Praça de São Tiago: Mittelalterliches Herz von Guimarães - Guimaraes
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Ziel

Praça de São Tiago: Mittelalterliches Herz von Guimarães

Guimaraes, Portugal

Tauche ein in das lebendige Treiben dieses charmanten mittelalterlichen Platzes, der von historischen Fachwerkhäusern gesäumt wird.

Ein mittelalterliches Händlerviertel

Die Praça de São Tiago bildet das historische Herz der mittelalterlichen Unterstadt von Guimarães und verbindet das einstige Verwaltungszentrum mit den alten Pilger- und Handelsrouten. Ihre Wurzeln reichen bis ins späte 11. Jahrhundert zurück: Damals ließen sich fränkische Kaufleute, Handwerker und Soldaten im Gefolge von Graf Dom Henrique hier nieder. So entstand ein florierendes Handelsviertel, das bis heute zu den lebendigsten Ecken der Stadt gehört. Durch die gotischen Steinbögen des ehemaligen Rathauses, den Antigos Paços do Concelho, geht der Platz direkt in den benachbarten Largo da Oliveira über.

Architektonisches Erbe und Restaurierung

Gesäumt wird die Praça de São Tiago von bemerkenswert gut erhaltenen, mehrstöckigen Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie fallen sofort ins Auge: unten massiver Granit, darüber kunstvolles Fachwerk und traditionelle Holzbalkone. Das Zusammenspiel aus dunklem, wettergegerbtem Holz, bunten Blumenkästen und dem rauen Granit verleiht dem Platz seinen unverwechselbaren Charakter.

Spannenderweise machten frühe Fotografen im 19. Jahrhundert einen großen Bogen um den Platz. Die dichte Fachwerkbebauung galt ihnen im Vergleich zu den schicken, klassizistischen Neubauten der Stadt schlicht als unhygienisch und rückständig. Nachdem den baufälligen Gebäuden zwischenzeitlich sogar Enteignung und Abriss drohten, rettete die Stadt die mittelalterlichen Fassaden Ende des 20. Jahrhunderts durch aufwendige Sanierungen. Heute sind sie ein unverzichtbarer Teil des UNESCO-Welterbes.

Pilgerspuren und Legenden

Als offizielle Station auf dem Jakobsweg ist die Praça de São Tiago tief in der Pilgertradition verwurzelt. Einst stand hier eine Kapelle mit Vorbau aus dem 17. Jahrhundert, geweiht dem Apostel Jakobus. Auch wenn sie Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, zeichnet das Pflaster ihren Grundriss bis heute gut sichtbar nach. Der Legende nach soll der Apostel Jakobus höchstpersönlich ein Marienbildnis nach Guimarães gebracht und in einem damals hier stehenden heidnischen Tempel aufgestellt haben, was dem Platz letztlich seinen Namen gab.

Ein weiteres historisches Detail verbirgt sich direkt unter deinen Füßen. Im Pflaster ist ein lateinischer Satz aus dem Freibrief von Graf Dom Henrique aus dem Jahr 1096 verewigt: „Ad vos homines qui venistis populare in Vimaranes et ad illos qui ibi habitare volerint“, übersetzt: „An euch, die ihr gekommen seid, um Guimarães zu besiedeln, und an jene, die hier leben wollen.“

Lebendiger Treffpunkt von heute

Heute ist die Praça de São Tiago eine belebte Fußgängerzone. Die dichte Bebauung sorgt für eine hervorragende Akustik und bildet die perfekte Kulisse für Cafés, Bars und Restaurantterrassen, auf denen sich Einheimische wie Reisende tummeln. Neben gutem Essen und geselligen Abenden gibt es hier auch praktische Tipps für deinen Besuch: Im sanierten ehemaligen Marstall der Casa do Arco befindet sich die offizielle städtische Touristeninformation.

FAQ

Was geschah mit der Kapelle auf der Praça de São Tiago?

Auf dem Platz stand einst eine dem heiligen Jakobus geweihte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, doch ihr ursprünglicher Grundriss ist bis heute im Steinpflaster zu erkennen.

Warum wurde der Platz auf frühen Fotografien gemieden?

Im 19. Jahrhundert machten frühe Fotografen bewusst einen Bogen um den Platz. Im Vergleich zu den modernen klassizistischen Neubauten der Stadt galten ihnen die dichten Fachwerkhäuser als unhygienisch und rückständig.

Was bedeutet die lateinische Inschrift auf dem Pflaster?

Im Steinpflaster ist ein Zitat aus dem Freibrief von Graf Dom Henrique aus dem Jahr 1096 eingelassen. Es bedeutet übersetzt: „An euch, die ihr gekommen seid, um Guimarães zu besiedeln, und an jene, die hier leben wollen.“

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