Jakab-Palais: Ein neugotisches Märchenschloss - Kosice
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Jakab-Palais: Ein neugotisches Märchenschloss

Kosice, Slovakia

Bestaune die märchenhaften Türmchen und die schlossartige Silhouette dieses malerischen Palais, das sich spektakulär am Rande der Altstadt erhebt. Als unübersehbares Tor am östlichen Zugang zum historischen Zentrum von Košice bildet das Jakab-Palais den Übergang vom Stadtpark zur Fußgängerzone der Mlynská-Straße.

Architekturwunder aus geretteten Steinen

Erbaut zwischen 1899 und 1903, entsprang das Palais den Plänen der angesehenen lokalen Baumeister Arpád, Peter und Gejza Jakab. Der neugotische Bau erinnert an eine mittelalterliche Burg, komplett mit quadratischem Zinnenturm, Erkern und spitzbogigen Arkaden. Heute steht das Gebäude als nationales Kulturdenkmal der Slowakei unter Schutz.

Ein überraschendes Detail: Die Baumeister fügten originale Steinelemente und Wasserspeier direkt in die Fassade ein. Sie stammten aus der Restaurierung von Košices imposantestem Wahrzeichen Ende des 19. Jahrhunderts, dem Dom der Heiligen Elisabeth.

Ein Jahrhundert der Besitzerwechsel

Ursprünglich direkt am beschaulichen Mühlbach errichtet, diente das Gebäude der Familie Jakab als repräsentativer Wohn- und Geschäftssitz. Nach 1908 ging es an den Architekten Hugo Barkányi über. Nach der Befreiung von Košice im Frühjahr 1945 residierte hier kurzzeitig der tschechoslowakische Präsident Edvard Beneš.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen verstaatlicht. In den folgenden Jahrzehnten nutzte man es für politische und schulische Zwecke, richtete städtische Empfänge sowie Hochzeiten aus und beherbergte von 1992 bis 2000 den British Council.

Verborgene Kuriositäten

Schon an der Außenfassade lassen sich spannende historische Details entdecken. Eine Gedenktafel mit einem Raben, der einen Ring im Schnabel trägt, wurde 1943 anlässlich des 500. Geburtstags von König Matthias Corvinus angebracht. Eine zweite Tafel erinnert an die kurze Episode als Residenz von Präsident Beneš im Jahr 1945.

Auch wenn das Innere für die Öffentlichkeit meist verschlossen bleibt, steht es der Fassade an Prunk in nichts nach: Es beherbergt einen orientalisch gestalteten Saal, Kassettendecken, aufwendige Stuckverzierungen und einen barocken Kachelofen.

Aktueller Status und Umgebung

Vom idyllischen Mühlbach ist heute nichts mehr zu sehen, an seine Stelle ist eine geschäftige vierspurige Hauptstraße getreten. Der dröhnende Verkehrslärm bildet einen skurrilen akustischen Kontrast zur neugotischen Märchenkulisse.

Das Jakab-Palais ist für den normalen Publikumsverkehr geschlossen und öffnet seine Pforten nur für ausgewählte Veranstaltungen oder gelegentliche städtische Führungen. Grund dafür ist auch ein zäher Rechtsstreit: Seit den 1990er-Jahren streiten die Stadt Košice und private Erben um das Eigentum. Im März 2025 verwies das oberste Gericht der Slowakei den Fall zur erneuten Verhandlung an ein Regionalgericht zurück.

FAQ

Kann man das Jakab-Palais von innen besichtigen?

Das Palais ist für den regulären Touristenverkehr geschlossen. Das Innere ist nur bei speziellen Veranstaltungen oder gelegentlichen städtischen Führungen zugänglich.

Wer hat das Jakab-Palais erbaut?

Das Palais wurde zwischen 1899 und 1903 von den bekannten lokalen Baumeistern Arpád, Peter und Gejza Jakab errichtet.

Warum hat das Jakab-Palais Wasserspeier von einem Dom?

Die Baumeister bauten originale Steinelemente und Wasserspeier direkt in die Fassade ein, die Ende des 19. Jahrhunderts bei der Restaurierung des Elisabeth-Doms in Košice geborgen wurden.

Wer hat im Jakab-Palais gewohnt?

Das Palais diente ursprünglich der Familie Jakab als Wohnsitz, wurde später an den Architekten Hugo Barkányi verkauft und war 1945 kurzzeitig die offizielle Residenz des tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš.

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