Henkerbastei: Mittelalterliche Festung in Košice - Kosice
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Henkerbastei: Mittelalterliche Festung in Košice

Kosice, Slovakia

Was heute als Bastei bezeichnet wird, entstand ursprünglich als massiver Barbakan, der Kanonenfeuer abfangen und die Tore einer königlichen Freistadt schützen sollte. Die Henkerbastei (Katova bašta) in der Altstadt an den Straßen Hrnčiarska und Stará baštová ist das größte und am besten erhaltene Überbleibsel der mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Košice. Direkt neben der Handwerkergasse gelegen, zeugt die Anlage von der einstigen Bedeutung der Stadt als hochgerüstete militärische Bastion im damaligen Oberungarn.

Geschichte der Verteidigung

Nach 1441 von Johann Jiskra von Brandýs in Auftrag gegeben, schützte das Bauwerk zunächst als freistehender, halbkreisförmiger Barbakan das Gemalte Tor. Zwischen 1461 und 1471 folgte ein radikaler Umbau. Die Erweiterung verwandelte das Areal in eine gewaltige Artillerie-Festung mit Erdwällen und Kanonenkammern.

Diese wuchtige Konstruktion bildet den architektonischen Übergang zwischen dem mittelalterlichen Rondell und den Basteiensystemen des 16. Jahrhunderts. Trotz ihres heutigen Namens diente sie primär als Barbakan und nicht als Bastei. Der Name „Henkerbastei“ entstand erst im 19. Jahrhundert, da sich ganz in der Nähe die damalige Dienstwohnung des Stadthenkers von Košice befand.

Architektonische Besonderheiten

Der Bau besticht durch seine wuchtige, halbkreisförmige Steinwand mit dicken, geschwungenen Mauern. Hinter diesen Abwehrmauern verbergen sich im Erdgeschoss gewölbte Kanonenkammern. Die Festung war darauf ausgelegt, schwerstem Beschuss standzuhalten, und schützte die Stadt jahrhundertelang erfolgreich, bevor sie Ende des 18. Jahrhunderts schließlich ihre militärische Funktion verlor.

Das Museum und seine Ausstellungen

Im Jahr 1935 begann der Umbau der Festung zum Museum. Heute steht sie unter der Leitung des Ostslowakischen Museums. Im gewölbten Erdgeschoss ist die Ausstellung der Kasematten von Košice untergebracht, die eine faszinierende Sammlung historischer Schusswaffen und Kanonen zeigt.

Das Obergeschoss, die sogenannte Galéria bašta, bietet Raum für wechselnde Kunst- und Geschichtsausstellungen. Der Innenhof wird zudem als öffentlicher Kulturort genutzt, an dem regelmäßig Konzerte, historische Reenactments und Vorträge stattfinden.

Die Nachbildung des Rodošto-Hauses

Zwischen 1940 und 1943 wurde das Areal am nördlichen Ende um ein spannendes Element erweitert: Rodošto, eine Nachbildung des türkischen Exildomizils von Franz II. Rákóczi, dem Anführer des Aufstands gegen die Habsburger. Seit 2006 bereichert eine Bronzeplastik Rákóczis vor dem angrenzenden Rodošto-Haus das historische Ensemble.

FAQ

Warum heißt sie Henkerbastei?

Der Name entstand im 19. Jahrhundert, da das Bauwerk ganz in der Nähe der ehemaligen Dienstwohnung des Stadthenkers von Košice lag.

Was befindet sich in der Henkerbastei?

Die Bastei gehört zum Ostslowakischen Museum. Im Erdgeschoss zeigt die Ausstellung der Kasematten von Košice historische Schusswaffen, während das Obergeschoss in der Galéria bašta Wechselausstellungen zu Kunst und Geschichte beherbergt.

Wann wurde die Henkerbastei erbaut?

Das Bauwerk wurde nach 1441 zunächst als freistehender, halbkreisförmiger Barbakan in Auftrag gegeben. Zwischen 1461 und 1471 wurde es zu einer gewaltigen Artillerie-Festung mit Erdwällen umgebaut.

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