Hanseatenmuseum Bergen: Ein Führer durch Bryggens Vergangenheit - Bergen
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Hanseatenmuseum Bergen: Ein Führer durch Bryggens Vergangenheit

Bergen, Norway

Bewundere die markante Holzfassade des Hanseatenmuseums, ein Zeugnis von Bergens reicher Handelsvergangenheit und dem bewegten Leben seiner hanseatischen Kaufleute. Am Ostufer des Vågen-Hafens gelegen, bietet das historische Viertel Bryggen einen Einblick in eine entscheidende Ära des nordeuropäischen Seehandels, mit dem Museum und seinen zugehörigen Versammlungsräumen, den Schøtstuene, im Zentrum.

Eine hanseatische Hochburg in Bergen

Bergens Geschichte als Handelszentrum reicht über tausend Jahre zurück, aber ein wichtiges Kapitel begann um 1350, als die deutsche Hanse in Bryggen eines ihrer vier wichtigsten Übersee-Handelsbüros, oder „Kontore“, einrichtete. Fast 400 Jahre lang fungierte dieses Gebiet als weitgehend selbstverwaltete deutsche Kolonie innerhalb der norwegischen Stadt.

Die Hansekaufleute, zu Spitzenzeiten bis zu 2.000 an der Zahl, agierten nach ihren eigenen Regeln, mit eigenem Rechtssystem und sprachen sogar ihre eigene Sprache, Niederdeutsch. Diese einzigartige Gemeinschaft war weitgehend unabhängig von der norwegischen Obrigkeit und bildete so eine eigene soziale und politische Einheit am Kai von Bergen.

Der Stockfischhandel und das Leben der Kaufleute

Das Leben im hanseatischen Bryggen drehte sich um den Handel, vor allem um den lukrativen Export von Stockfisch (getrockneter Kabeljau) aus Nordnorwegen. Der kräftige Geruch von tonnenweise Trockenfisch muss die Gegend damals beherrscht und sogar den Teergeruch der Holzhäuser überdeckt haben. Im Gegenzug für den Fisch importierten die Kaufleute lebenswichtige Güter wie Getreide und Salz sowie Luxusartikel.

Die Kontrolle der Kaufleute erstreckte sich auch auf das tägliche Leben, das durch strenge Regeln für die Gemeinschaft bestimmt war. Junge Lehrlinge zum Beispiel mussten zehn Jahre dienen und durften nicht heiraten, alles in der Hoffnung, eines Tages selbst Meister zu werden.

Widerstandsfähigkeit gegen Feuer und Zeit

Bryggens Geschichte ist von zahlreichen Bränden geprägt. Große Feuersbrünste sind für die Jahre 1198, 1248, 1476 und, am verheerendsten, 1702 belegt, als der Große Brand das gesamte Viertel in Schutt und Asche legte. Trotzdem wurde das Viertel immer wieder auf denselben mittelalterlichen Fundamenten wiederaufgebaut, wodurch sein ursprünglicher Stadtplan und architektonischer Stil erhalten blieben.

Die Hansezeit endete offiziell 1754, als alle Besitztümer an norwegische Bürger übertragen wurden. Ein Brand im Jahr 1955 führte zu umfangreichen archäologischen Ausgrabungen. Dabei kam eine Fülle von Artefakten zutage, darunter Hunderte mittelalterlicher Runeninschriften auf Holzstäbchen, die Einblicke in das tägliche Leben gaben. Diese Entdeckungen trugen dazu bei, Bryggen 1979 den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes zu sichern.

Bryggen heute: Ein lebendiges Kulturerbe

Auch heute noch ist das Gebiet hinter der ikonischen Fassade von Bryggen ein pulsierender Teil von Bergen. In den engen Gassen und historischen Gebäuden findet sich heute eine bunte Mischung aus Kunstgalerien, Juwelieren, Textildesignern und Kunsthandwerkerläden. Besucher und Einheimische können kleine Läden erkunden, in Restaurants speisen und Museen besuchen, die die Vergangenheit des Viertels beleuchten.

Neben dem Hanseatenmuseum und den Schøtstuene, die tiefe Einblicke in das Leben der Kaufleute bieten, zeigt das Bryggens Museum archäologische Funde vom Gelände. Gemeinsam bewahren sie das Erbe dieses historischen Handelshafens.

FAQ

Welche Rolle spielte die Hanse in Bergen?

Die Hanse errichtete um 1350 ein wichtiges Handelsbüro, ein sogenanntes Kontor, in Bergen. Fast 400 Jahre lang kontrollierten deutsche Kaufleute den lukrativen Stockfischhandel und schufen so eine sich selbst verwaltende Gemeinschaft innerhalb der Stadt.

Warum ist Bryggen ein UNESCO-Weltkulturerbe?

Bryggen wurde 1979 wegen seiner einzigartigen und erhaltenen mittelalterlichen Stadtstruktur zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Trotz zahlreicher Brände wurde es immer wieder auf seinen ursprünglichen Fundamenten aufgebaut und zeugt so von Jahrhunderten hanseatischer Handelsgeschichte.

War Bergen eine offizielle Hansestadt?

Nein, erstaunlicherweise war Bergen nie eine offizielle Hansestadt. Es war eines der vier großen Übersee-Handelsbüros der Hanse, bekannt als „Kontore“, neben denen in London, Brügge und Nowgorod.

Was war die Haupthandelsware in Bryggen?

Die wichtigste Ware, die von den Hansekaufleuten in Bryggen gehandelt wurde, war Stockfisch (getrockneter Kabeljau), der aus Nordnorwegen stammte und in ganz Europa exportiert wurde.

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Wikipedia | Wikimedia Commons | CC-BY-SA
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