
Rua de Santa Maria: Die älteste Straße von Guimarães
Die Rua de Santa Maria gilt als die älteste Straße von Guimarães und taucht bereits im 12. Jahrhundert in den ersten Urkunden auf. Als zentrale mittelalterliche Achse verbindet sie die historische Unterstadt mit dem oberen Viertel. Heute bildet sie das pulsierende Rückgrat der UNESCO-geschützten Altstadt von Guimarães, einer Stadt, die stolz als Wiege der portugiesischen Nation gefeiert wird.
Eine mittelalterliche Verbindung
Die Route entstand im 10. Jahrhundert, um die beiden Gründungspole der Stadt zu verknüpfen: die wehrhafte Burg auf dem Monte Latito und das Kloster, das Gräfin Mumadona Dias unten im Tal errichten ließ. Als spätere Festungsanlagen beide Siedlungen umschlossen, blieb die Rua de Santa Maria die wichtigste Schlagader zwischen oberer Festung und bürgerlichem Kern. Ihr oberer Abschnitt war damals unter dem Namen Rua da Infesta bekannt.
Historische Architektur und adelige Residenzen
Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert war die Rua de Santa Maria die bevorzugte Wohnadresse der städtischen Elite, von Adeligen über hohe Geistliche bis hin zu wohlhabenden Kaufleuten. Die schmale Fußgängergasse wird geprägt von rauen, verwitterten Granitfassaden, kunstvoll geschnitzten Dachvorsprüngen aus Holz und verzierten schmiedeeisernen Balkonen voller Blumentöpfe.
Mehrere herausragende Bauwerke dieser Epoche haben die Zeit überdauert. Die gut erhaltene Casa Gótica dos Valadares aus dem 15. Jahrhundert und die Casa dos Peixotos aus dem 18. Jahrhundert sind eindrucksvolle Beispiele früher Adelshäuser. Ganz in der Nähe besticht das wohlhabende Convento de Santa Clara aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit seiner Barockfassade und einem zweistöckigen Kreuzgang. Heute hat hier das Rathaus von Guimarães seinen Sitz.
Die ikonische Casa do Arco
Als markanter Blickfang überspannt der steinerne Torbogen der Casa do Arco die Straße und rahmt den Blick über das ansteigende Kopfsteinpflaster malerisch ein. Dieses Anwesen aus dem 15. Jahrhundert blickt auf eine beachtliche königliche Geschichte zurück: König Manuel I. residierte hier nach seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Später beherbergte das Haus auch König Miguel I. sowie den französisch-portugiesischen Maler Auguste Roquemont im 19. Jahrhundert.
Modernes Leben und lokale Traditionen
Als reine Fußgängerzone mit traditionellem Kopfsteinpflaster verbindet die Rua de Santa Maria historischen Denkmalschutz nahtlos mit lebendigem Alltag. In den behutsam sanierten Altbauten befinden sich heute Wohnhäuser, Kunsthandwerksläden und kleine Bäckereien, die traditionelles Klostergebäck anbieten.
Auch in der studentischen Kultur der Stadt nimmt die Straße einen festen Platz ein. Hier steht die Casa da Senhora Aninhas, das einstige Zuhause der symbolischen Schutzpatronin der Studenten von Guimarães. Während des alljährlichen Nicolinas-Studentenfestes ist die Gasse eine der traditionellen Stationen, an denen die feierliche Ausrufung des Pregão zelebriert wird.
FAQ
Welche ist die älteste Straße von Guimarães?
Die Rua de Santa Maria gilt als die älteste Straße von Guimarães und wurde bereits im 12. Jahrhundert unter diesem Namen urkundlich erwähnt.
Welche historischen Sehenswürdigkeiten gibt es in der Rua de Santa Maria?
Zu den bekanntesten Bauwerken gehören die Casa do Arco aus dem 15. Jahrhundert, die gotische Casa dos Valadares aus dem 15. Jahrhundert, die Casa dos Peixotos aus dem 18. Jahrhundert und das Convento de Santa Clara aus dem 16. und 17. Jahrhundert, in dem heute das Rathaus von Guimarães untergebracht ist.
Wer hat in der Casa do Arco übernachtet?
König Manuel I. übernachtete nach seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela in der Casa do Arco. Das Anwesen aus dem 15. Jahrhundert beherbergte außerdem König Miguel I. und den französisch-portugiesischen Maler Auguste Roquemont im 19. Jahrhundert.
Gibt es in der Rua de Santa Maria studentische Traditionen?
Ja, in der Straße befindet sich die Casa da Senhora Aninhas, bekannt als Wohnhaus der symbolischen Schutzpatronin der Studenten von Guimarães. Zudem ist sie ein traditioneller Halt für die Ausrufung des Pregão während des jährlichen Studentenfestes Nicolinas.



