Convento de São Francisco: Geschichte und Architektur - Guimaraes
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Ziel

Convento de São Francisco: Geschichte und Architektur

Guimaraes, Portugal

Vom Largo de São Francisco aus fällt der Blick direkt auf die markante Fassade und das ehrwürdige Mauerwerk des Convento de São Francisco. Unmittelbar südlich des mittelalterlichen Stadtkerns gelegen, schlägt das Kloster die Brücke zwischen den lebendigen Plätzen von Guimarães und den historischen Monumenten vor den alten Stadtmauern.

Eine Geschichte von Zerstörung und Umzug

Das ursprüngliche Franziskanerkloster aus dem 14. Jahrhundert lag noch außerhalb der Stadtmauer. Zwischen 1322 und 1325 fiel es jedoch Verteidigungsmaßnahmen zum Opfer und wurde wegen militärischer Konflikte abgerissen.

Die Verlegung im 15. Jahrhundert löste in Guimarães einen handfesten Revierkampf aus: Zwei religiöse Institutionen gerieten so heftig aneinander, dass schließlich der Papst einschreiten musste. Als König João I. im Jahr 1400 den Wiederaufbau am heutigen Standort genehmigte, entbrannte ein erbitterter Streit mit dem benachbarten Kollegiatstift Nossa Senhora da Oliveira. Dessen Mitglieder fackelten nicht lange und rissen Teile des neuen Franziskanerbaus eigenhändig wieder ein. Erst ein päpstlicher Schiedsspruch brachte 1409 die ersehnte Einigung.

Architektonische Entwicklung und fürstliche Förderer

Der Neubau des Komplexes zog sich über das gesamte 15. Jahrhundert hinweg. Aus dieser Zeit stammen die bemerkenswerten gotischen Ursprünge der Kirche, besonders an der Apsis und dem Kapitelsaal. 1591 kam ein Renaissance-Kreuzgang hinzu, der sich mit seiner ruhigen, wohlgeordneten Arkadengeometrie direkt an das Kirchenschiff anschließt.

Dass der Konvent florierte, verdankte er vor allem Dona Constança de Noronha, der ersten Herzogin von Bragança. Sie stattete das Kloster mit großzügigen Stiftungen aus und fand ihre letzte Ruhe in einem Grab direkt vor dem Hauptaltar.

Barocke Verwandlung und Kunstfertigkeit

Im 18. Jahrhundert wandelte sich das einst schlichte franziskanische Heiligtum grundlegend: Es erhielt eine opulente, prachtvolle Barockausstattung. Der Kontrast zwischen der nüchternen Steinfassade mit dem gotischen Portal und dem verschwenderischen Innenraum könnte kaum dramatischer sein.

Im Inneren zieht vor allem die meisterhafte, vergoldete Holzschnitzerei, die talha dourada joanina, die Blicke auf sich. Perfekt ergänzt wird das Gold durch blau-weiße Azulejo-Kachelpaneele an den Wänden, die lebendig vom Leben und den Wundern des heiligen Antonius erzählen.

Verborgene Schätze und moderne Nutzung

In der Kirche befinden sich auch die Kapelle und das Grab von Frei Gualter. Der Überlieferung nach war er im frühen 13. Jahrhundert ein Gefährte des heiligen Franz von Assisi. Heute ist er Namensgeber und Schutzpatron des wichtigsten Stadtfestes, der Festas Gualterianas. In der Sakristei verbirgt sich zudem ein bemerkenswerter Renaissance-Steintisch mit bunten italienischen Marmorintarsien, kunstvoll gefertigt in der seltenen Pietre-dure-Technik.

Nachdem 1834 in Portugal alle religiösen Orden aufgelöst worden waren, dienten die Gebäude nacheinander als Kaserne, Militärkrankenhaus und Gerichtsgebäude. 1875 ging der Komplex an den Dritten Orden des heiligen Franziskus zurück. Heute beherbergt er neben der aktiven katholischen Kirche und dem touristischen Denkmal auch ein Seniorenheim im historischen Klosterflügel.

FAQ

Wer liegt im Convento de São Francisco begraben?

Dona Constança de Noronha, die erste Herzogin von Bragança, liegt direkt vor dem Hauptaltar begraben. Zudem beherbergt die Kirche das Grab von Frei Gualter, der der Überlieferung nach ein früher Gefährte des heiligen Franz von Assisi war.

Welcher Baustil prägt das Convento de São Francisco?

Die Anlage vereint verschiedene Stile: gotische Ursprünge aus dem 15. Jahrhundert an Apsis und Kapitelsaal, einen Renaissance-Kreuzgang von 1591 sowie eine prachtvolle barocke Neugestaltung des Innenraums aus dem 18. Jahrhundert mit vergoldeten Schnitzereien und Azulejo-Kacheln.

Warum wurde das ursprüngliche Franziskanerkloster abgerissen?

Das ursprüngliche Kloster aus dem 14. Jahrhundert lag vor den mittelalterlichen Stadtmauern von Guimarães und wurde zwischen 1322 und 1325 abgerissen, um im Zuge kriegerischer Konflikte die städtische Verteidigung zu stärken.

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