das Kopfsteinpflaster der antiken Römerstraße strömen Fußgänger und Radler, während sich die Café-Terrassen zur abendlichen Passeggiata und zum Aperitivo füllen. Auch der Palazzo del Governatore bleibt seiner bürgerlichen Bestimmung treu und bietet modernen sowie zeitgenössischen Kunstausstellungen eine Bühne.

FAQ

Warum wurde der Platz in Piazza Garibaldi umbenannt?

Ursprünglich als Forum Romanum und später als Piazza Grande bekannt, wurde der Platz 1893 zu Ehren des Risorgimento-Führers Giuseppe Garibaldi offiziell umbenannt. Zeitgleich wurde in der Platzmitte ein Bronzedenkmal für Garibaldi eingeweiht.

Was ist der mattone di Parma?

Der mattone di Parma ist ein historisches Längenmaß, das in die Fassade des Palazzo del Governatore gemeißelt wurde. Mittelalterliche Händler und Handwerker mussten daran die Maße von Waren wie Stoffen, Holz und Ziegeln überprüfen.

Was geschah mit dem ursprünglichen mittelalterlichen Turm auf dem Platz?

Am 27. Januar 1606 stürzte der mittelalterliche Torre Civica ein und zermalmte Teile des Rathauses. Dies führte zu einem umfassenden Wiederaufbau, bei dem die Glocken schließlich auf den Palazzo del Governatore verlegt wurden.

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