
Guide zum Paço dos Duques de Bragança in Guimarães
Entdecke einen Herzogspalast aus dem 15. Jahrhundert, geprägt von 39 markanten Backsteinkaminen und einer radikalen, bis heute umstrittenen Rekonstruktion im 20. Jahrhundert. Hoch oben auf dem Monte Latito verankert, bildet der Paço dos Duques de Bragança gemeinsam mit der Burg von Guimarães und der Kirche São Miguel das Ensemble auf dem „Heiligen Hügel“.
Ein Symbol dynastischer Macht
In Auftrag gegeben zwischen 1420 und 1433 von Dom Afonso, dem ersten Herzog von Bragança, entstand der Palast nach seiner Heirat mit Dona Constança de Noronha. Das Anwesen sollte vor allem eines demonstrieren: die Macht der Dynastie. Inspiriert von den Reisen des Herzogs durch Frankreich und Burgund, zeigt das Bauwerk eine unverwechselbare französisch-burgundische Herrschaftsgotik mit monumentalen Granitmauern und einem offenen Arkadenhof.
Verfall und Wiederaufbau
Bereits im 16. Jahrhundert kehrte die Familie Bragança dem Palast in Guimarães den Rücken und verlegte ihren Hauptsitz nach Süden, nach Vila Viçosa. In den folgenden Jahrhunderten verfiel das Gebäude zusehends. Im 19. Jahrhundert diente es zeitweise als Militärkaserne, während sich die Bevölkerung der Umgebung fleißig an den verbliebenen Steinen für eigene Bauprojekte bediente.
Zwischen 1937 und 1959 wurde der Palast unter dem Estado-Novo-Regime von Salazar durch den Architekten Rogério de Azevedo von Grund auf rekonstruiert. Das Projekt brachte reichlich historisierende Ergänzungen mit sich, die heftige Debatten über die historische Authentizität des Baus auslösten. Azevedo bediente sich dabei munter an anderen Monumenten der Region und recycelte unter anderem eine kunstvolle Steinbrüstung aus dem Kloster São Miguel de Refojos.
Der Palast der Kamine
Die unverwechselbare Silhouette des Paço dos Duques de Bragança wird von 39 hohen, zylindrischen Backsteinkaminen dominiert. Dieses markante Detail steht in krassem Kontrast zur traditionellen Steinarchitektur der Region und brachte dem Bauwerk im Volksmund den Namen „Palácio das Chaminés“ (Palast der Kamine) ein.
In den großen Sälen setzt sich das architektonische Spektakel fort: Die Decken aus dunklem Kastanienholz sind meisterhaft so konstruiert, dass sie an umgedrehte Schiffsrümpfe portugiesischer Schiffe erinnern. Diese gewaltigen Holzkonstruktionen bilden einen reizvollen Kontrast zu den kargen Granitwänden und den riesigen offenen Kaminen des Palastes.
Modernes Museum und Präsidentenresidenz
Seit 1910 als Nationaldenkmal geschützt, dient das Gebäude heute als öffentliches Museum. Im Inneren erwarten dich umfangreiche Sammlungen von Möbeln, Waffen, Porzellan und Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert. Ein Highlight sind die originalgetreuen gewebten Reproduktionen der berühmten Pastrana-Teppiche aus dem 15. Jahrhundert, die die Feldzüge von König Afonso V. in Nordafrika schildern.
Neben seiner Rolle als Kulturstätte erfüllt der Palast auch heute noch eine politische Funktion: Das gesamte Obergeschoss ist als offizielle Residenz im Norden exklusiv für den Präsidenten der Portugiesischen Republik reserviert.
FAQ
Wann wurde der Paço dos Duques de Bragança erbaut?
Der Palast wurde zwischen 1420 und 1433 von Dom Afonso, dem 1. Herzog von Bragança, nach seiner Heirat mit Dona Constança de Noronha in Auftrag gegeben.
Warum wird das Gebäude oft „Palast der Kamine“ genannt?
Die Einheimischen nennen ihn oft „Palácio das Chaminés“, weil seine markante Dachsilhouette von 39 hohen, zylindrischen Backsteinkaminen geprägt ist.
Wohnt heute noch jemand im Paço dos Duques de Bragança?
Obwohl er heute hauptsächlich als öffentliches Museum dient, ist das Obergeschoss des Palastes als offizielle Residenz im Norden exklusiv für den Präsidenten der Portugiesischen Republik reserviert.
Was gibt es im Palastmuseum zu sehen?
Das Museum zeigt Sammlungen von Möbeln, Porzellan, Waffen und Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert. Dazu gehören auch originalgetreue gewebte Reproduktionen der berühmten Pastrana-Teppiche aus dem 15. Jahrhundert, die die Feldzüge von König Afonso V. nachzeichnen.



